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Berichte
06. Januar 2007 – Zimmerbrand durch ChristbaumDrei Personen verletzt – Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungskräften | | Foto: Markus Gollbach (06. Januar 2007) |
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Bei einem Brand in der Straße "Am Briel" wurden am frühen Samstagabend drei Personen verletzt. Eine Wohnung im sechsten Obergeschoss eines Hochhauses brannte teilweise aus. Ein Großaufgebot an Feuerwehr, Rettungsdienst und Notärzten war im Einsatz. Als Brandursache ermittelte die Kriminalpolizei einen brennenden Christbaum.
Ein älteres Ehepaar hatte ein Dutzend Wachskerzen am im Wohnzimmer stehenden Christbaum entzündet, berichtete die Kriminalpolizei. Plötzlich habe es im unteren Bereich des ausgetrockneten Baumes zu brennen begonnen. Der Mann habe noch mittels eines herbeigeholten Eimers Wasser versucht zu löschen. Da sich das Feuer jedoch rasch ausbreitete, seien sie geflüchtet. Dem Mann seien Kopfhaare verschmort, teilte die Polizei mit. Das Ehepaar kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung zur Beobachtung ins Klinikum.
Alarmierungen
Gegen 18.20 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr über Notruf verständigt. Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, nahmen sie von außen eine verhältnismäßig leichte Rauchentwicklung war. Noch bevor erste Löschmaßnahmen greifen konnten, trat dichter schwarzer Rauch auf mehreren Fenstern aus. Kurz darauf loderte Flammen auf und drohten auf darüber liegende Wohnungen überzugreifen. Nachbarn berichteten von einem Knall, den sie gehört hatten. Dieser kann von einer berstenden Scheibe herrühren oder von dem in einer Verpuffung aufflammenden Christbaum stammen.
Feuerwehrmann Dieter Uecker, der im Treppehaus im fünften Obergeschoss seine Mannschaft führte, berichtete, dass sie dort vor einer dichten schwarzen Wand aus Rauch gestanden hätten. Wohnungstüre und die Brandschutztüre zwischen dem Treppenraum und dem Stichflur standen auf, so dass sich der giftige Qualm und die sehr starke Hitze ungehindert im Treppenhaus hoch bis ins neunte Obergeschoss ausbreiten konnten. Damit war der Fluchtweg für die sich dort aufhaltenden Bewohner unpassierbar. Daher ließ Einsatzleiter Bernd Oser zusätzlich Personal des Löschbereichs Altstadt alarmieren, das unter anderem die zweite Drehleiter an die Einsatzstelle brachte. Beide Drehleitern stellten so weitere Rettungs- und Angriffswege der Feuerwehr her. Die Führungsgruppe setzte den neuen Einsatzleitwagen erstmals ein.
Der Rettungsdienst wurde von der Schnelleinsatzgruppe des Malteser Hilfsdienstes verstärkt. Vier Notärzte ergänzten die Rettungskräfte, die etwa ein halbes Dutzend Menschen aus dem Wohnhaus betreuten. Eine weitere Frau kam zur Beobachtung in Klinikum.
Erfolg
Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Brandes auf andere Wohnungen erfolgreich verhindert werden. Etliche Atemschutzgeräteträger bekämpften die Flammen mit mehreren Strahlrohren, die über Drehleiter und über das Treppenhaus verlegt worden waren. Dank der Steigleitung des Treppenhauses war dort die Vornahme erleichtert. Von außen verhinderten die Feuerwehrfrauen und -männer mit einer weiteren Löschleitung den Flammenüberschlag auf der Gebäuderückseite. Noch rund eine Stunde nach Brandausbruch traten immer noch schwarze Qualmwolken aus dem Brandzimmer.
Mittels Hochleistungslüftern gelang es der Feuerwehr das Treppenhaus rauchfrei zu bekommen. In zwei Wohnungen im fünften Obergeschoss lief Löschwasser aus der Brandwohnung. Mit Hilfe eines Wassersaugers nahmen die Feuerwehrleute das Wasser auf. Der Notdienst der Stadtwerke schaltete zur Sicherheit auf mehreren Etagen den Strom ab. Eine Elektrofirma übernahm noch am Abend die Aufgabe, die Stromversorgung weit möglichst wieder herzustellen.
Da einige Wohnungen – zumindest vorübergehend – nicht mehr bewohnbar sind, suchten sich deren Bewohner Notunterkünfte bei Verwandten und Bekannten. Das städtische Bürgeramt war verständigt worden, um bei Bedarf zusätzlichen Wohnraum zu beschaffen. Die 70-Jährige und der 81-Jährige, deren Wohnung zerstört worden war, verbrachten eine Nacht im Klinikum. Das Bürgeramt stellte den Brandopfern eine Notunterkunft zur Verfügung.
Schäden
Während des Einsatzes blieb die Straße "Am Briel" durch die Polizei für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch die Steinstraße war in diesem Bereich zeitweise blockiert. Nach rund dreieinhalb Stunden konnten die letzten Kräfte von Feuerwehr und Sanitätsdienst einrücken. Nach ersten Schätzungen der Polizei beträgt der Sachschaden mindestens 150 000 Euro. Neben der Brandwohnung, wo durch die Hitze der Verputz abplatzte, und den Wohnungen mit Wasserschäden sind weitere Einheiten durch Rauch beeinträchtigt. Treppenhaus und Fassade weisen deutlich sichtbare Rußspuren auf. Eine Kontrolle durch die hauptamtlichen Kräfte der Feuerwehr um Mitternacht ergab keine besonderen Vorkommnisse.
Warnung
Polizei und Freiwillige Feuerwehr warnen eindringlich davor, Wachskerzen an den inzwischen ausgetrockneten Christbäumen anzuzünden.
Ergänzungen
Autor: nea – Letzte Änderung: 2008-02-22 11:38:19
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