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Berichte
03. Dezember 2004 – Aha-Effekt im Altstadt-DschungelÜberwachungsaktion zeigt: Falschparker behindern massiv Einsatz der Rettungsdienste
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Nicht nur Autos, auch Fahrräder, stellen für Einsatzfahrzeuge in der Niederburg ein Hindernis dar.
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Hier kam die Drehleiter nicht mehr durch: Der verkehrwidrig parkende Pkw versperrte die Zufahrt vom Fischmarkt in die Zollernstraße. Fotos: Aurelia Scherrer
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( as) Freitagabend, 20 Uhr. Erich Böhler vom Bürgeramt der Stadt Konstanz sowie vier Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes und die Freiwillige Feuerwehr Konstanz unterzogen einen Teil der Altstadt der Feuerprobe. Im Praxistest erwies sich wieder einmal, dass unbedachtes, gedankenloses Falschparken ein Durchkommen der Drehleiter der Feuerwehr und sonstiger Einsatzfahrzeuge unmöglich machen kann. Im Ernstfall kann dieses Fehlverhalten Menschenleben kosten.
"Etwa zweimal im Jahr machen wir unter Beteiligung der Feuerwehr eine solche Überwachungsaktion, um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu wecken", so Erich Böhler. Gleichzeitig zeigen derartige Aktionen, wie falsch geparkte Pkws ein unüberwindbares Hindernis für Einsatzfahrzeuge, die zur Rettung von Sachwerten, aber insbesondere von Menschenleben erforderlich sind, darstellen können. Gerade in der Vorweihnachtszeit sei es besonders wichtig, die Menschen zu sensibilisieren, denn durch Adventskerzen und dergleichen könne es rasch zu einem Brand kommen, "der schnell löschbar wäre, aber durch Zeitverzögerung infolge Behinderung fatal enden kann", so Böhler.
Für Aufmerksamkeit sorgte diese Aktion fürwahr. Als die Drehleiter, die gemeinsam mit dem Tanklöschfahrzeug im Ersteinsatz ausrückt und als Rettungsgerät in der Erstphase von höchster Wichtigkeit ist, in die Konradigasse fuhr, eilten die Bewohner an ihre Fenster. Sie hatten ebenso wie die Passanten ein echtes Aha-Erlebnis. Gerade diese Gasse wirkt auf Fußgänger und Autofahrer beinahe großzügig. Aber der Schein trügt. Die Kunstfertigkeit des Maschinisten (Fahrzeugführers) des 9,65 Meter langen, 2,50 Meter breiten und 3,25 hohen Fahrzeugs war stark gefordert. Nur wenige Zentimeter Luft blieben stellenweise zwischen Häusermauer und Drehleiter und die Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes hatten alle Hände voll zu tun, Fahrräder zur Seite zu stellen. Bedenkenswert ist zudem, dass die Feuerwehr nur über den Rheinsteig in die Konradigasse einfahren kann, denn von der Inselgasse ist ein Einbiegen aufgrund der Ausmaße des Fahrzeugs nicht möglich.
In der Rheingasse erwiesen sich abgestellte Fahrräder und vor allem Räder mit Kinderanhänger als großes Hindernis. Ein Pkw, der bereits 20 Minuten lang mit Warnblinkanlage in der Gasse stand, fuhr in letzter Sekunde vor Eintreffen der Drehleiter weg. Ansonsten wäre für das Feuerwehrfahrzeug ein Durchkommen nicht möglich gewesen. Kurz vor dem Notariat musste ein widerrechtlich geparktes Fahrzeug abgeschleppt werden. Spannend wurde es bei der Einfahrt vom Fischmarkt in die Zollernstraße. Gleich zwei Fahrzeuge standen hier verkehrswidrig und die Drehleiter konnte nicht durchfahren. Der Gemeindevollzugsdienst zog das Maßband hervor: 2,45 Meter trennten die geparkten Autos von der Häuserwand. Im Ernstfall, wenn es um Menschenleben geht, würde sich die 2,50 Meter breite Drehleiter sicherlich dennoch den Weg durch diesen Teil des Altstadt-Dschungels bahnen. An diesem Abend wurden die falsch geparkten Fahrzeuge abgeschleppt – ein Unterfangen, für das im Notfall keine Zeit bleibt. Es ist zu hoffen, dass sich die Falschparker nicht zu sehr über das Ungemach und die Kosten ärgern, sondern sich über ihr Verhalten Gedanken machen. Was sind schon Abschleppkosten gegenüber dem hohen Preis eines oder mehrerer Menschenleben? Schließlich kann jeder in eine – im wahrsten Sinne des Wortes – brenzlige Situation geraten, bei der es auf jede Minute ankommt. Dann scheint eine Minute ohnehin wie eine Ewigkeit.
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