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Berichte
03. März 2004 – Alle 8,27 Stunden ein FeuerwehreinsatzJahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz: Weniger Einsätze, notwendige Investitionen und Novellierung der Satzung( as) Weit über hundert Feuerwehrangehörige nahmen an der Jahreshauptversammlung in der Feuerwache teil. Die Personalentwicklung der Wehr stellte Quintus als "einen der wichtigsten Punkte" in den Vordergrund. Im vergangenen Jahr zählte die Jugendfeuerwehr lediglich 73 Mädchen und Jungen und damit seit 1994 die schwächste Personalstärke, wie der Kommandant feststellen musste. "Aber wir sind dabei, entsprechend Werbung zu machen, denn wir wollen 80 bis 85 erreichen." Immerhin wechselten im vergangenen Jahr sechs Jugendliche in die aktive Wehr.
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Abstimmung-Atmosphäre bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz. Foto: Aurelia Scherrer
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Die Freiwillige Feuerwehr Konstanz zählte bis Stichtag 31.12.2003 insgesamt 332 aktive Feuerwehrleute. Im Januar diesen Jahres waren jedoch sieben Abgänge zu verzeichnen, teilweise bedingt durch Wechsel in die Altersabteilung sowie durch Wegzug und aus beruflichen Gründen. Positiv wertete Dieter Quintus die Altersstruktur der Wehr. Mit 51 Personen die stärkste Fraktion stellten die 36- bis 40-Jährigen. "Sie sind noch voller Saft und Kraft und haben genug Erfahrung. Das ist unsere Zielgruppe", so Quintus. Stolz zeigte er sich auch auf die "Krabbelgruppe" – die 48 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren - denn "das ist unser Potenzial von morgen".
2003 sei "nicht das umsatzfreundlichste Jahr" gewesen, stellte Quintus im Hinblick auf die Einsatzstatistik fest. Mit 1.059 Einsätzen, darunter unter anderem Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen, Tierrettungen und 17 Alarme von Brandmeldeanlagen, wodurch Brände bereits in der Entstehungsphase bekämpft werden konnten, lag man deutlich unter dem Jahresdurchschnitt von 1.319. Statistisch gesehen wurde die Feuerwehr alle 8,72 Stunden alarmiert. Mit einer leichten Zunahme von Brandeinsätzen liege Konstanz im landesweiten Trend, wobei der Kommandant anmerkte, dass es sich vorwiegend um Kleinbrände gehandelt habe, die für die Geschädigten nicht so gravierend gewesen seien. 28 Menschen konnten im Brandfall und 85 Menschen durch technische Hilfeleistungen gerettet werden.
Die Stadt Konstanz habe 368 000 Euro in die notwendige Ausrüstung der Feuerwehr, darunter ein neues Löschfahrzeug im Wert von knapp 320 000 Euro, investiert. Der Umbau des Gerätehauses Schulthaißstraße stehe kurz vor der Vollendung, wobei der Kommandant die Eigenleistung einiger Kameraden aus den Löschzügen 1 und 2 lobte. Gerade in Bezug auf die finanzielle Situation erinnerte der Kommandant an die letztjährige Hauptversammlung, bei der OB Frank ein Streichkonzert angekündigt hatte. Es gab letztlich doch keine Streichungen, so Quintus, "denn ohne das Geld wären wir nicht ausgekommen".
Lars Chudzinski, Leiter der Jugendfeuerwehr, stellte in seinem Rückblick fest, dass jeder Einzelne von den insgesamt sieben Jugendgruppen im Alter von 10 bis 18 Jahren 143 Dienststunden absolviert hätte. "Das ist nicht selbstverständlich in der heutigen Spaßgesellschaft", stellte Chudzinski fest, der ebenso wie alle übrigen Jugendleiter danach trachtet, Feuerwehrtechnik mit Sport, Spiel und Freizeitangeboten attraktiv zu gestalten. Nikolai Schutzbach, Leiter des Sachgebiets Öffentlichkeitsarbeit, berichtete von den erfolgreichen Aktionen, wobei er hervorhob, dass die Feuerwehr "ein Glanzlicht bei der GEWA 03" gesetzt habe. In diesem Jahr sei wieder eine Aktion auf der Marktstätte sowie an den Adventssamstagen auf dem Augustinerplatz in Planung. Der Kassenbericht für das Jahr 2003 wurde angenommen und der Kassier entlastet. Dieter Quintus gab eine Vorschau auf das laufende Jahr, hob dabei die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der Feuerwehr Dingelsdorf am 16. Juni sowie die Jubiläumsfeierlichkeiten der Berufsfeuerwehr Tabor hervor, zu denen eine Gruppe der Konstanzer Kameraden vom 7. bis 17. September mit dem Fahrrad reisen wollten.
Seit 1994 die bestehende Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz geschaffen wurde, sei nun aufgrund zahlreicher organisatorischer Änderungen sowie Änderungen des Wahlverfahrens eine Anpassung an die heutigen Gegebenheiten erforderlich geworden. Die anwesenden Feuerwehrleute stimmten der Satzung zu und beauftragten den Ausschuss mittels Abstimmung, auch den Leiter des Sachgebiets Öffentlichkeitsarbeit per Satzung in den Ausschuss aufzunehmen. Professor Hans Wolfgang Strätz stellte sich als Fachberater Notfallseelsorge vor. Peter Renker, stellvertretender Kommandant, konstatierte in seiner Ansprache, dass es trotz aller Unkenrufe auch künftig gelingen werde, Menschen für den freiwilligen Dienst am Nächsten zu gewinnen.
Sagen Sie mal…
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Professor Hans Wolfgang Strätz ist ehrenamtlicher Fachberater Notfallseelsorge bei der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz. Foto: Aurelia Scherrer
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Prof. Dr. Hans Wolfgang Strätz zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Fachberater Notfallseelsorge bei der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz haben Sie sich als „jüngstes Mitglied“ vorgestellt. Warum haben Sie sich entschieden, die Aufgabe als Fachberater Notfallseelsorge zu übernehmen?
Seit 15 Jahren bin ich Diakon in St. Georg in Allmannsdorf. In verschiedenen Gesprächen ist mit die Notwendigkeit deutlich geworden, dass die Notfallseelsorge flächendeckend angeboten werden sollte. Ich habe im Gebet in mich hineingehört und natürlich auch mit meiner Frau besprochen, ob ich vielleicht angesprochen bin; denn die Hauptaufgabe der Diakone als Diener für die anderen liegt darin, dass man sich dort einbringt, wo sich Not auftut.
Warum ist es wichtig, dass der Bereich Notfallseelsorge flächendeckend aufgebaut wird?
Das Flugzeugunglück in Überlingen ist uns allen noch in Erinnerung. Dieses schmerzliche Ereignis und viele mehr haben gezeigt, dass ein einleuchtendes Gesamtkonzept notwendig ist, um allen Betroffenen vor Ort zu helfen. Die Blaulicht-Organisationen, wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, eilen mit ihrer Fachkompetenz zu Hilfe, um Leib und Leben zu retten. In der Regel können sie sich jedoch den seelisch Betroffenen, insbesondere den Angehörigen oder Freunden der Opfer nicht eingehend genug widmen. Hier ist der Ansatzpunkt für die Notfallseelsorge, nämlich sich um diese Betroffenen zu kümmern und gleichzeitig den Einsatzkräften den Rücken freizuhalten.
Stehen Sie ausschließlich den Betroffenen vor Ort zur Verfügung?
Nein, von diesem freiwilligen Angebot können auch die Einsatzkräfte Gebrauch machen.
Hatten Sie zuvor schon Kontakte zur Feuerwehr?
Nein. Ich war lediglich beim Jugendrotkreuz. Jetzt habe ich einen Lehrgang bei der Landesfeuerwehrschule absolviert und soll im Laufe des Jahres Praxiserfahrungen bei allen Organisationen machen.
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