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04. Mai 2009 – Lastwagen verliert Pakete mit Chemikalien

Grenzüberschreitende Übung des Gefahrgut-Zuges und der Chemiewehr Thurgau

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Foto: nea (04. Mai 2009)
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Foto: nea (04. Mai 2009)
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Foto: nea (04. Mai 2009)
Ein mit Chemikalien beladener Lastwagen biegt in den Hof der Warenanlieferung von Nycomed an der Claude-Dornier-Straße ein. Plötzlich verliert der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug. So lautet der Beginn einer Übung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz mit der Chemiewehr Thurgau aus Weinfelden.
Das Vorspiel zur Übung im weiteren Verlauf: Der Lastwagen beschreibt einen Bogen, die Ladebordwand geht auf, Pakete fallen auf den Boden. Dem Fahrer gelingt es, das Fahrzeug anzuhalten und dieses zu verlassen. Als er wegläuft, beginnt eine Flüssigkeit aus dem auf der Ladefläche befindlichen Tank auszulaufen. Mitarbeiter des Unternehmens alarmieren die Feuerwehr über Notruf 112.
Einsatzleiter Klaus Menge trifft als erster an der „Einsatzstelle“ ein. Seine Erkundung ergibt, dass aufgrund der Ausdehnung und der Verschiedenartigkeit der Chemikalien die eigenen Kräfte des Gefahrgut-Zuges nicht ausreichen werden. Daher fordert er umgehend aus dem Nachbarland die Chemiewehr Thurgau an, die bei der Feuerwehr Weinfelden stationiert ist. Einsatztaktisch entscheidet er sich, die Schadensstelle zweizuteilen: Den linken Teil mit den undichten Tank soll Konstanz übernehmen, den rechten mit den Pakten die schweizerischen Kameraden.
Feuerwehrfrauen und -männer mit Atemschutzgeräten und Schutzanzügen erkunden die vorhandenen Chemikalien. Mit diesen Informationen ordnet die Einsatzleitung geeignete Maßnahmen an. Abhängig von den Stoffeigenschaften, müssen jeweils andere Transportbehältnisse verwendet werden. Die von der Ladefläche laufende Flüssigkeit – nach der Übungsannahme handelt es sich um Ameisensäure – wird in zwei Behältern aufgefangen, sodass sie sich nicht weiter im Hof ausbreitet und in den Kanal läuft. Nach einer Explosion gerät ein Container in Brand, der mit Schaum gelöscht wird.
Parallel dazu werden am Einsatzleitwagen von der Führungs-Gruppe die wichtigsten Schritte erfasst und Übersichtspläne erstellt. Da sich die Führungsstrukturen beider Feuerwehren unterscheiden, entsenden die Konstanzer eine Verbindungsperson zum schweizerischen Einsatzleiter, was die Übermittlung von Befehlen und Informationen erleichtern hilft. Die beiden Feuerwehren bauen jeweils eigene Dekontaminationsplätze auf, wo die verschmutzten Schutzanzüge gereinigt werden, bevor deren Träger von Helfern entkleidet werden.
Als interessierte Zuschauer waren Mitglieder des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr anwesend. Dieses ist Bestandteil der sogenannten Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ), die unter anderem die Beteiligung der Streitkräfte am Katastrophenschutz sowie bei Großschadensereignissen und Gefahrenlagen regelt. Über die ZMZ gelangte das Klinikum nach dem Brand im Operationstrakt an die Operationscontainer der Bundeswehr.
„Am Anfang hat’s mit der Kommunikation etwas geharzt“, sagte Tobias Greminger, der bei den Thurgauern als „Chemie-Einsatzleiter“ eingesetzt war. Das habe sich jedoch schnell gegeben, ergänzte er. „Im Großen und Ganzen hat es funktioniert“, erklärte Martin Eggmann, Kommandant der Chemiewehr Thurgau. „Es gibt jedoch Schnittstellen, die noch verbessert werden können“, regte Eggmann an.
Autor: nea – Letzte Änderung: 2009-05-13 17:39:28

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