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Berichte
04. Oktober 2003 – Im Trüben gefischtJährliche "Seeputzete" der DLRG-Rettungstaucher erstmals mit Unterstützung der Feuerwehr Kreuzlingen – 44 Fahrräder vom Seegrund gehoben( as) "Wenn alle Räder, die wir in den letzten Jahren gehoben haben, noch auf dem Seegrund liegen würden, könnte kein Schiff mehr durch den Seerhein fahren", konstatierte Karlheinz Deters von der DLRG-Ortsgruppe Konstanz während der laufenden Seeputzete. 14 DLRG-Rettungstaucher waren zwei Stunden im Unterwassereinsatz und förderten in dieser kurzen Zeit Müll zu Tage - darunter allein 44 Fahrräder - mit dem zwei Mulden gefüllt wurden.
Rege Betriebsamkeit herrschte trotz Regen und Sturmwarnung am vergangenen Samstag im Konstanzer Trichter und dem Seerhein bis zur neuen Rheinbrücke. Die Rettungstaucher der DLRG-Ortsgruppe Konstanz veranstalteten wieder die traditionelle Seeputzete mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW), der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz und erstmals der Feuerwehr Kreuzlingen. Insgesamt 32 Ehrenamtliche, darunter 14 Rettungstaucher, opferten ihre Freizeit, um einen ganzen Vormittag lang unentgeltlich den Seerhein zu entmüllen. Und das war auch bitter nötig, wie das diesjährige Müll-Ergebnis belegte.
Systematisch suchten die Taucher das Flussbett zwischen den drei Rheinbrücken ab und befestigten ihre Funde an Bojen, die von den Bootsbesatzungen der DLRG, der Feuerwehren Konstanz und Kreuzlingen und dem THW herausgefischt wurden. Und das war trotz des niedrigen Wasserstandes – der Konstanzer Pegel maß gerade einmal 2,65 Meter – sehr anstrengend, denn laut Aussage eines Rettungstauchers war die Strömung gleichwohl sehr stark. Mit 15 Grad Celsius hatte das Wasser noch angenehme Tauchtemperatur, nur die Sicht hätte etwas besser sein können. Zwar begegneten die Froschmänner, im Gegensatz zu den Tauchern im Sealife Centre, keinen beißfreudigen Muränen, aber Bernd Oser konnte immerhin von "angrifflustigen Krebsen" berichten. Auch Schwärme junger Kretzer habe er gesichtet, konstatierte der versierte Rettungstaucher. Soweit der positive Nebeneffekt für die Unterwasser-Müllmänner und –Frauen, denn das Bergen von mutwillig ins Wasser geworfenen Gegenständen ist nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig.
Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit der Feuerwehr Kreuzlingen, die erstmals bei der Seeputzete im Seerhein mithalf. Die DLRG hat derzeit nämlich ein Bootsproblem. Das sturmtaugliche Rettungsboot liege seit März auf der Werft, wo es für 12.000 Euro repariert wird, erläuterte Rolf Gruber, Erster Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Konstanz. Allerdings sind die Kosten in die Höhe geschnellt. Weitere 2.500 Euro müssen noch für ein neues Getriebe investiert werden. "Das ist das erste Mal seit über zwanzig Jahren, dass wir im Sommer kein Rettungsboot dauerhaft im Wasser hatten, sondern nur unser mobiles Rettungsboot verfügbar war", so Gruber.
Aus der Patsche half die Freiwillige Feuerwehr Kreuzlingen, die seit vielen Jahren mit der Konstanzer Feuerwehr verbunden ist und die im jährlichen Turnus gemeinsame Übungen durchführen. Es handle sich dabei um "lang gepflegte Beziehungen", erläuterte Feuerwehrmann und gleichzeitig DLRG-Rettungstaucher Christian Rössler. Die Kreuzlinger Wehr habe auch gleich das Ölwehrboot mitsamt zwei Mann Besatzung zur Verfügung gestellt. Die Schweizer Feuerwehrmänner Peter Brandes und Rolf Ginger waren auch sofort mit Feuerreifer bei diesem ehrenamtlichen Einsatz mit von der Partie. Als wichtige und wertvolle Erfahrung empfand Brandes diese Übung. Da die Kreuzlinger Feuerwehr selbst über keine eigenen Taucher verfügt, war es für die Schweizer Floriansjünger umso interessanter, mit dieser Einheit eng zusammenzuarbeiten. "Es ist wahnsinnig, was weggeworfen wird. Ohne derartige Aktionen hätten wir hier den größten Abfallberg", stellte Peter Brandes fest, um wieder in See zu stechen und schmunzelnd anzumerken: "Ich warte immer noch darauf, dass wir eine Geldkassette finden..."
Ein derartiger Schatz wurde leider nicht gehoben. Vielmehr fiel die Bilanz noch trauriger aus, als in den Vorjahren. Einsatzleiter Reinhard Weber zählte 44 Fahrräder, drei Einkaufswagen, zahlreiche Einkaufskörbe, alte Eimer, ein altes Röhrenradio, eine riesige Stahlleiter, "einen Feuerwehrgurt, aber ohne Mann" und diverse andere Dinge, wie Flaschen, die insgesamt zwei Müll-Container füllten.
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