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Berichte

04. Oktober 2005 – "Das hat mich irgendwie angemacht"

Der 70 Jahre alte Heinrich Deggelmann setzte sich bei der Feuerwehr für die Jugend ein

Heinrich Deggelmann förderte die Jugend in der Feuerwehr. Foto: Claudia Rindt
"Irgendwann muss ich die mal ordnen und einkleben." Heinrich Deggelmann wühlt sich durch einen Stapel mit Zeitungsausschnitten. Sie dokumentieren, was den 70-Jährigen in 45 Jahren bei der Feuerwehr neben Brandeinsätzen und Kameradschaft besonders bewegte: Die Jugendarbeit und die verrückten Aktionen für Treffen mit den Wehren in den Konstanzer Partnerstädten.
Heinrich Deggelmann ging 1972 auf einen 600 Kilometer langen Fußmarsch. Damals zogen Feuerwehrmänner aus Konstanz eine historische Spritze bis ins französische Fontainebleau nahe Paris. Heinrich Deggelmann war 1989 dabei, als Feuerwehrmänner mit Traktor, Gulaschkanone und Bauwagen nach Lodi fuhren. Und Heinrich Deggelmann war begeisterter Förderer der Jugend in die Feuerwehr. Für seine Leistungen auf diesem Gebiet wurde er vielfach ausgezeichnet. Der 70-Jährige weiß nicht mehr, wie viele junge Menschen er an die Arbeit bei der Feuerwehr herangeführt hat. 45 Jahre war er im Feuerwehrdienst, 17 Jahre als Stadtjugendwart, zehn Jahre als Kreisjungendwart und bis vor wenigen Jahren als Begleiter Jugendlicher auf Ferienlagern der Feuerwehr.
1962, als in Wollmatingen die erste Jugendfeuerwehr gegründet wurde, holte man ihn hinzu. Er blieb als Jugendleiter und hatte Spaß dabei. Besonders die Zeltlager sind ihm in schöner Erinnerung geblieben. Seine Frau war auch oft dabei – als Helferin in der Küche. Aber auch Heinrich Deggelmann kann "ein bisschen kochen". Auf dem Wollmatinger Dorffest kennt man seinen köstlichen Eintopf.
Die Feuerwehr bezeichnet Heinrich Deggelmann als sein "einziges Hobby". "Ich bin sonst nur im Alpenverein." Das Interesse an der Wehr wurde schon durch die Familie geweckt: Der Vater war stellvertretender Zugführer, auch sein Onkel engagierte sich in der Feuerwehr. "Das hat mich irgendwie auch angemacht."
Bei Heinrich Deggelmanns erstem Einsatz brannte ein Gutshof nieder, Tiere verendeten, ein Mensch starb durch ein Unglück am Rande des Geschehens. Der heute 70-Jährige war auch dabei, als die Feuerwehr gegen Flammen im Hohen Haus und in Lagerhallen von Klein Venedig kämpften. Die Strapazen dieser Einsätze sind ihm weniger in Erinnerung geblieben, als der Zusammenhalt unter den Feuerwehrkollegen. "Wir sind ein eingeschworener Haufen, jeder schaut nach jedem."
Claudia Rindt


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