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Berichte
05. Dezember 2004 – Notrufleitungen zeitweise blockiertBesorgte Bürger griffen zum Telefon – Im Landkreis keine Schäden nach ErdbebenDas Erdbeben von Waldkirch mit einer Stärke von 5,4 auf der Richter-Skala in der Nacht auf Sonntag hat im Landkreis Konstanz zahlreiche besorgte Bürgerinnen und Bürger zum Telefon greifen lassen. Schäden habe es laut Landratsamt und Polizeidirektion keine geben.
"Bei der Integrierten Leitstelle für die Feuerwehr und den Rettungsdienst gingen eine Vielzahl von Anrufen ein", schreibt das Landratsamt in seiner Pressemitteilung. Zeitweise seien alle Notrufleitungen blockiert gewesen; die Leitstellenmitarbeiter hatten rund eine Stunde lang in etlichen Telefonaten den besorgten Bürger Auskunft gegeben, erklärte der Pressesprecher des Landratsamtes Hendrik Roggendorf.
Polizeisprecher Fritz Bezikofer berichtete von über 100 Anrufen, die auf der Polizeidirektion und den Dienststellen im Landkreis eingegangen seien. In Singen hätten einige Bewohner ihre Häuser aus Angst verlassen, teile Bezikofer mit. Bei der Feuerwehr Konstanz gab es rund 20 Anrufe bis zum Morgen, berichtete Reinhold Maier von der Feuerwehr. Nirgendwo wurden Schäden gemeldet.
Viele Menschen wachten um 2.52 Uhr auf, als sie die mehrere Sekunden lang andauernden Erdstöße spürten oder den dadurch verursachten Lärm hörten. Eine Frau aus Konstanz berichtete, sie sei gerade beim Einschlafen gewesen, als die vier von Magneten gehaltenen Schranktüren im Schlafzimmer laut zu rütteln begannen. "Ich bekam Angst, es war gruselig", sagte sie dem SÜDKURIER. Anschließend sei sie aufgestanden und habe sich angezogen, damit sie sofort die Wohnung verlassen könne, falls es noch weitere und stärke Erdstöße gegeben hätte, erzählte sie immer noch unter dem Eindruck des nächtlichen Geschehens stehend.
Ebenfalls wurden manche Tiere von dem Erdbeben beunruhigt. So wird von einem Kater berichtet, der anschließend "rumgesponnen" habe. Auch Fotograf Oliver Hanser, der für das SÜDKURIER-Medienhaus nächtelang Partys besucht, bekam die Auswirkungen zu spüren: "Ich erhielt einen Ruck nach links, als würde ich angerempelt", schildert er sein Erlebnis auf der Party im Neuwerk. Als niemand von den noch rund ein Hundert anwesenden Gästen reagierte, dachte er an eine Kreislaufschwäche. Erst als er anderthalb Stunden später im Radio von dem Erdbeben hörte, war ihm klar, dass er keiner Sinnestäuschung erlegen war.
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