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Berichte

06. November 2006 – Rettung aus 3 Etagen

Dienst mit Steck-, Schieb- und Drehleiter – Vorstellung des Übungsentwurfs

File-id: 1023
Foto: nea (06.11.2006)
Bei einer Übung des 3. Zuges galt es 10 Personen (9 Angehörige der Jugendfeuerwehr und den Dummy) aus dem Torkel-Gebäude am Benediktinerplatz zu retten. Das Gebäude liegt zwischen Landratsamt (LRA) und Polizeidirektion. Der u-förmige Bau beherbergt das Sozial- und Jugendamt, das Rechnungsprüfungsamt (RPA) und die Kämmerei (Stadtkasse). Die Übung beschränkte sich auf den westlich (Richtung LRA) gelegenen Gebäudeteil, der das Sozial- und Jugendamt beherbergt.
Ziel der im Rahmen des Zugdienstes abgehaltenen Übung war es, alle drei wichtigen Leitertypen der Feuerwehr (Steck-, Schieb- und Drehleiter) zum Einsatz zu bringen. Dafür wurden im 1. und 2. Obergeschoss und im Dachgeschoss des Westflügel je zwei "Opfer" platziert, die ab dem Eintreffen des ersten Fahrzeugs an den geöffneten Fenstern lautstark um Hilfe riefen. So konnten die 2 Mann der Drehleiter der zuerst eintreffenden "Wache" bei der ersten umfassenden Erkundung einige Einsatzschwerpunkte sofort erkennen. Um eine (für eine Übung) sinnvolle Raumaufteilung zu erhalten, wurde darauf geachtet, dass die anleiterbaren Punkte räumlich auseinander lagen (1. OG und Dachgeschoss auf Seite LRA, sowie 2. OG Richtung Innenhof/Parkplatz/Karl-Großhans-Weg).
Um einen raschen Durchmarsch der über das Treppenhaus vorgehenden Trupps von vornherein zu unterbinden, wurden diesen mehrere Hindernisse in den Weg gelegt. So sollte verhindert werden, dass die an den Fenstern um Hilfe rufenden Personen mittels Fluchthauben über das Treppenhaus gerettet werden, ohne dass die Leitern zum Einsatz kämen. So gab es eine Brandstelle im 1. OG im Übergang zum Gebäudeostteil. Gekennzeichnet wurde diese Stelle mit Schildern ("Offenes Feuer", "Beginn" und "Ende"). Das Treppenhaus stand jedoch nicht in Flammen. Da die Trupps nicht ohne zu löschen an dieser ausgedehnten Brandstelle vorbei durften, war hier ein Aufenthalt gegeben, über dessen Länge der Trupp selbst entscheiden konnte.
Im 1. OG lag eine bewusstlose Person im Flur, so dass das Vordringen nach erfolgreicher Brandbekämpfung erneut zum Stillstand kam. Auf dem Podest zwischen 1. und 2. OG lag eine weitere bewusstlose Person. Im Dachgeschoss gab es eine weitere kleinere Brandstelle (Schild "Offenes Feuer") auf dem Flur in Richtung Giebel. Im 1. OG und im DG sorgten je ein Rauchgenerator für Sichtbehinderung.
Dieses Konzept, das Carsten Stiebler und der Autor ausgearbeitet haben, ging auf, da wie vorgesehen, die 6 an den Fenstern stehen Personen tatsächlich über die Leitern gerettet wurden. Eine weitere Herausforderung stellten die doch teilweise recht schmalen Fenster dar.
In dem Giebelzimmer im Dachgeschoss, das als Seminarraum genutzt wird, befand sich ein weiterer Jugendlicher als Opfer. Er befand sich bewusstseinsgetrübt, jedoch gehfähig, auf einem über 2 Meter hohen Podest, das nur über eine feststehende, senkrechte Leiter zu erreichen ist. Von dort ist durch eine Tür ein Zugang in den oberen Teil des Dachstuhls mit der Lüftungsanlage. Dorthin wurde der Dummy platziert. Wie erwartet wurden diese beiden "Opfer" zuletzt gefunden und gerettet beziehungsweise geborgen.
Nach der Drehleiter rückte im realistischen(!) Zeitabstand das LF 16/12 an, das von der Übungsleitung abgerufen wurde. Kurz danach traf der Kombi 6/19 mit Hans-Jürgen Oexl als Brandmeister von Dienst ein. Nach einer weitere realistischen Zeitspanne, rief die Übungsleitung das LF 8 ab. Der Kombi war nicht mit Mannschaft besetzt worden – schließlich sollten die tragbaren Leitern zum Einsatz kommen.
Hans-Jürgen Oexl teilte die Einsatzstelle in zwei Abschnitte ein: DL und LF 8 auf Seite Landratsamt (Rettung/Brandbekämpfung über DL und Steckleiter) und das LF 16/12 beim Parkplatz (Rettung/Brandbekämpfung über Schiebleiter und Treppenhaus). Er veranlasste "virtuell" unter Anderem weitere Dinge: Alarmierung weiterer Löschbereiche, Festlegung des Aufstellungsortes für die Führungs-Gruppe und der Verletztensammelstelle sowie die Zu- und Abfahrt für den Rettungsdienst. Einsatzleiter Oexl führte mangels tatsächlich vorhandener Führungs-Gruppe auf einem Stück Papier eine Lageskizze, die ihm und den Gruppenführern die Orientierung deutlich erleichterte. Auch bei dieser Übung wurde wieder einmal deutlich, wie schwer es ist, eine zuverlässige Anzahl der geretteten Personen zu erhalten. Aufgrund doppelter Meldungen und Übergaben von Verletzten zählte er zwischenzeitlich 12 anstatt maximal 10.
Für die knapp 20 Zugsmitglieder keine leichte Aufgabe, aber im Rahmen einer Zugsübung durchaus zu bewältigende Aufgabe. Die Vielzahl an Aufgaben sorgte für einen entsprechenden Stress. Verzichtet wurde auf die Einspielung eines Atemschutznotfalles, die es bei einem stärkeren Personalbestand gegeben hätte.
Durch die Zentrale wurden Polizei und Leitstelle über die Übung vorab informiert. Rauch – und vor allem schreiende Menschen – ziehen Schaulustige an, die nicht einschätzen können, ob es sich um einen Ernstfall oder eine Übung handelt. Eine Brandmeldeanlage besitzt das Torkel-Gebäude nicht. Dank der engagierten Mitarbeit von Wolfgang Schwarz vom RPA konnte eine spannende Übung innerhalb kurzer Zeit verwirklicht werden. Erfreulich auch, dass wir bei den beteiligten Amtsleitern auf großes Entgegenkommen gestoßen sind.
Autor: nea – Letzte Änderung: 2006-11-08 01:50:30

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06. November 2006 – Übung: Rettung aus 3 Etagen


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