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Berichte
08. Dezember 2010 – Erster Einsatz für den Abrollbehälter Wasserförderung | | Foto: Andreas Knäble (08. Dezember 2010) |
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Wegen der starken Regenfälle in den Tagen davor und der Schneeschmelze trat der Weiher in Meersburg zwischen der Oberstadt und der Bundesstraße in der Nacht auf den 8. Dezember über die Ufer und setzte einen Straßenzug samt der Keller der dortigen Wohnhäuser unter Wasser.
Die FF Meersburg versuchte mit 2 TS 8/8 den ansteigenden Wasserspiegel des Weihers in den Griff zu bekommen; der Zufluss war jedoch größer, als der Abfluss und die Pumpenleistung der beiden Tragkraftspritzen, sodass der Einsatzleiter in Absprache mit dem Kreisbrandmeister des Bodenseekreises den Abrollbehälter (AB) Wasserförderung und die Hochleistungspumpe des THW Überlingen über die Leitstelle Bodenseekreis anforderte.
Daher klingelte bei Andreas Knäble nachts um 3 Uhr das Telefon und die Einsatzzentrale der Konstanzer Feuerwehr fragte im Auftrag der Leitstelle die Anmarsch- und Rüstzeiten für den AB Wasserförderung nach. Da der AB derzeit im Gerätehaus Altstadt in zweiter Reihe abgestellt ist, das entsprechende Wechselladerfahrzeug aber im Gerätehaus Wollmatingen steht und erst abgesattelt werden muss, wurde geschätzt, ganz knapp die 4-Uhr-Fähre in Staad erreichen zu können. Vor Ort wurde mit 30 bis 40 Minuten Rüstzeit inklusive Auslegen einer 1,3 Kilometer langen F-Schlauchstrecke bis „Wasser marsch“ gerechnet.
Da derzeit nur Burkhard Romer und Andreas Knäble vom holländischen Hersteller auf dieses Gerät eingewiesen sind, musste von der Zentrale erst die Verfügbarkeit von Burkhard Romer überprüft werden, da er dieser Zeit Urlaub hatte. Da er ebenfalls verfügbar war, wurde der Leitstelle Bodenseekreis gegen 3:10 Uhr die Zusage erteilt, mit der 4-Uhr-Fähre das Gerät nach Meersburg zu können. Nachdem es etwas knapp wurde, die Fähre pünktlich zu erreichen, wurde der Fährbetrieb über den Überlandhilfeeinsatz verständigt und angewiesen, das Fährschiff auf das Einsatzfahrzeug warten zu lassen; die Fähre legte schließlich mit einer 10-minütiger Verspätung ab und erreichte dank erhöhter Drehzahl bereits um 4.20 Uhr das gegenüberliegende Ufer.
Ein Lotsenfahrzeug geleitete die Konstanzer vom Fährhafen Meersburg an die Einsatzstelle. Dort war das THW bereits dabei, die eigene Hochleistungspumpe aufzubauen. Rund 2 mal 400 Meter F-Schläuche waren bereits in Richtung Seeufer verlegt. Der Auftrag lautete also zunächst, diese beiden Schlauchleitungen zu verlängern; mit einem Blick wurde erkannt, dass das THW auf seinen Schläuchen andere Kupplungen verwendete, als die Feuerwehr, sodass kurzerhand zwei Adapter durch Abschneiden zweier kurzer F-Schläuche der FFK gebaut wurden.
Nachdem einige Stunden mit etwa 4000 l/min bis 5000 l/min gepumpt wurde, kam die Pumpe der Feuerwehr Konstanz doch noch zum Einsatz, denn der Pegel des Weihers nahm nur zögerlich ab. Dafür wurde eine der beiden verlegten F-Schlauch-Linien auf unsere Pumpe umgehängt, Damit konnten mit beiden Pumpen etwa 8000 l/min bis 10 000 l/min gefördert werden. Hierfür war die Anfertigung eines dritten Adapters notwendig.
Nach einigen weiteren Stunden platzte ausgerechnet auf dem kurzen, parallel zur Bundesstraße verlaufenden Teilstück der Schlauchstrecke ein Schlauch des THW, sodass binnen kurzer Zeit der gesamte Verkehr auf der stark befahrenen Straße zum Erliegen kam. Da der gesamte Schlauchvorrat des THW verbaut war, konnte der defekte Schlauch nur durch Herausnehmen am Pumpenausgang und dortigem Verlängern mit einem Schlauch der FFK ersetzt werden.
Mit abnehmendem Pegel im Weiher konnte auch endlich der durch Schieber-Hölzer verbaute Abfluss des Weihers erhöht werden, da der nachlassende Druck auf die Hölzer nun ein Ziehen derselben zuließ. Dadurch war der Abfluss ausreichend groß, um die Pumpaktion um 15.30 Uhr am Nachmittag beenden zu können. Das maschinell unterstützte Zurücknehmen der F-Schläuche war nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit zu schaffen, sodass Nässe, Kälte und Dunkelheit die Aufräumarbeiten erschwerten.
Insgesamt war die Pumpe des AB Wasserförderung rund 7 Stunden im Einsatz, verlegt wurde fast der gesamte Schlauchvorrat an F-Schläuchen in zwei parallel laufenden Linien, lediglich 3 mal 50 Meter Schlauch von den insgesamt 1800 Mater Schlauchmaterial befanden sich noch auf dem Abrollbehälter. Bei einem Verbrauch von rund 20 Liter Diesel je Stunde mussten insgesamt 140 Liter Diesel aus Kanistern an der Einsatzstelle nachgetankt werden.
Die Zusammenarbeit mit der Meersburger Feuerwehr dem THW Überlingen war sehr gut. Der Meersburger Bürgermeister Martin Brütsch war die meiste Zeit anwesend und bedankte sich bei allen Kräften. Nach rund 18 Stunden erreichten die Konstanzer wieder ihre inzwischen kalt gewordenen Betten und machten erst mal den Tag zur Nacht, indem sie bis in den Nachmittag hinein ausschliefen! Autor: Andreas Knäble – Letzte Änderung: 2010-12-17 20:05:36
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