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Berichte

08. Februar 2005 – Toter bei Dachstuhlbrand

Verbarrikadierte Türen und Fenster erschwerten Zugang – Aufwändige Löscharbeiten

Bei einem Dachstuhlbrand in der Allmannsdorfer Straße verlor in der Nacht auf Faschingsdienstag ein Mann sein Leben. Feuerwehrleute retteten den 1939 geborenen Mann aus dem Dachgeschoss. Ein Notarzt und der Rettungsdienst konnten ihn wiederbeleben. Im Konstanzer Klinikum verstarb der Mann jedoch kurze Zeit später.
 
Fotos: Martin U. Scheerer
Gegen 1.10 Uhr bemerkte der Sicherheitsdienst auf dem Gelände des Konstanzer Klinikums die starke Rauchentwicklung in der rechten Hälfte des Zwei-Familien-Hauses und alarmierte die Freiwillige Feuerwehr. Die rasch an der Einsatzstelle eintreffenden Feuerwehrleute fanden im brennenden Dachgeschoss einen leblosen Mann. Sie brachten ihn eine Etage tiefer ins vom Brand nicht betroffene erste Obergeschoss, wo sie mit der Wiederbelebung begannen. Einem Notarzt und dem Rettungsdienst gelang diese erfolgreich. Kurz nachdem er im Klinikum eingeliefert worden war, verstarb der 1939 geborene Mann jedoch an den Folgen der Verletzungen.
Probleme hatte den Feuerwehrfrauen und -männer der Zugang ins Gebäude bereitet, da das Haus von Innen regelrecht verrammelt war: Türen waren verbarrikadiert und Drähte an den Griffen verhinderten ein problemloses Öffnen der Fenster. An der Gebäudevorderseite bildete das Küchenfenster im Erdgeschoss mittels einer Klappleiter den Erst-Zugang ins Haus. Die Haustüre konnte nicht mit vertretbarem Aufwand begehbar geöffnet werden. Vom Garten auf der Gebäuderückseite war über eine weitere Tür der Zugang später möglich, nachdem eine Eisengittertür zum Garten geöffnet werden konnte.
Über eine zweiteiliger Steckleiter gelangten die Feuerwehrleute auf einen Balkon, der im rechten Winkel um die hintere rechte Gebäudeecke führt. Von dort konnten sie mit weiteren zwei Steckleitern das Dach erreichen. Zwei Strahlrohre nahmen die Einsatzkräfte über das Treppenhaus vor, ein weiteres Strahlrohr setzten sie wechselweise über die Drehleiter und den Balkon ein. In der Nachbarhaushälfte ließ Einsatzleiter Uwe Jordan vorsorglich ein weiteres Strahlrohr in Stellung bringen, falls das Feuer durchbrechen sollte.
Der Brand war im Dachstuhl – ausgebaut mit Bade- und Schlafzimmer und Abstellraum – ausgebrochen. Eine Zwischendecke, viel Papier und anderes massenhaft vorhandenes Lagergut waren entflammt und mussten aufwändig ausgeräumt werden. Mit der Motorkettensäge sägten die Feuerwehrleute die Zwischendecke auf, um an Glutnester heranzukommen. Flammen brachen während der Löscharbeiten im Innern durch die Dachhaut auf der Gebäuderückseite. Jetzt war es möglich, dem Brandherd über die Drehleiter erfolgreich zu Leibe zu rücken. Gegen 2.45 Uhr ließ Einsatzleiter Uwe Jordan den Löschbereich Wollmatingen alarmieren, um die Einsatzkräfte abzulösen. Vor allem die Atemschutzgeräteträger waren nass und verschwitzt.
Wegen der herrschenden Minusgrade gefror das Löschwasser recht schnell und bildete spiegelglatte Flächen. Mit Streusalz bannten die Feuerwehrler die Sturzgefahr. Sie schieberten die Gaszufuhr ins Haus ab und schalteten den Strom ab. Der Bereitschaftsdienst von den Stadtwerken schaltete die Haushälfte stromlos. Ein Gelenkbus der Linie 4 – aus Richtung Allmannsdorf kommend – musste seine Fahrt unterbrechen. Er konnte erst später wenden und die Fahrt fortsetzen.
Während des Brandes befanden sich keine weiteren Personen in der Wohnung. Die Polizei schätzt die Schadenshöhe auf rund 100 000 Euro . Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei hat noch während des Feuerwehreinsatzes die Ermittlungen aufgenommen. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte bis gegen 8 Uhr.

Brandursache

Der Brand ist mit großer Wahrscheinlichkeit durch einen technischen Defekt verursacht worden, berichtete am Mittwochnachmittag die Polizei. Die Ermittlungen des Brandsachverständigen und der Kriminalpolizei Konstanz ergaben, dass eine schadhafte Stromleitung, in der Zwischendecke des Dachstuhls einen Holzbalken in Brand setzte.
Eine beschädigte Isolierung oder ein Knick im Kabel dürfte zu einer sogenannten "Stromverschleppung" geführt haben. Darunter verstehen die Fachleute das Fließen eines Stromes außerhalb des vorgesehen Leitungsweges. In der Zwischendecke könnte der Strom teilweise durch Schilf geflossen sein, mit dem die Zwischendecke ausgekleidet war; dabei hatte die Stromsicherung nicht ausgelöst. Die so entstandene Wärme setzten Stroh und Holz in Brand. Die ursprüngliche Kabelinstallation des Hauses stammte aus den 30-er Jahren.

Foto-Galerien

Martin U. Scheerer
Oliver Hanser


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