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Berichte
09. Dezember 2003 – Klagen über "Feuerwehr-Rambos"Eingeschlagene Scheibe an Geldtransporter mit Folgen – Kommandant: Keine andere WahlEin Fehlalarm in einem Kaufhaus an der Markstätte hat Folgen. Die Feuerwehr wurde jüngst alarmiert, weil Rauchschwaden von einem Maroni-Stand zum Rauchmelder im Kaufhaus zogen und Alarm auslösten (wir berichteten). Drei Feuerwehrwagen mussten sich zwischen den Weihnachtsmarkt-Ständen hindurch über die Markstätte kämpfen. Ein Geldtransporter stand im Weg. Die Feuerwehrleute schlugen eine Scheibe an dem Fahrzeug ein. Nun beschwert sich Konrad Szorg, Geschäftsführender Gesellschafter des Transportunternehmens, über die "Feuerwehr-Rambos"
Der Schaden betrage rund 6 000 Euro, so das Unternehmen. Denn neben der Scheibe seien hohe Kosten für einen Leihwagen entstanden. Ihn ärgere aber vor allem die Reaktion von Feuerwehr-Kommandant Dieter Quintus, schreibt Szorg. So habe der oberste Feuerwehrchef über die Fahrer des Geldtransporters geschimpft und Anzeigen angekündigt. Zudem sei es zu Beschwerden an höchster Stelle gekommen. Der Kommandant habe sich wohl austoben wollen, zumal es auf dem Weihnachtsmarkt viele Zuschauer gebe.
Dieter Quintus kann die Aufregung nicht verstehen. Das Rechtsamt der Stadt habe den Fall in der Tat angezeigt. Die Marktstätte kann von 6 bis 10 Uhr befahren werden. Für den Geldtransporter gebe es eine Sondergenehmigung für die Zeit von 10 bis 12 Uhr. Der Zwischenfall spielte sich aber nachmittags ab. Zudem gebe es die Auflage, dass eine Person im Fahrzeug bleiben müsse, erläuterte Quintus.
Für den Kommandanten ist der Fall klar: Bei einem Einsatz kann er nicht lange fackeln. "Fünf Minuten sind ne Ewigkeit." Man habe einige Minuten auf die Fahrer gewartet. Dann schlug man mit der Axt die Scheibe einer Tür ein. "Das ist nicht der erste Wagen, den wir auf diese Art und Weise aufbrechen." Die Feuerwehr weist immer wieder darauf hin, dass bei einem Brand in der eng bebauten Altstadt jede Minute kostbar ist. Anwohner hätten sich anderntags für das schnelle Handeln bedankt.
Aus Sicht von Konrad Szorg gab es andere Möglichkeiten. Gegenüber vom Geldtransporter hätte man ein kleines Vorzelt mit wenig Aufwand wegschieben können, argumentiert er. Dieter Quintus kontert: Es habe keine Alternative zum Einschlagen der Scheibe gegeben. Hätte der Fahrer des Geldtransporters seinen Wagen nur einen Meter weiter nach vorne gestellt, wären die drei Einsatzfahrzeuge durchgekommen, sagte er.
Die Feuerwehrleute mussten das Fahrzeug nicht wegschieben. Denn kaum war die Scheibe kaputt, kam der Fahrer. Es wäre ihnen zudem nicht gelungen, den Geldtransporter zu bewegen. Das sei nicht möglich, berichtete Konrad Szorg. Der Wagen sendet Funkalarme und sperrt Bremsen, Elektrik und Treibstoff selbst.
Josef Siebler, Südkurier
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