.
    Freiwillige Feuerwehr Konstanz
Home Einsätze Übungen Meldungen [Login] [HOME]
Berichte

09. September 2004 – Mit dem Rad nach Tábor – 3. Tag – Erschöpft

Am Vorabend waren die müden Kämpfer schon um 21:30 Uhr ins Bett gefallen. Am Morgen starteten sie wieder um 8 Uhr. Die morgendliche Temperatur lag bei kühlen 7 °C. Die strapazierten Muskeln machten sich nun deutlich bemerkbar.
Der Verlauf der Strecke hörte sich bei Klaus Koch, der wieder per Mobiltelefon die Berichterstattung übernahm, so an: "Viele, viele Berge – sehr viele Berge". Bis zu 1000 Meter über dem Meer führten die Wege, zwischendurch sei es dann hin und wieder runter auf 600 oder 700 Meter gegangen. Der tschechische Etappenort Písek liegt auf 378 Meter über dem Meer.
Für Klaus Koch kam kurz nach der Abfahrt das vorläufige Aus: Die beiden Innenmenisken, die sich gestern schon schmerzend bemerkbar gemacht hatten, verhinderten ein Weiterfahren auf dem Rad. Nach Philippsreut kam für Florian Ströbele das vorzeitige Ende für den heutigen Tag: sein linkes Knie war dick angeschwollen. Er musste im Begleitfahrzeug Platz nehmen. Auch Daniel Frank musste pausieren. Er konnte jedoch ab Vodnany wieder in den Sattel sitzen und die etwas über 20 Kilometer radelnd zurücklegen. Peter Eisenhauer, Sven Reuter und Dieter Uecker hielten bis zum Nachmittag durch. Gegen 17 Uhr erreichten sie das Ziel Písek. Dort sei schon alles zum Schlafen hergerichtet. Die dortigen Feuerwehrkameraden hielten sich gegenüber den deutschen Gästen etwas bedeckt, sie wirkten "schücktern", berichtete Klaus Koch. Möglicherweise ist das durch die bestehende Sprachbarriere bedingt.
Trotz Allem sei die Stimmung gut und es gab unterwegs einiges zu erleben: Nach der Grenze verfuhren sich die Radler mehrfach; "in Tschechien herrscht ein Schilderdurcheinander", ärgerte sich Koch. Die Entfernungsangaben veränderten sich offensichtlich in nicht nachvollziehbarer Weise. So war es denn auch kein Wunder, dass 167 Kilometer statt der veranschlagten 135 zurückgelegt werden mussten.
Bevor sie jedoch über die Grenze nach Tschechien gingen, bekamen sie noch Besuch von einem Mann, der zu ihnen auf den Rasthügel gestiegen kam. Er stellte sich als ein Herr Tritschler vor. Wie sich alsbald ergab, ist Tritschler ebenfalls Angehöriger einer Freiwilligen Feuerwehr, nämlich der aus Philippsreut. Im Hauptberuf ist er jedoch Zollbeamter und so lud er die Fahrradtruppe zu einem Kaffee auf dem nahen Zollamt ein.
Herr Tritschler erwies sich kurze Zeit später denn auch als Glücksbringer: Beim Grenzübertritt stellte sich heraus, dass Florian Ströbele seinen Ausweis vergessen hatte. Auch kein anderes Dokument konnte er vorweisen, anhand dessen er identifiziert hätte werden können. Schließlich konnte durch tatkräftige Unterstützung von Herrn Tritschler und mehreren Telefonaten mit dem noch in Konstanz befindlichen Kommandanten Dieter Quintus eine Mehrtagesbescheinigung erstellt werden, die es Florian Ströbele ermöglichte nach Tschechien einzureisen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde war die Klippe erfolgreich umschifft. Interessant wäre zu spekulieren, wie diese Geschichte zu Zeiten des Kalten Krieges und des Eisernen Vorhangs ausgegangen wäre…
Da die Radtruppe in Písek nicht an einen Internet-Anschluss kommt, muss für heute auf Fotos leider verzichtet werden. Sprachschwierigkeiten erleichterten nicht gerade die Suche nach einem geeigneten PC. Klaus Koch hofft, dass es in Tábor eine Möglichkeit geben wird, Bilder übers Internet zu versenden.
Am Morgen wollen sich alle 6 wieder auf die Räder setzen. Klaus Koch hofft mit dem Einschmieren seiner Knie noch bis Tábor durchhalten zu können. Am Abend wolle man versuchen zu klären wie weit es von Písek bis Tábor ist. Ursprünglich waren 44 Kilometer errechnet worden. Aber laut Beschilderung könnten es 47 oder 56 Kilometer sein, befürchtete der Berichterstatter.


/


ba14ee/484a4d

Home Einsätze Übungen Meldungen [Login] [HOME]
.