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Berichte
10. November 2006 – Unterstützung aus den Nachbarstädten geholtAufwändige Jahreshauptprobe Allensbacher Feuerwehr in den Schmieder-KlinikenEs ist Freitag gegen 17:45 Uhr als in den Allensbacher Schmieder-Kliniken ein Feuer ausbricht. Der Rauch – dargestellt durch Theaternebel aus einer Maschine – breitet sich schnell im Flur des dritten Obergeschosses des Hauses Säntis aus, aufgehalten von den beiden geschlossenen Türen am Flurende, so dass die Treppenhäuser rauchfrei bleiben. Ein automatischer Rauchmelder an der Decke erspürt den Rauch und meldet dies an die Brandmeldezentrale (BMZ) beim Empfang.
Über diese Einheit werden automatisch und umgehend mehrere Dinge gesteuert: Die Leitstelle in Radolfzell wird informiert, die über Funkmeldeempfänger ("Piepser") und Sirenen alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Allenbach und der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes alarmiert. Gleichfalls alarmiert die BMA über Piepser die in den Häusern anwesenden Mitarbeiter, im Empfangsbereich leuchtet eine Anzeige in roter Schrift auf, die das Ereignis und den Ort anzeigt und am Schlüsseltresor vor dem Haupteingang blinkt eine rote Lampe.
Rund sieben Mitnuten später trifft das erste Allensbacher Feuerwehrfahrzeug ein. Noch auf der Anfahrt hat der Einsatzleiter Friedbert Singler die Drehleitern aus Konstanz und Radolfzell zur Unterstützung angefordert. Aus dem Schlüsseltresor, der sich nur öffnen lässt, wenn ein Brandalarm "ansteht", kann er den Generalschlüssel entnehmen. Zuvor muss er mit einem Schlüssel ein weiteres sehr stabiles Türchen öffnen.
Singler erkundet umgehend die Brandstelle und weist seine ersten Atemschutztrupps an, zur Menschenrettung und Brandbekämpfung ins dritte Obergeschoss vorzudringen. Während diese nach oben eilen, werden unten die ersten Löschleitungen verlegt. Kurz darauf treffen weitere Feuerwehrfahrzeuge ein und werden vom Einsatzleiter mit Aufgaben betraut.
Schnell wird klar, dass viele Patienten und Mitarbeiter, die von Jugendfeuerwehrangehörigen gespielt werden, von Feuer und Rauch bedroht sind. Einige von ihnen machen sich lautstark rufend auf den Balkonen bemerkbar. Friedbert Singler beordert daher der Allensbacher und der Konstanzer Drehleiter – letztere traf 16 Minuten nach der Alarmierung ein – in den Innenhof und die Radolfzeller zu einer recht engen Aufstellfläche zwischen zwei Gebäuden beim Haupteingang.
Die übers Treppenhaus und die Drehleitern geretteten Menschen werden dem Rettungsdienst übergeben, der eine "Verletztensammelstelle" eingerichtet hat. Dort halten sich auch drei Notfallseelsorger auf, um bei Bedarf Beistand zu leisten. Insgesamt werden 14 "Opfer" gerettet.
Von Verwaltungsleiter Peter von Skwarski ist zu erfahren, dass sich um diese Uhrzeit rund 80 Mitarbeiter in den Häusern aufhalten, die rund 230 Patienten pflegen, die teilweise bettlägrig sind. Die Mitarbeiter würden für solche Ereignisse geschult, erklärte er, weitere Mitarbeiter könnten bei Bedarf nach dem bestehenden Alarmplan hinzugerufen werden.
"Das war nicht das Kleine Einmaleins der Feuerwehr, sondern eine Gleichung mit mehreren unbekannten", sagte Helmut Richter beeindruckt, der als Stellvertretender Kreisbrandmeister die Übung beobachtet hatte, in der Nachbesprechung im Allensbacher Feuerwehrhaus. Er empfahl, sich bei solch umfassenden Lage Unterstützung von einer Führungs-Gruppe der Nachbarfeuerwehren zu holen.
Bürgermeister Helmut Kennerknecht hatte die Übung gleichfalls aufmerksam verfolgt. "Das ist wohl das anspruchvollste, was es geben kann", sagte er im Feuerwehrhaus. "Sie haben bei dieser riesigen Haurausforderung wieder das Beste gegeben", lobte der Bürgermeister.
Rund 80 Frauen und Männer der Hilfsorganisationen haben an der Übung teilgenommen, die wieder vom Film- und Videoclub Konstanz mitgeschnitten wurde.
Autor: nea – Letzte Änderung: 2007-01-23 01:21:55
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