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Berichte

11. Juni 2010 – Bodensee-Schifferpatent-Ausbildung abgeschlossen

Bereits am 19. August 2009 begannen elf Kameraden der Ölwehr ihre Ausbildung zum Bootsführer für die Mehrzweckboote (MZB, Arbeitsboote): An acht Unterrichtsabenden wurde zum einen alles notwendige vermittelt, um die Theorie-Prüfung zu bestehen, aber darüber hinaus auch Dinge, die zwar nicht prüfungsrelevant sind, aber als „ungeschriebene Gesetze“ gelten, so wie der „Knigge auf See“: grundsätzliches Verwenden eigener Leinen und Fender, wer grüßt wen, Flagge setzen und einholen, Betreten fremder Boote grundsätzlich über das Vorschiff, …. Aber auch die Unterschiede zwischen „Schönwetterkapitän“ und Anforderungen an Bootsführer der Feuerwehr im Einsatz beim Ölsperren verlegen, bei der Wasserrettung oder Schiffsbrandbekämpfung wurden aufgezeigt.
Selbstverständlich konnte an diesen Abenden der Lehrstoff und die rund 250 Prüfungsfragen nicht erschöpfend behandelt werden, es wurden jedoch insbesondere alle Inhalte besprochen, wo über das bloße Auswendiglernen hinaus der Stoff auch verstanden sein muss. Jeder Prüfling hatte sich darüber hinaus zuhause den übrigen Lehrstoff selbst erarbeiten. Für das Heimstudium wurde den Kandidaten der Kauf eines entsprechenden Lehrbuches empfohlen und ihnen darüber hinaus vom Ausbilder Andreas Knäble zusammengestellte Unterlagen bis hin zu Übungs-Bögen für die Theorie-Prüfung und Übungsleinen für die Knotenkunde zur Verfügung gestellt.
Parallel zum Theorie-Unterricht begann Ende August 2009 auch die Praxis-Ausbildung mit einem der Arbeitsboote. Hier wurden sowohl die Standard-Prüfungsmanöver Ablegen, Anlegen und „Mann über Bord“ geübt, aber auch sämtliche Manöver wie „Einfahren in eine Box vorwärts oder rückwärts, Wenden auf engem Raum, Ankermanöver, …. Bei jeder Übungsfahrt hatten die angehenden Bootsführer sämtliche Knoten zu üben, deren Verwendungszweckzu nennen sowie die Vor- und Nachteile zu beschreiben.
Besondere Aufmerksamkeit wurde der ungewöhnlichen Antriebsart unserer Mehrzweckboote geschenkt: Der um 360 Grad rundum ohne Anschlag drehbare Wasserstrahlantrieb ist gegenüber den klassischen Antriebsarten „starre Welle“ oder Außenborder beziehungsweise „Z-Antrieb“ doch sehr gewöhnungsbedürftig und stellte die Kandidaten insbesondere beim Anlegemanöver vor besondere Herausforderungen: Beim Umstellen von Vorwärts auf Rückwärts ist der gesamte Antrieb um 180 Grad zu drehen, bevor wieder eingekuppelt werden kann.
Im Oktober stand dann die theoretische Prüfung für Alle an, wobei drei Kameraden auch die Prüfungsfragen für den Segelschein beantworteten, da sie privat im nächsten Jahr die Segel-Praxis zusätzlich ablegen wollten. Am selben Tag absolvierten aber bereits zwei Kandidaten auch die praktische Prüfung bei Andreas Ellegast, dem Leiter des Schifffahrtsamtes. Die beiden Kameraden Sebastian Schiepp und Fabian Pagel haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zusammen mit der praktischen Prüfung auch den Prüfungsteil „Navigation“ abzulegen, der zwar am Bodensee nicht für die Prüfung notwendig ist, aber bei weitergehender Ausbildung an Nord- oder Ostsee (Küstenschifferschein) zum kompletten Erlass der sonst auch dort notwendigen praktischen Prüfung führt.
Nachdem das Mehrzweckboot wegen sich verschlimmerndem Verhalten beim Einkuppeln des Antriebs (Reaktionszeiten von 2 bis 12 Sekunden) und ständiger Überhitzung des Kühlwassers Anfang November außer Dienst gestellt werden musste, konnte die praktische Prüfung für die übrigen neun Kandidaten nicht mehr gemacht werden.
Nach einer Zwangspause über den Winter, in der sowohl die Kupplung des Antriebs ausgetauscht als auch ein neuer Zylinderkopf montiert wurde, konnte die praktische Ausbildung wieder Mitte April 2010 aufgenommen werden. Andreas Dummel von der Wasserschutzpolizei nahm schließlich am 11. Juni 2010 Christoph Dannegger, Michael Hamann, Lars Heilmann, Andreas Köberlin, Christoph Motz, Dominik Oser, Ferdinand Oser, Eric Olschewski, Sebatian Schiepp und Andreas Wilhelm die praktische Prüfung ab.
Als Praxis-Ausbilder standen die Helge Hamann, Leiter der Ölwehr, Lars Chudzinski, Martin Kürschner und Andreas Knäble zur Verfügung. Insgesamt wurden:
  • 8 Unterrichtsabende abgehalten mit insgesamt 30 Ausbilderstunden, insgesamt 160 Mannstunden,
  • an 42 Tagen mit dem MZB gefahren und dabei 120 Ausbilder- und MZB-Betriebsstunden aufgebracht, insgesamt 357 Mannstunden
  • in der Summe 150 Ausbilderstunden, insgesamt 517 Mannstunden aufgebracht
Den Kandidaten wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz die Prüfungsgebühr beim Schifffahrtsamt des Landratsamtes übernommen und als Eigenanteil die Kosten für das Lehrbuch und die ärztliche Tauglichkeits-Untersuchung abverlangt.
Autor: Andreas Knäble


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