.
    Freiwillige Feuerwehr Konstanz
Home Einsätze Übungen Meldungen [Login] [HOME]
Berichte

11. Oktober 2007 – Container statt Feuerwache

Wegen fehlender Räume war die Gebhardschule vor acht Jahren mit zwei Klassenzimmern in die Feuerwache eingezogen. Nun will die Feuerwehr die Räume zurück haben, um sie für Lehrgänge nutzen zu können. Großen Streit gibt es dennoch nicht: Schließlich will auch die Schule aus der Wache ausziehen.
Elke Großkreutz, Chefin der Gebhardschule, blickte im Ratssaal zu Feuerwehrkommandant Dieter Quintus. "Wenn wir noch mehr Distanz hätten, würde unsere Beziehung noch besser", sagte die Schulrektorin mit feiner Ironie. Dann kämpften Kommandant und Rektorin vor den Räten im Haupt- und Finanzausschuss gemeinsam darum, dass Schule und Feuerwache wieder räumlich getrennt werden.
Wegen fehlender Räume war die Schule vor acht Jahren mit zwei Klassenzimmern in die Feuerwache eingezogen. Sie schätzten sich, sagten Großkreutz und Quintus. Doch seien sie ebenso so sicher, dass beide Aufgaben nicht in ein Haus passten.
Dass leuchtete den meisten Räten ein, auch wenn nicht alle so dramatisch wurden wie Gabriele Weiner (Freie Wähler), die in einem Katastrophenfall gleich den Krisenstab neben friedlich lernenden Schülern sah. Die Feuerwehr will die Räume vor allem für Lehrgänge nutzen. Und so zog Oberbürgermeister Horst Frank seine Vorlage zurück, in der er der Feuerwehr zwar die Räume zurückgeben wollte, für die Schule aber den Bau zweier neue Zimmer auf dem Dach der Wache vorsah. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Jürgen Leipold, sagte: "Das ist ein Vorschlag, mit dem sie weder bei der Feuerwehr noch bei der Gebhardschule Begeisterung auslösen."
Schwerer erwies sich die Suche nach einer besseren Lösung: Eine Verlegung der Feuerwache gilt als ausgeschlossen. Dies würde nicht nur rund 15 Millionen Euro kosten. Die Wache muss zentral gelegen sein, damit die anrückenden freiwilligen Retter im Einsatzfall schnell dort sind. Die SPD schlug darum vor, die ohnehin marode Turnhalle auf dem Schulgelände durch einen Neubau zu ersetzen und auf diesem die neuen Klassenräume einzurichten. Ein Vorhaben, das Frank nun von der Verwaltung prüfen lässt. Der Oberbürgermeister brachte aber überraschend noch eine andere Lösung ins Gespräch: "Wir müssen darüber reden, brauchen wir eine neue Realschule oder wollen wir alles am Standort Theodor-Heuss-Realschule machen." Und mit Blick auf den Ausbau des Stadtteils Petershausen an der Bahn sagte SPD-Rat Herbert Weber auch die Gebhard-Grund- und Hauptschule werde einst zusätzliche Kapazitäten brauchen.
Am Ende schließlich stand ein Kompromiss: Schon im November wollen die Räte über Container am Rande des kleinen Parks am Gebhardsplatz entscheiden. In diese sollen die extra Klassenräume untergebracht werden. Ein Ja zu diesem Vorschlag gilt als sicher, auch wenn Grünen-Rätin Inge Egler die Freifläche verteidigte, als gehe es um die letzten Quadratmeter tropischen Regenwaldes. "Nicht übers Knie brechen" (Frank) will die Stadtverwaltung das Ausarbeiten einer dauerhaften Lösung, also die Antwort auf Fragen wie: neue Turnhalle oder neue Schule? Für Qunitus und Großkreutz bedeutet die Container-Lösung aber schon einmal die Trennung in absehbarer Zeit. Worauf beide in trauter Eintracht den Ratssaal verließen.
Autor: Frank van Bebber – Letzte Änderung: 2007-10-15 15:18:16


/


767507/d1e937

Home Einsätze Übungen Meldungen [Login] [HOME]
.