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rin) "Übung ist wie Einsatz", diesen Leitsatz dürfen Mitglieder der Höhenrettungsgruppe der Konstanzer Feuerwehr nie vergessen. Ein dummer Fehler könnte sie auch im Training in Lebensgefahr bringen. In den nicht mehr genutzten Industriehallen von Great Lakes überdachten die kletternden Retter jeden Schritt doppelt und dreifach. Sie übten dort das Abseilen und Retten von Menschen aus etwa 30 Metern Höhe.
Die Höhenretter kommen in Konstanz seit sechs Jahren immer dann zum Einsatz, wenn die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter an Grenzen stößt. Das Kletter-Team kann sich abseilen, um Verletzte aus großen Höhen oder Tiefen zu holen, etwa Menschen, die in der Marienschlucht bei Konstanz verunglückten.
Fast wie Schluchten wirkten auch die Industriehallen von Great Lakes. Die Höhenretter bewegten sich auf Stahlträgern, unter denen es gut 30 Meter in die Tiefe ging. Da das Leben eines Höhenretters auch im Training nur an einem oder zwei Seilen hängt, muss sein Team jeden Schritt sorgfältig planen. Wo soll der Retter sein Seil anbringen? Wie sichert es sich, ohne beim Fall in eine Wand oder einen Querbalken zu stürzen? Höhenretter müssen viele Details beachten. Ein Karabiner, der an einer ungünstigen Stelle extremen Belastungsdruck ausgesetzt ist, könnte beispielsweise brechen. Um den anspruchsvollen Aufgaben gerecht zu werden, müssen Höhenretter 60 bis 70 Trainingsstunden im Jahr absolvieren.
"Wir üben absichtlich in der ungeschicktesten Konstellation", kommentierte Jürgen Schächtle den Einsatz in den Great-Lakes-Hallen. Die Kletterteams mussten sich teilweise mit den "Verunglückten" durch enge Schächte kämpfen. Zu Hilfsmitteln gehörten neben Seilen, Karabinern und "Rettungswindeln" (ein Tuchsitz, in dem ein Verletzter in die Höhe gezogen werden kann) auch Flaschenzüge. Mit dem Ruf "fertig für die Abfahrt", gingen Einsatzkräfte in die Tiefe. Hatten sie wieder festen Boden unter den Füßen, teilten sie das den Kollegen mit: "Ich stehe!"