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Berichte

14. Juli 2004 – Der "Doc" im Ruhestand

Horst Schläfer war der Arzt für die Konstanzer Feuerwehr

Zum Abschied zündete sich Horst Schläfer eine Pfeife an. Das Paffen ist eine der Leidenschaften des Arztes für die Feuerwehr. Er hat sich jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Foto:  Claudia Rindt
(rin) Für die Konstanzer Feuerwehr war er schlicht der "Doc". Fast 30 Jahre lang kümmerte sich Unfallchirurg Horst Schläfer um Feuerwehrleute, die sich beim Einsatz verletzten, Brandwunden, Brüche, Rauchgasvergiftungen oder seelische Blessuren davon trugen. Zu ihm kamen Atemschutzträger zum Gesundheits-Check, zu ihm kamen Feuerwehrleute, die sich beim Üben verletzt hatten, zu ihm kamen Einsatzkräfte, die an Spätfolgen riskanter Rettungseinsätze litten. Mit seiner exzellenten Dokumentationsabteilung half Horst Schläfer immer wieder, wenn es darum ging, bei Versicherungen einen Zusammenhang zwischen der Verletzung beim Einsatz und einem späteren Leiden nachzuweisen. Jetzt ist Horst Schläfer (65) im Ruhestand, doch er wird voraussichtlich bald wieder eine "sinnmachende" medizinische Aufgabe übernehmen. Der Mann, der es als Freude empfindet, anderen zu helfen, überlegt, sich bei den Ärzten für die Dritte Welt oder den Ärzten ohne Grenzen zu engagieren.
Horst Schläfer kommt aus einer "Feuerwehrfamilie". Sein Vater war Brandrat, sein Bruder Oberbranddirektor in München. Horst Schläfer sollte der Heiler der Konstanzer Wehr werden. 1975, als es noch kein Notarztnetz gab, bat ihn der frühere Feuerwehrchef Rudolf Santo, Arzt für die Feuerwehr zu werden. Horst Schläfer übernahm die Aufgabe, obwohl sie Zusatzbelastungen bedeutete. Der Arbeitstag für den Mann, der immer für den Nächsten da war, begann um 7 Uhr morgens und endete, wenn er nicht mehr gebraucht wurde – Wochenenden und Feiertage inklusive. Im Nachhinein, so sagt er, verkläre sich die Mühe, weil er jemandem helfen konnte.
Der Mann, der so gern im Dienste anderer unterwegs war, will vor allem Dank sagen: Seinen früheren Chefs, Kollegen (vor allem Rainer Reichel, mit dem er elf Jahre zusammen arbeitete) , Helferinnen in der Praxis, Freunden und Patienten, die ihn in den 31 Jahren im Klinikum und in der Praxis als das nahmen, was er sei: ein "Odenwälder Bauernbub."
Horst Schläfer hofft, dass ihm die Freundschaften bei der Feuerwehr und bei den Rettungstauchern, mit denen er seit Anfang der 80er-Jahre lebensgefährliche Lagen meisterte, auch im Ruhestand erhalten bleiben. Bei seinen Wünschen fürs Alter hält sich der auch literarisch interessierte Horst Schläfer an ein Gebet von Theresa von Avila (1515 bis 1582), die unter dem Titel "… und eines Tages bin ich alt" schrieb: "Bewahre mich vor der unheilvollen Angewohnheit zu meinen, ich müsse allen etwas sagen und das bei jeder Gelegenheit." Später im Gedicht heißt es: "Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und gib mir die Gnade, es ihnen auch zu sagen." Horst Schläfer hat dieses Talent schon heute: Unter anderem bedankt er sich bei seinen Helferinnen, die trotz "unmöglicher Arbeitsbelastungen und manch grobem Wort" zu ihm standen.


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53633d/b1fc1f

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