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Berichte

15. November 2004 – Flammen schlugen aus dem "Hebelhof"

Zwei Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung

Foto: Oliver Hanser
Foto: Martin U. Scheerer
Nach einem Brand in der Seniorenwohnanlage "Hebelhof" wurden in der Nacht auf Montag zwei Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Klinikum gebracht. Nach ersten Schätzungen des Hausverwalters Reinhold Schmid beträgt der Sachschaden mindestens 100 000 Euro; die Polizei geht von 150 000 Euro aus. Durch den raschen Einsatz der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Brandursache ist noch unbekannt.
Der Hebelhof, gelegen an der Hebelstraße zwischen Hinterhauser und Mozartstraße, ist ein Gebäudekomplex, der aus einem Altbau und drei Neubauten besteht, die untereinander durch mehrgeschossige Übergänge mit gläsernen Windfängen verbunden sind. Der Brand war kurz vor 0.15 Uhr in einem Zwei-Zimmer-Appartement im zweiten Obergeschoss in dem an der Hinterhauser Straße angrenzenden Bau ausgebrochen.
"Hilferufe schallten herüber", berichtete ein Mitbewohner, der aus dem Altbau gegenüber mit seiner Frau zur Hilfe eilte. "Als ich drüben war, brannte es schon lichterloh", schilderte der Mann. Er hielt den 91-jährigen Bewohner zurück, der immer nach einem Eimer Wasser verlangt habe und wichtige Dokumente aus dem Schreibtisch retten wollte, obwohl die Flammen schon hell loderten. Gleich darauf habe er den Feuerwehr-Notruf 112 angerufen, erzählte der Mann. Seine 62-jährige Frau und der Bewohner des ausgebrannten Appartements, der sich auch die Haare versengt hatte, kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Klinikum.
Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, schlugen ihnen aus Tür und Fenstern Flammen entgegen. Eine Löschleitung verlegten Atemschutzgeräteträger durch den vorderen Altbau und über die Außentreppe, eine weitere über eine Steckleiter an der Gebäuderückseite zum Balkon und eine dritte auf der gleichen Seite über die Drehleiter.
"Feuer aus" konnte Einsatzleiter Uwe Jordan schon nach einer knappen halben Stunde melden. Die Nachlöscharbeiten zogen sich jedoch bis nach 2.30 Uhr hin. Im Appartement war viel Papier gelagert. Dieses musste ausgeräumt und abgelöscht werden. In der Wohnung war die Hitze so groß, dass Verputz von Decken und Wänden abbröckelten.
Zur Betreuung der Bewohner kam die Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes zum Einsatz. In einem Aufenthaltsraum des Altbaus konnten die Menschen betreut werden. Die Bewohner des betroffenen Hauses mussten für den Rest der Nacht ihre Wohnungen verlassen. Sie kamen in anderen Räumen des Hebelhofs vorübergehend unter.
Noch während die Nachlöscharbeiten liefen, mussten zwei Löschfahrzeuge in die Friedrichstraße eilen, wo brennende Müllcontainer ein Haus gefährdeten. Dank des raschen Eingreifens der Feuerwehr konnten die über fünf Meter hoch schlagenden Flammen schnell gelöscht werden, bevor der Brand übergreifen konnte.

Foto-Galerien

Martin U. Scheerer
Oliver Hanser (1/3)
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