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Berichte
16. Februar 2005 – Langwieriger Brand im HinterhausSieben Personen obdachlos – Feuer breitete sich durch Zwischenböden und Wände ausEin Brand in einem Hinterhaus in der Döbelestraße hielt am Mittwoch die Freiwillige Feuerwehr über mehrere Stunden in Atem. Durch die verwinkelte Bauweise war dem Feuer nur schwer beizukommen. Von den Bewohnern wurde niemand verletzt.
Das Feuer war offensichtlich gegen 10.45 Uhr im Bereich einer Elektrowerkstatt im Erdgeschoss des zweistöckigen Fachwerkbaus ausgebrochen. Einige Bewohner im Dachgeschoss hatten nahezu zu gleichen Zeit starken Rauch bemerkt, der in mehreren Räumen aus den Wänden drang. Eine Bewohnerin sah, wie der Qualm aus einer Steckdose drang. Daraufhin alarmierten sie die Feuerwehr. Da der schwarze Rauch schnell zu nahm, konnten sie sich meist nur notdürftig bekleidet – jedoch unverletzt – ins Freie retten.
Die Feuerwehr nahm mit mehreren Atemschutztrupps und drei Strahlrohren die Brandbekämpfung auf. Besonders erschwert wurden die Löscharbeiten durch die Bauweise: Die Zimmer haben teilweise unterschiedliche Bodenhöhen, was ein unübersichtliches Gemenge an Zwischenböden ergibt; die Wände sind teilweise mehrfach verschalt. Daher war es sehr schwer, das Feuer aufzuspüren. Die Böden sind unter anderem mit Schilf und Papier ausgekleidet. Das Feuer – offene Flammen waren meist keine zu entdecken – breitete sich langsam im Gebäude aus.
Mit Kettensägen und Einreißhaken öffneten die Feuerwehrleute Decke und Boden, sowie Wände um an den Brandherd gelangen zu können. Auch in die Außenwand schlugen sie mit Meißel und Hammer mehrere Löcher, um Löschschaum einbringen zu können.
Die Feuerwehrleute mussten um an die Wände zu gelangen brennendende Bücher und Regale aus dem Fenster im Dachgeschoss werfen. In der Werkstatt verpuffte eine Spraydose unter starker Flammenbildung. Die Feuerwehrleute löschten die Flammen sofort, bevor diese weitere Schäden anrichten konnten. Der Brand war nach rund zweieinhalb Stunden gelöscht, so dass gegen 14 Uhr die Einsatzstelle an eine Brandwache mit einem Löschfahrzeug übergeben werden konnte.
Wegen der Löscharbeiten war die Döbelestraße zwischen Schützen- und Blarerstraße bis 14.30 Uhr gesperrt. Dadurch wurde auch der Busverkehr behindert. Um 11.15 Uhr wurde die Feuerwehr parallel zu einem Melderalarm im Klinikum gerufen. Dort war mutwillig ein Handmelder eingeschlagen worden.
Ein Vertreter des Bürgeramtes kam vor Ort, um mit den sieben obdachlos gewordenen Bewohnern deren Unterbringung zu klären. Einige können zumindest vorübergehend bei Freunden unterkommen. Die Bewohner sprachen den Feuerwehrleuten ein Lob dafür aus, dass die Eidechsen eines Bewohners überlebten und wertvolle Elektronik in Sicherheit gebraucht wurde. Der Betrieb in der Elektrikerwerkstatt ist erheblich beeinträchtigt. Die Kriminalpolizei nahm noch während der Löscharbeiten die Brandursachenermittlung auf. Die Polizei vermutet als mögliche Schadensursache einen technischen Defekt in der Elektroinstallation. Der Sachschaden liegt bei mindestens 150 000 Euro, schätzt die Polizei.
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