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Berichte

16. Mai 2003 – Eine Linde als Rastplatz ausgewählt

Imker barg Bienenschwarm mit Feuerwehrunterstützung

Fotos: Nikolaj Schutzbach
Auf der Suche nach einem neuen Nistplatz hatte sich ein Bienenschwarm am Abend auf dem Obermarkt in einer Linde vorübergehend niedergelassen. Da die Insekten beim Personal eines benachbarten Restaurants für Unruhe sorgten, wurden Feuerwehr, Polizei und ein Imker herbeigerufen. Geschützt durch seinen Anzug konnte der Imker über die Drehleiter der Feuerwehr in den Baum gelangen und den Schwarm in einen Holzkasten bugsieren.
Als nächstes galt es abzuwarten, ob es gelungen war die Königin mit einzufangen. Bienen, die sich auf dem Kasten niedergelassen hatten, besprühte der Imker vorsichtig aus einer Plastikflasche mit Wasser. "Die Bienen halten das für Regen und beruhigen sich", so Viktor Kionka, der von Beruf Elektriker ist und die Imkerei als Hobby betreibt. Um wieder trocken zu werden, schütteln sich die Insekten aus. Die Blitze des Fotografen interpretierten die Bienen als Gewitter, erklärte der Imker.
Die Bienen hätten sich in dem Baum niedergelassen, um auf die Rückkehr der ausgesandten Späher zu warten, berichtete Kionka. Falls diese einen attraktiven Platz fänden, würden "Höherrangige" ausgesandt, um den gefundenen Platz auf seine Tauglichkeit zu überprüfen.
Schließlich fuhren die Feuerwehrleute ein zweites Mal die Leiter aus und der Imker konnte nochmals in den Baum klettern. Bei dieser Nachschau fing er nur etwa 20 Bienen in einem Eimer ein. Auch das Schwärmen der Insekten hatte sich deutlich verringert. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Königin mit in dem Kasten saß, so der Imker.
Viktor Kionka achtete sehr sorgfältig darauf, möglichst viele der Honiglieferanten einzufangen. Zum einen, weil sie, allein gelassen, eher zum Stechen neigten und zum andern, weil sie die Trennung von einem Schwarm kaum überleben würden. Er schätzt, was nicht so einfach sei, dass etwa 5 000 der einheimischen Carnica-Bienen zum Schwarm gehören. Kionka besaß bisher drei Völker, die er nun um eines mehren konnte.
Dass Imker zurecht einen Spezialanzug bei dieser Arbeit tragen, erfuhr der rasende Reporter zweifach am eigenen Leibe: Die erste Biene stach ihn in die Nasenwurzel; offensichtlich hatte sich eine Biene zwischen Brillensteg und Nase eingeklemmt, was diese Panikreaktion hervorrief. Die Zweite erwischte den Nichtsahnenden, als er die Kamera in den Rucksack packte: Beim Zuschnüren stach ihn eine Biene in den rechten Daumen. Er konnte denn auch gleich erfolgreich den Trick ausprobieren, den Kionka verraten hatte: Falls der Stachel steckt, diesen zuerst vorsichtig herausziehen und dann mit dem Fingernagel über die Einstichstelle kratzen, um nicht alles Gift in den Körper gelangen zu lassen.



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