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Berichte
16. Mai 2004 – Von Herzen kommende FreundschaftStädtepartnerschaft zwischen Konstanz und Tábor wird von Bürgern gelebt
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Stadtrat und Feuerwehrmann Konrad Schatz (links) kennt Jaroslav Janovsky bereits seit 22 Jahren.
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( as) Die nunmehr 20 Jahre währende Städtepartnerschaft zwischen Konstanz und Tábor, die sogar den "Eisernen Vorhang" überwand, ist längst viel mehr als eine reine Partnerschaft. Sie ist eine von Herzen gelebte Freundschaft zwischen den Táboranern und den Konstanzern. Dies bewies das vergangene Begegnungswochenende. "Alte Bekannte" aus Tschechien und Deutschland fielen sich zur Begrüßung in die Arme und waren fortan in gemischten Gruppen eifrig plaudernd und lachend anzutreffen. Doch nicht nur langjährig bestehende Freundschaften wurden gepflegt, vielmehr lernten sich weitere Táboraner und Konstanzer kennen und knüpften zarte Bande, die sicher beim nächsten Treffen, welches im September in Tábor stattfindet, vertieft werden.
Es gibt unter den Konstanzern zahlreiche Tábor-Fans, nämlich jene, die schon mindestens ein Mal die Gastfreundschaft in der Partnerstadt erlebt haben. Sie fühlen sich den Menschen verbunden und waren am Wochenende beinahe bei jeder Veranstaltung mit von der Partie. Stadtrat Konrad Schatz war überwiegend im Konzil anzutreffen, wo er exquisiten Darbietungen beiwohnte. Neben ihm saß Jaroslav Janovsky, den Konrad Schatz als den ehemaligen Kreisbrandmeister von Tábor vorstellte. Die beiden Herren kennen sich schon lange, denn der Mesner Schatz war bereits anno 1982 zu Besuch in Tábor. "Die Feuerwehr sollte mal wegen einer Städtepartnerschaft vorfühlen", erzählte Schatz. Allerdings: "Polizisten, Journalisten und kirchliche Bedienstete durften damals nicht einreisen", so Schatz. Wie aber hatte er als Mesner vom Münster damals die Erlaubnis bekommen? Wenn er seinen Beruf oder den Arbeitgeber benennen musste, habe er lediglich "Münster" angegeben, und keiner fragte näher nach.
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Innig und tief ist die Freundschaft zwischen den Feuerwehren von Tábor und Konstanz.
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"Vom ersten 'Grüß Gott' an war es eine herzliche Freundschaft", konstatiert Schatz, und fügte echt Konstanzerisch an: "Und me ka it devu lasse", womit er auf die jährliche Reise der Konstanzer Delegation nach Tábor anspielte. In diesen vielen Jahren hat Konrad Schatz jedoch die Sprache der tschechischen Freunde noch nicht erlernt. "Die sprechen vorher Deutsch als wir Tschechisch", lautete Schatz Eingeständnis.
Wen man drei Tage lang einträchtig beisammen sah, waren die Kameradinnen und Kameraden der beiden Feuerwehren. Michael und Klaus Koch sprachen stolz von "unseren Tschechen" und Klaus Koch war kaum ohne Thomas Pazourek zu sehen. Seit 20 Jahren kennen sie sich und stehen in ständigem Kontakt. "Wir sehen uns jedes Jahr, sei es in Tábor oder Konstanz", so Koch, "und ansonsten schreiben wir uns Briefe oder mailen." Die Mentalität sei sehr ähnlich, zumal Angehörige der Feuerwehren ohnehin quasi die selbe Sprache sprechen. "Wir sind da um zu helfen und die professionelle Arbeit der Feuerwehren ist identisch", meint Koch, der auch die besondere Wesensbildung zur Sprache brachte, denn das Erleben von Extremsituationen "von Tod und Leben" präge in besonderer Weise.
Der Musikverein Allmannsdorf ist ebenfalls von Anbeginn der Städtepartnerschaft mit von der Partie. Nach längerer Pause war das Orchester im vergangenen Jahr wieder einmal in Tábor zu Besuch. Die Pausen zwischen den Konzerten nutzte der Erste Vorsitzende, Thomas Kinder, um zahlreiche Freunde in Tábor zu besuchen, die er im Rahmen der Städtepartnerschaft kennen gelernt hatte. Wie der Musikverein, so engagierten sich am vergangenen Wochenende auch zahlreiche weitere Konstanzer Vereine. Sie bereicherten das Rahmenprogramm und umsorgten ihre Gäste, mit denen sie gemeinsam einiges unternahmen. Der Fanfarenzug Konstanzer Frichtle beispielsweise gestaltete einen Grillabend mit den tschechischen Freunden.
Darüber hinaus entstanden viele neue Freundschaften. Das erste Kennenlernen ist immer spannend und erfolgt meist durch Blickkontakt und langsame Annäherungen, bis sich dann ein Gespräch entwickelt – zumeist unter Zuhilfenahme von Händen und Füßen. So erging es zum Beispiel Annemarie Mohr. Aus dem beinahe menschenleeren Foyer des Konzils drangen faszinierende Klavierklänge. Von den schönen Melodien angelockt – ein Musiker aus Tábor hatte sich spontan an den Konzertflügel gesetzt und seine Musikpartner sangen dazu – trat sie näher und summte vergnügt und mit glänzenden Augen mit. Freudige Blicke des Verstehens wurden getauscht, das nächste Lied angestimmt und kaum waren die letzten Töne verklungen, kamen sie ins Gespräch. Eine erste Begegnung und die gegenseitige Sympathie überwand die Sprachbarrieren. Und so ging es weiter auf der Entdeckungsreise, voller Neugier auf die andere Kultur und die Gemeinsamkeiten, denn die Mentalität der Táboraner und Konstanzern ist sehr ähnlich.
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