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Berichte
16. Mai 2006 – Den Patienten Fluchthauben übergestreiftSicherheitskonzept getestet – Einsatzübung am Klinikum KonstanzScheinbar harmlos als "Melderalarm" begann am Montagabend kurz nach 19.30 Uhr eine Einsatzübung von Freiwilliger Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Malteser Hilfsdienst (MHD) im Hauptgebäude des Konstanzer Klinikums. Doch schon kurze Zeit später war klar, dass es sich diesmal nicht um einen der vielen Fehlalarme sondern um einen tatsächlichen Brand mit viel Rauch handelte, der in zwei Stationen im Südflügel auf den Ebenen G und H ausgebrochen war, so die Übungsannahme.
Die erste Erkundung der Feuerwehrleute ergab, dass zahlreiche Patienten und Besucher sowie Pflegepersonal vom Rauch eingeschlossen waren. Daher ließ Einsatzleiter Klaus Menge weitere Feuerwehrkräfte aus Wollmatingen sowie die Rettungsdienste von DRK und MHD hinzualarmieren. Die Feuerwehr setze ihre beiden Drehleitern ein, um Menschen über diese "zu retten". Am Boden nahmen ein Notarzt und Sanitäter die "Opfer" in Empfang und fuhren sie mit Rettungswagen in die Zentrale Notaufnahme (ZNA) des Klinikums.
Währenddessen brachten Feuerwehrleute unter Atemschutzgeräten auf Ebene H Patienten und Besucher – gespielt unter anderem von Schülerinnen der Pflegeschule und Jugendfeuerwehrangehörigen – in den angrenzenden rauchfreien Bereich. Dazu streiften sie den zu Rettenden sogenannte Fluchthauben über, damit diese den giftigen Rauch – dargestellt durch ungefährlichen Theaternebel – abhielten. Ärzte und Pflegedienstpersonal übernahm sofort die Betreuung der Geretteten und verlegten diese in freie Betten. Der Zustand einiger Personen hatte sich verschlechtert, so das diese auf die Intensivstation und in die ZNA verlegt werden mussten. Parallel hierzu versuchten Feuerwehrleute die Brandstelle auf der Ebene G ausfindig zu machen und die Flammen zu löschen.
Im Eingangsbereich bildete die Klinikleitung einen Einsatzstab. Die Führungs-Gruppe der Feuerwehr platzierte ihr Einsatzfahrzeug in der Nähe, und koordinierte zusammen mit dem Einsatzleiter den Ablauf. Die dort geführten Übersichten enthielten die wesentlichen Informationen, wie die Zahl der Opfer – über 20 – oder der betroffenen Bereiche.
Die Verlegung von Patienten auf der gleichen Ebene ist Teil des Sicherheitskonzeptes, was in dieser Übung mit rund 100 Beteiligten unter anderem getestet werden sollte. Klinikdirektor Martin Stuke und der Stellvertretende Pflegedirektor Konrad Kraus waren mit dem Verlauf zufrieden. Übungsbeobachter und die anderen Verantwortlichen der beteiligten Organisationen und Klinikabteilungen waren gleichfalls glücklich das Übungsziel erreicht zu haben. In der anschließenden Aussprache waren die Sprecher selbstkritisch genug, um auf einige Dinge hinzuweisen, die sie zukünftig verbessern wollen.
Autor: nea – Letzte Änderung: 2006-05-24 15:09:57
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