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Berichte

17. Februar 2005 – Erste Hilfe für die Seele

Kirchen im Kreis errichten mit Landrat und Rettern organisierte Notfallseelsorge

 
(fvb) Die katholische und evangelische Kirche haben acht Notfallseelsorger beauftragt. Sie kümmern sich im Landkreis um Verletzte, Angehörige und Helfer nach Unglücken, Bränden und Verbrechen. Bei einem Gottesdienst im Konstanzer Münster hieß es, die Aufgabe der Notfallseelsorger sei, "zu helfen, zu trösten und da zu sein.
Retter, Feuerwehrleute und Polizisten rücken täglich zu Menschen in höchster Not aus. Menschen, für die sich häufig von einer Sekunde zur anderen das ganze Leben verändert. In solchen Situationen sollen die acht Notfallseelsorger, zwei Frauen und sechs Männer, helfen. Notfallseelsorge "will den Betroffenen dabei beistehen, den ersten Schock zu überwinden und mit der Verarbeitung des Geschehenen zu beginnen, steht in der Vereinbarung, die Kirchen und Kreis geschlossen haben. Die Seelsorger werden vom Einsatzleiter über die Rettungsleitstelle des Kreises in Radolfzell alarmiert, nicht nur bei Unfällen, sondern auch bei Geiselnahmen, Vermisstenfällen, der Gefahr einer Selbsttötung oder Todesnachrichten. Die Notfallseelsorger sind Tag und Nacht in Bereitschaft und leisten ihre Hilfe für alle Betroffene "um Gotteslohn. Die Seelsorger sind Pfarrer oder Diakone aus dem Kreis.
Landrat Frank Hämmerle würdigte nach dem Gottesdienst den Einsatz der Kirchen: "Nicht nur der Körper bedarf der Hilfe, sondern auch ganz wesentlich die Seele. Wie Hämmerle unterzeichneten sieben Hilfsorganisationen die Unterstützungserklärung für die Notfallseelsorge. Nun sollen die 25 Bürgermeister der Kreisgemeinden folgen.
Schon bislang engagierten sich Notfallseelsorger im Kreis. Doch sie waren allein einer Hilfsorganisation zugeordnet, etwa einer Feuerwehr. Sie konnten deshalb nicht unbürokratisch zu anderen Einsätzen kommen. Nun sind sie von den Kirchen beauftragt und so rechtlich sowie vom Statuts am Einsatzort abgesichert. Alle haben eine entsprechende Ausbildung. Spenden ermöglichten, dass die Notfallseelsorger im Landkreis an gelben Jacken erkennbar sind, auf denen Schriftzug und Wappen der Notfallseelsorge prangen.
Beim Gottesdienst sagte der für Notfallseelsorge zuständige Domkapitular der Erzdiözese Freiburg, Andreas Möhrle: "Jeder kann der Nächste sein - das nächste Unfallopfer und damit auch jener Nächste, um den sich Christen kümmern sollen. Wolfgang Burkhard, Kirchenrat bei der evangelischen Landeskirche Baden, nannte die Vereinbarung zwischen Kreis und Kirchen ein Glied in der Rettungskette. Dank sagten auch die Koordinatoren der "Notfallseelsorge im Landkreis, Hans-Wilhelm Ubbelohde und Michael Oßwald. Sie hofften, mehr ihrer Kollegen entschlössen sich zur Mitarbeit. "Wir könnten die doppelte Zahl gebrauchen, so Ubbelohde. Bei acht Notfallseelsorgern gebe es kaum Pausen im Bereitschaftsdienst.
Homepage der Notfallseelsorge im Landkreis Konstanz
Weitere Informationen
  Fotos: Frank van Bebber



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