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Berichte

18. August 2008 – Provisorium für vom Brand betroffene Bewohner

Nach dem Brand im Pflegeheim Talgarten – Viertes Obergeschoss vorerst unbewohnbar

File-id: 5822
Foto: nea (15. August 2008)
Das Pflegeheim Talgarten muss nach dem Brand vom Freitag voraussichtlich über Wochen mit einem Provisorium leben: Die vierte Etage des Hauses ist vorerst unbewohnbar. Die 16 betroffenen Bewohner können aber weiter im Haus bleiben. Die Kriminalpolizei nimmt an, dass ein defektes Fernsehgerät den Brand ausgelöst hat.
Nach dem Brandschock am Freitagabend kehrt langsam wieder Ruhe ins Haus Talgarten ein. Für vier Heimbewohner im Alter zwischen 81 und 97 Jahren sowie einen 49-jährigen Feuerwehrmann, die mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Klinikum gebracht wurden, besteht nach Stand vom Wochenende keine Gefahr mehr. Der Feuerwehrmann wurde schon am Samstag aus dem Klinikum entlassen.
Bei ihrem Einsatz am Freitag hatte die Feuerwehr 15 Bewohner der vierten Etage sowie neun Senioren aus dem betreuten Wohnen im fünften Obergeschoss in Sicherheit gebracht und das Feuer schnell gelöscht. Um weitere Fluchtwege zu schaffen, wurden in der Schützenstraße zwei Drehleitern ausgefahren. Sie wurden aber nicht benötigt. Die fünfte Etage konnte schon Freitagnacht wieder bezogen werden. Die anderen Bewohner verbrachten die Nacht auf Matratzen, die aus dem Lager des Heims herbeigeschafft und in den Zimmern der vom Brand nicht betroffenen dritten Etage verteilt wurden. Mit Blick auf die besondere Nacht sagt Heimleiterin Stephanie Ermler: „Es hat wunderbar funktioniert.“ Auch wenn die Bewohner vorerst nicht ins vierte Geschoss zurückkehren können, bleiben sie weiter im Haus. Das Heim hat für sie übergangsweise Liegeplätze geschaffen. Das Klinikum stellte 16 Betten zur Verfügung, die auf Ein- und Zweibettzimmer verteilt wurden. Ermler informierte am Morgen nach dem Brand jeden der betroffenen Bewohner persönlich über das weitere Vorgehen. Auch die Angehörigen wurden verständigt.
Reinigung und Renovierung der vierten Etage ist ein Fall für Spezialisten. An Wänden und Böden klebt giftiger Ruß. Zwei Zimmer sind besonders stark betroffen: Hier sind Wände, Böden und Möbel mit einer dicken, schmierigen, schwarzen Schicht bedeckt. Andere Teile der Etage sind weniger stark verrußt. Im Flur hatte sich nach Brandausbruch eine Rauchabschlusstüre automatisch geschlossen. Die Kriminalpolizei geht nach ihren bisherigen Ermittlungen davon aus, dass sich in einem Bewohnerzimmer ein defekter Fernseher entzündete. Dabei gingen Kunststoffe in Flammen auf, die sich zu gesundheitsgefährlichen Mischungen verbinden können. Noch in der Brandnacht warnte die Feuerwehr eindringlich vor einem Aufenthalt in der Brandetage. Für die Reinigungsarbeiten müssten Spezialisierten beigezogen werden. „Schützen Sie sich selbst!“, gab Feuerwehrpressesprecher Nikolaj Schutzbach den Pflegekräften auf den Weg. Das Saubermachen dürfte nach Einschätzung von Sachverständigen mehrere Wochen in Anspruch nehmen, teilt die Spitalstiftung mit. Die evakuierten Bewohner der vierten Etage haben vorerst keinen Zugang zu Kleidern oder anderen persönlichen Gegenständen. Die Heimleitung ist dabei, für Ersatz zu sorgen. In der Brandnacht hatte das Haus alle verfügbaren Mitarbeiter mobilisiert.
Autor: Claudia Rindt – Letzte Änderung: 2008-09-17 19:58:04

Berichte

15. August 2008 – Zimmerbrand im Pflegeheim macht Flur unbewohnbar
17. September 2008 – Bewohner können ihre Zimmer wieder beziehen


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