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Berichte
19. Dezember 2003 – Öleinsatz auf dem Überlinger See
(hwr) Durch den Austritt von Öl aus einem im Staader Fährehafen liegenden Schiff kam es in der Nacht zum Freitag zu einer größeren Verschmutzung des Hafenareals sowie auf dem Überlinger See. Die Ölwehr der Feuerwehr Konstanz ist seit 8 Uhr mit der Bekämpfung des Öls beschäftigt. Die Menge des ausgetretenen Öls ist derzeit nicht bekannt. Die Wasserschutzpolizei ermittelt.
Kurz vor 8 Uhr wurde die Zentrale der Feuerwehr Konstanz darüber informiert, dass im Hafenbecken des Fährehafens in Konstanz-Staad größere Mengen Öl schwimmen. Die Einsatzkräfte konnten nahezu flächendeckende Ölschlieren im gesamten Hafenbecken feststellen. Als Erstmaßnahme wurde die Hafenausfahrt mittels Ölsperrketten geschlossen, um eine weitere Ausbreitung des Öls zu verhindern. Hierzu musste mehrfach der Betrieb der Fähre Konstanz-Meersburg eingestellt werden. Anschließend brachten die Einsatzkräfte Ölbindemittel auf der Wasseroberfläche auf, um das Öl zu binden.
Eine weitere Erkundung von Wasserschutzpolizei und Feuerwehr auf dem Überlinger See ergab, dass sich auf einer Fläche von 750 * 750 Quadratmetern vor dem Fährehafen Öl an der Wasseroberfläche schwimmt und diese bedeckt. Mit einem Ölauffangschiff ist die Feuerwehr derzeit damit befasst, dieses Öl abzuschöpfen und einer fachgerechten Entsorgung zuzuführen.
Nach Feststellung der Schadensursache wird die Feuerwehr das Ölbindemittel abschöpfen und für die Entsorgung bereitstellen. Der Einsatz wird noch mehrere Stunden andauern. Die Feuerwehr ist derzeit mit drei Schiffen, mehreren Fahrzeugen und rund 40 Einsatzkräften vor Ort. Auch das Amt für Umweltschutz und Wasserwirtschaft des Landratsamtes Konstanz ist in die Schadensbekämpfung einbezogen und begleitet die Arbeiten fachlich.
(nea) Bei dem Fährschiff handelt es sich um die 1954 gebaute "Thurgau". Sie war am Vorabend auf Grund aufgesessen. Dabei kam es vermutlich zu einem Schaden an einem der beiden Voith-Schneider-Propeller, worauf das Öl ins Wasser lief. Wegen der Dunkelheit konnte das Schadensausmaß erst nach Tagesanbruch festgestellt werden. Der Fährverkehr zwischen Konstanz und Meersburg musste mehrfach unterbrochen werden. Die Bodenseewasserversorgung in Sipplingen ist nicht gefährdet.
(hwr) Der defekte Antrieb wurde mit einem Kran ausgebaut. Damit konnte ein weiterer Austritt des Öls unterbunden werden.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr treiben das Bindemittel-Öl-Gemisch im Fährehafen in einer Ecke mit dem Wasser aus mehreren Strahlrohen zusammen und ziehen den Ring aus Ölsperrketten dichter. Vom Land aus wird das Gemisch mit einem Saugwagen eines Privatunternehmens abgesaugt und einer Entsorgung zugeführt.
Auch das Ölaufnahmeschiff (SÖG) der Konstanzer Feuerwehr ist auf dem Überlinger See noch im Einsatz und nimmt das dort an der Wasseroberfläche schwimmende Öl auf.
Die Feuerwehr hat das seit heute Morgen um 8 Uhr bei winterlichen Temperaturen eingesetzte Personal gegen 16 Uhr ausgewechselt. Der Einsatz auf dem Überlinger See wird bis zum Eintritt der Dunkelheit fortgesetzt. Auch die Arbeiten im Konstanzer Fährehafen können voraussichtlich im Laufe des Abends abgeschlossen werden.
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