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Berichte
20. August 2005 – Löschwasser kann tödlich seinKonstanzer Feuerwehrmänner machten Urlaub in einem Waldbrand-Einsatzcamp
Die ESEPA
Die ESEPA – "Körperschaft der Griechischen Freiwilligen Feuerwehr und Aufforstung" – ist eine Organisation des Griechischen Zivilschutzes. Um zum einen die Waldbrandbekämpfung während der Hauptbrandsaison in den Sommermonaten, vor allem in den unzugänglichen und ländlichen Gebieten nördlich des Olymp, zu verbessern und zum anderen die Ausbildung örtlicher Helfer voranzutreiben, unterhält die ESEPA ein Waldbrandeinsatzcamp.
Freiwillige Feuerwehren wie in Deutschland sind dort weitgehend unbekannt. Die kleinen Gemeinden und Dörfer, vor allem auf den Inseln, aber auch in den ländlichen Gebieten im Landesinneren, haben oftmals überhaupt keine organisierten Feuerwehren. Die Bevölkerung ist hier den regelmäßig auftretenden Waldbränden weitestgehend hilflos ausgeliefert, bis überörtliche Hilfe eintrifft. Diese Hilfe ist zudem oftmals nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Und auch bei alltäglichen Notfällen wie Wohnhausbränden, Verkehrsunfällen und medizinischen Notfällen ist oft nicht mehr viel zu retten, wenn die überörtliche Hilfe eintrifft.
Ausführliche Informationen mit Anmeldemöglichkeit gibt es im Internet unter www.esepa.net
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Waldbrandbekämpfung, das wäre doch was, dachten sich die Daniel Frank und Markus König, zwei Männer der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz, und meldeten sich für diese spezielle Art des Urlaubs an. Im August flogen sie nach Griechenland in ein Waldbrandeinsatzcamp beim Dorf Risomata in den Bergen nördlich des Olymp und rund zwei Fahrstunden von Thessaloniki entfernt.
Die ESEPA (siehe Infokasten) hatte unlängst von der Schweizer Armee 50 ausgemusterte Lastwagen erhalten. Diese hatten einige der freiwilligen Helfer umzurüsten: Lichtsignalanlagen, Wasserbottiche und Pumpen mussten eingebaut und die Fahrzeuge in rot umlackiert werden. An der im Bau befindlichen Einsatzzentrale konnte Daniel Frank sein Fachwissen beim Einbau der Funktechnik nutzbringend anwenden. Markus König durfte seine Fähigkeiten als Tapezierer unter Beweis stellen – solange, bis die Tapetenrollen ausgingen. Langweilig wurde es ihm trotzdem nicht, da er anschließend beim Fahrzeugumbau half.
Von den ursprünglich vorgesehenen 14 Tagen im Camp wurden es letztendlich nur vier, denn ESEPA-Präsident Nikos Sachinidis verkündete zur Überraschung aller, dass sie die restlichen Tage auf der Insel Karpathos im Dorf Arkasa verbringen dürften. Dorthin sollten sie Fahrzeuge überführen und eine Freiwillige Feuerwehr gründen. Vor dem Einschiffen mit der Fähre erwartete sie schon ein Kamerateam des Fernsehens für eine Live-Übertragung.
Da es im Gemeindehaus, wo sie untergebracht waren, keine Duschen gab, mussten nach Protesten zwei der vier Toiletten umgebaut werden. "Diese Lösung war echt griechisch", so Frank. Installateure trennten die Wasserzufuhr der Kloschüsseln auf und schlossen daran Duschköpfe an!
Die aus Deutschland, Österreich, Holland und Südtirol angereisten Helfer erhielten zuallererst ihren Unterricht in Waldbrandbekämpfung, wegen der sie schließlich nach Griechenland gekommen waren. "Zumindest den theoretischen Teil, der praktische entfiel leider, da wir nicht mehr im Camp waren", erzählte Daniel Frank. Sie lernten die verschiedenen Waldbrandarten, wie Kronen-, Bodenfeuer und Vollbrand kennen. Ihnen wurde eingebläut sich vorher genau zu überlegen, wohin sie fahren oder laufen wollen. Und dass das Wetter zu beobachten sei, da es eine entscheidende Rolle beim Erfolg der Brandkämpfung ausmache. Auch dürften sie sich beim Abwurf von Löschwasser aus der Luft nicht darunter befinden, da man sonst totgeschlagen werden könnte, berichtete Markus König.
Die Freiwilligen aus Arkasa, die ESEPA-Präsident Sachinidis in den ersten Tagen des Inselaufenthalts zusammentrommelte, wurden nun in die Grundzüge der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen eingelernt sowie in die Bedienung der Fahrzeuge und Gerätschaften eingewiesen. Im Krankenhaus wurden Ärzte und Pflegepersonal in der Herz-Lungen-Wiederbelebung unterrichtet und am mitgebrachten Rettungswagen ausgebildet.
Abschluss und gesellschaftlicher Höhepunkt bildete die offizielle Gründungsfeier der Freiwilligen Feuerwehr. Dazu reiste eigens Aristotelis Pavlidis, Minister für Ägäis und Inselpolitik, mit dem Hubschrauber an. Ein deutliches Zeichen, wie hoch die Wertschätzung in Griechenland für die geleistete Aufbauarbeit von Helfern aus den europäischen Nachbarländern ist. Für den Rückflug aufs Festland am nächsten Tag stellte ihnen der Staat ein Militärflugzeug bereit, das eigens aus Athen einflog.
Daniel Frank und Markus König sind sich einig: Sie können es sich gut vorstellen, wieder einmal dorthin zu fahren. Schließlich sei die Kameradschaft ausgezeichnet gewesen. Und es hat einiges gebracht: Nicht zuletzt die Erfahrung, mit wenig viel erreichen zu können, auch wenn das griechische "Langsam, langsam" für sie als Deutsche manchmal sehr anstrengend gewesen sei. Zehn Tage lang kalt duschen zu müssen, sei dagegen kein Problem gewesen, so Daniel Frank.
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