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03. Mai 2002 – Feuer auf Reiterhöfen

Abgebrannte Lagerhalle und fünf verletzte Pferde

Bekämpfen
Ein Atemschutztrupp bekämpft die Flammen.

(rin/nea) In der Nacht auf Freitag hat es auf zwei Reithöfen und in der Gartensiedlung Haidelmoos gebrannt. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer bei den Gärtnern und das im Stall an der Litzelstetter Straße gelegt wurde. Dort wurden fünf Pferde verletzt. In der Feursteinstraße zerstörten Flammen eine Lagerhalle des Reitclubs. Die Brandursache ist noch unklar. Der Schaden liegt bei 100 000 Euro.

Dem Eingreifen einer 46-Jährigen ist es zu verdanken, dass der Brand auf dem Hof an der Litzelstetter Straße relativ klein blieb. Die Frau entdeckte gegen 6 Uhr aufsteigenden Rauch, ging in den Stall und trat das im Stroh aufflackernde Feuer aus. Die Polizei vermutet, dass jemand durch ein gekipptes Fenster einen brennenden Gegenstand in eine Box geworfen hatte. Ein Pferd erlitt eine schwere, vier weitere erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung. Auch in der Kleingartenanlage Haidelmoos war vermutlich gegen 5.20 Uhr gezündelt worden. Dort brannte ein Häuschen aus Holz ab.

Das massiv gebaute Heu- und Strohlager des Konstanzer Reitclubs in der Feursteinstraße (nahe dem Zentrum für Psychiatrie Reichenau) brannte schon lichterloh, als die Feuerwehr eintraf. Die Feuerwehrzentrale war gegen 0.30 Uhr von einer Anwohnerin über Notruf 112 informiert worden. Den über 40 Einsatzkräften stand eine lange Nacht des Löschens bevor. Mit 2 B- und 4 C-Rohren bekämpften die Frauen und Männer der Löschbereiche Wollmatingen und Petershausen unter der Einsatzleitung von Kommandant Dieter Quintus rasch die Flammen, so dass binnen kurzer Zeit das Feuer unter Kontrolle war.

Dachstuhl
Der ausgebrannte Dachstuhl und das brennende Stroh und Heu.

Immer wieder loderten aus dem Heu neu Flammen auf. Immer wieder zogen neue Rauchwolken über die Reitanlage. Eine Reihe von landwirtschaftlichen Geräten sowie ein alter Schmiedewagen wurden ein Raub der Flammen. Der Feuerwehr gelang es, die umherfliegende Funken so unter Kontrolle zu halten, dass sie an der nebenstehenden Reithalle und den Ställen mit rund 50 Pferden keinen Schaden anrichten konnten. Der Einsatz war für die Feuerwehr gegen 8.30 Uhr zu Ende.

Kurt Braunschweig, seit 1995 Pächter der Reitanlage, sorgte sich in der Brandnacht vor allem um die Tiere. Er ging in die Ställe, schloss dort als Schutz vor den herumwirbelnden Funken alle Fenster. Der Brand stellt den Pächter der Reitanlage vor die Schwierigkeit, schnell große Mengen Pferdefutter herbeischaffen zu müssen. Schon bevor die Flammen im Lager wüteten, seien die Heuvorräte zu Neige gegangen, berichtet Braunschweig. Nachschub sei derzeit schwer zu bekommen, Grünfutter aus den eigenen Wiesen aber noch nicht zu gebrauchen.

Für die Tiere auf dem Hof braucht Braunschweig nach eigenen Angaben täglich rund 200 Kilogramm Heu, 200 Kilogramm Hafer und über 200 Kilogramm Stroh.

Ein früherer Gutsverwalter, der von 1972 bis 1992 auf dem Gelände an der Feursteinstraße tätig war, namentlich aber nicht genannt werden will, sagte, dass mit dem gestrigen Feuer das Futterlager zum dritten Mal abgebrannt sei. Bei den beiden vorherigen Fällen, die allerdings viele Jahre zurückliegen, seien Brandstifter am Werk gewesen.

Ursache Brandstiftung

Nachdem technische Ursachen ausgeschlossen werden konnten, geht die Kriminalpolizei von Brandstiftung aus.

Am 3. November 2008 – also genau sechseinhalb Jahre später – wird die Nachfolgehalle ein Raub der Flammen. Zum Bericht

Hochkarätige Führungsspitze
Eine hochkarätige Führungsspitze begutachtet das Brandgut: der Stellvertretende Kommandant Peter Renker, Kreisbrandmeister Rolf-Jürgen Stoffel und Kommandant Dieter Quintus (v.l.).
Torereste
Von den vier Toren blieb nicht mehr viel übrig. Fotos: Claudia Rindt

Reservekräfte
Reservekräfte warten auf ihren Einsatzbefehl.
Heu- und Strohhaufen
In der Scheune brennt der Heu- und Strohhaufen.

Traktor
Ein Traktor fiel dem Feuer zum Opfer.
Innenansicht
Die ausgebrannte Scheune in der Innenasicht.

Bagger
Mit einem Bagger wird der Heu- und Strohhaufen auseinandergezogen.

Das Gartenhäuschen in der Haidelmoos-Gartenalage nach dem Brand. Fotos: Bernd Oser

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