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Berichte
21. Juni 2004 – Bis der Pressluftatmer pfeiftErste Verbandsübung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz im neuen Lago Shopping-Center – Verbesserung des Funkverkehrs im Gebäude notwendig
( as) In der Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz geht ein Alarm ein. Die Brandmeldeanlage des Lago Shopping-Centers, eines von mehr als 120 Gebäuden in Konstanz, welche direkt an die Meldeeinrichtung in der Feuerwehrzentrale aufgeschaltet ist, hat alarmiert. Sofort rückt die ständige Wache ab und die Feuerwehrleute der beiden Altstadtlöschzüge werden zum Einsatz gerufen. Kurz darauf treffen Drehleiter und Tanklöschfahrzeug am Lago Shopping-Center ein. Die Fahrzeugbesatzungen eilen in die Brandmeldezentrale des Shopping-Centers und studieren das Brandmeldetableau. Aha, ein Melder in der Lüftungszentrale hat den Alarm ausgelöst.
Währenddessen rücken die Freiwilligen Feuerwehrleute mit weiteren Fahrzeugen an, die sofort instruiert werden: Unklare Brandmeldung in der Lüftungszentrale. Nachdem erklärt wird, wo sich der Einsatzort in dem großen Gebäude befindet, macht sich der erste Trupp auf den Weg. Die schwere Atemschutzausrüstung macht das viele Treppensteigen nicht einfacher… Der Einsatzleiter gibt Rückmeldung an die Wache: "Ein Atemschutztrupp im Einsatz. Mehrere Stockwerke verraucht. Brand noch nicht lokalisiert." Der nächste Trupp eilt ins Lago.
Szenenwechsel: Der erste Trupp hat die Rauchgrenze erreicht. Rasch werden Schläuche an die im Lago eingerichteten Steigleitungen angeschlossen. Die beiden Feuerwehrleute, mit Pressluftatmern ausgerüstet, legen sich auf den Boden, öffnen vorsichtig die Türe und kämpfen sich mit Strahlrohr und Handlampe durch den Rauch. Die Lüftungszentrale mit ihren vielen Luftkanälen ist im verrauchten Zustand noch unübersichtlicher. Nur das Zischen der Pressluftatmer ist zu hören. Plötzlich sind Klopfzeichen, dann sogar Hilferufe zu vernehmen.. Für die Feuerwehrleute gestaltet sich die Suche nach den Verletzen nicht einfach. Die ersten Verletzten – Mitglieder der Jugendfeuerwehr stellten sich für die Übung zur Verfügung – werden gefunden und mühsam durch die Räumlichkeiten, die im Rauch einem Labyrinth gleichen, gerettet und zur Verletztensammelstelle gebracht. Plötzlich ein lauter Pfeifton. Es ist der Pressluftatmer, der signalisiert, dass dem Feuerwehrmann bald die Luft ausgehen wird.
Längst wurde zweiter Alarm ausgelöst und damit ein weiterer Löschzug und die Führungsgruppe, die dem Einsatzleiter bei der Arbeit zur Seite steht, angefordert.
Die Übung in dem neuen Lago Shopping-Center, die in guter und enger Kooperation mit dem Center-Management vonstatten ging, forderte die Einsatzkräfte in höchstem Maße, sowohl körperlich, als auch was die Einsatztaktik anbelangte. "Die Größe des Gebäudes und die vernebelten Räumlichkeiten machten die Orientierung schwierig", stellte Einsatzleiter Andreas Knäble fest. Aber wenn die Führungskräfte, denen Objektpläne als Richtschnur dienen, noch zusätzlich über gute Ortskenntnis verfügen, können sie die Einsatzkräfte dirigieren. Hierbei tauchte jedoch ein Problem auf, wie Dieter Quintus, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und Übungsbeobachter dieser Verbandsübung, nachhaltig feststellen musste. Die Funkverbindung im Gebäude ist mangelhaft. Teilweise brach die Verbindung zu den Einsatztrupps komplett ab. "Hier sind Verbesserungen erforderlich", so Quintus.
Zu der Abschlussbesprechung gesellte sich auch Center-Manager Peter Herrmann, der die gute Zusammenarbeit lobte, wenngleich die erste Großübung ein wenig "ernüchternd" wirkte. Die schnellstmögliche Auswertung der Übung zur Optimierung der Gegebenheiten ist ihm ein Anliegen, wie er sagte und er lud gleich ein, in nächster Zeit nochmals eine Übung im Lago zu machen. Jederzeit seien die Feuerwehrleute eingeladen, sich die Räumlichkeiten anzuschauen. Als Herrmann aufforderte, dabei die Damen gleich zum Shoppen mitzunehmen, erntete er unter den Feuerwehrleuten ein herzliches Lachen.
Um einen Einblick in die Arbeit der Führungsgruppe zu bekommen – die Freiwillige Feuerwehr Konstanz ist die erste Wehr im Landkreis, welche eine regelmäßig übende und einsatzbereite Führungsgruppe unterhält – waren Vertreter der Feuerwehren Stockach, Singen und Reichenau vor Ort. Gerade für die Stockacher und Singener Feuerwehrleute war dieser praktische Anschauungsunterricht wertvoll, denn sie wollen ein gleichartiges Führungsinstrument, wie es in der Schweiz seit langem gang und gäbe ist, aufbauen.
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