|
Berichte
21. Juni 2006 – Gut gerüstet für den GroßeinsatzFührungs-Gruppen der Feuerwehren Stockach und Konstanz übten gemeinsamDass sie auf größere Schadensereignisse bestens vorbereitet sind, konnten die Führungs-Gruppen der Freiwilligen Feuerwehren Stockach und Konstanz bei einem Übungsabend in Stockach feststellen. Nach drei-jähriger enger Zusammenarbeit mit gegenseitigen Informationsbesuchen und der Stellung von Ausbildern trafen sich bei Gruppen erstmals, um gemeinsam zu üben.
Beide Einheiten hatten jeweils einen Großbrand mit den eigenen Führungsmitteln abzuarbeiten, während die andere aufmerksam zuschaute. Wie erwartet, waren die Unterschiede im Ablauf sehr ähnlich, wie die beiden Leiter Jochen Keller und Peter Renker im Anschluss feststellten.
Führungs-Gruppe
Basis für die Arbeit einer Führungs-Gruppe ist die Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV) 100 –Führung und Leitung im Einsatz. Darin wird ein Führungssystem beschrieben, das die Führungsorganisation, den Führungsvorgang und die Führungsmittel erläutert und festlegt. Hierdurch soll unter anderem ein dem jeweiligen Schadenereignis beziehungsweise der jeweiligen Gefahrenlage entsprechender kontinuierlicher Aufbau der Führungsorganisation ermöglicht werden; beginnend beim alltäglichen Einsatz einer Gruppe bis hin zum Großeinsatz bei weiträumigen Schadenlagen. Vergleichbare Vorschriften gibt es im Katastrophenschutz, bei der Polizei, der Bundeswehr und den Hilfsorganisationen.
|
Für Peter Renker, der auch Stellvertretender Kommandant in Konstanz ist, habe der Abend gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg seien: "Wir können uns blind ergänzen und unterstützen; das Personal ist untereinander austauschbar", freute er sich. Das sei schließlich auch kein Wunder, so Renker, denn "die Zusammenarbeit fußt auf bewährten Grundlagen und Handlungsweisen wie der Feuerwehrdienstvorschrift (FwDV) 100". Der Konstanzer will auf jeden Fall die gegenseitige Zusammenarbeit beibehalten und auch mit anderen Führungs-Gruppen im Landkreis ein Netzwerk bilden.
Jochen Keller bestätigte den guten Erfolg der Zusammenarbeit. "Die Übung hat gezeigt, dass wir kein Bauchweh haben müssen", freute sich der Stockacher. Sie hätten 2003 mit dem Aufbau begonnen und viel von den Konstanzern gelernt, die ein Jahr zuvor gestartet waren. Anfangs sei es immer schwer und ständig stehe die Frage im Raum "mach ich es richtig?", erklärte Keller. Von Vorteil sei zudem, dass gemeinsame oder vergleichbare Unterlagen wie in Konstanz genutzt würden.
Die 14 Mitglieder stammen auch aus den angrenzenden Gemeinden. Bisher ist die Führungs-Gruppe für die Stadt Stockach und die Teilorte zuständig. Ab dem 1. Januar des nächsten Jahres soll die Gruppe auch in die Gemeinden im Unterabschnitt (Verwaltungsgemeinschaft) gerufen werden können. "Wir sind gerüstet für Großbrände, Unwetter und Gefahrgutunfälle", erklärt der Stockacher.
Für Keller hat der gute Kontakt mit den Konstanzern noch einen wichtigen Vorteil: Da es keine geografische Grenze gibt – "Konstanz ist weit weg" –könne er sich vorstellen, dass sie gegenseitig Ersatzmannschaften stellen, da die Schadensereignisse meist örtlich begrenzt blieben.
Für andere Gruppen im Landkreis stehen die Konstanzer und Stockacher gerne als Ansprechpartner bereit, um ihre Erfahrungen an die Neueinsteiger weiterzugeben und um deren Start zu erleichtern. "Das Rad muss ja nicht jedes Mal neu erfunden werden", so Renker. Die FwDV 100 dient als Richtschnur, wobei örtliche Besonderheiten gegebenenfalls berücksichtig werden können.
Indes steht die große Bewährungsprobe für beide Führungs-Gruppen steht noch aus. Sie kamen bisher zu einigen wenigen Einsätzen, die jedoch keine besondere Herausforderungen darstellten. Aber immerhin habe dabei das erarbeitete System gut funktioniert, sind sich Keller und Renker einig.
Autor: nea – Letzte Änderung: 2006-11-11 14:13:40
Galerien1 Galerien Links
|