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Berichte
22. Juni 2007 – Herzliche Verbundenheit über GrenzenBeständige Freundschaften mit Feuerwehren der Konstanzer Partnerstädte – Tábor nimmt einen besonderen Stellenwert einNoch während des "kalten Krieges" durchbrachen die Feuerwehren aus Konstanz und Tábor (CZ) den Eisernen Vorhang. Die Feuerwehr Konstanz ist nicht nur eine tatkräftige Wehr, sondern auch ein Zugpferd, gerade wenn es um Freundschaften über Grenzen hinweg geht. Mit den Floriansjüngern der Nachbarstadt Kreuzlingen besteht ein intensiver Austausch – trotz EU-Außengrenze. Interessant ist aber auch der Kontakt mit den Kameraden aus den Konstanzer Partnerstädten Fontainebleau, Lodi, Richmond und Tábor. Gerade der Beziehung zur letztgenannten Stadt kommt eine besondere Bedeutung zu, denn diese Freundschaft wurde zu Zeiten des „Eisernen Vorhangs“ begründet. Für die Tschechen hat die Städtepartnerschaft deshalb eine symbolische Bedeutung: Freiheit.
Eigentlich alle Städtepartnerschaftgründungen erfolgten unter Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz. Dabei taucht immer wieder ein Name in den Niederschriften auf: Rudolf Santo, Vorgänger von Feuerwehrkommandant Dieter Quintus. Während die Partnerschaften zu Fontainebleau, Lodi und Richmond vor allem dem Zweck diente, die Völker einander näher zu bringen, nimmt die tschechische Stadt Tábor einen besonderen Stellenwert ein, denn trotz des „Eisernen Vorhangs“ wurde eine Partnerbeziehung aufgebaut.
Nicht nur auf kommunalpolitischer Ebene erfolgte die Gründung dieser Städtepartnerschaft, die nach Überwindung etlicher Hürden letztlich 1984 besiegelt wurde. Gewisse Doppelfunktionen – man denke hier an Stadtrat und Feuerwehrler Konrad Schatz und Herbert Schenk – beschleunigten auf Feuerwehr-kameradschaftlicher Basis über Sprachgrenzen hinweg persönliche Beziehungen. Auf Táborer Seite war von Anfang an auch der Feuerwehrkommandant Zdenek Dvorak aktiv, dem die Städtepartnerschaft und die seither rege gepflegte Freundschaft zwischen den beiden Feuerwehren viel bedeutet. Als die Feuerwehr Tábor im Jahr 2004 ihr 50-jähriges Bestehen feierte, widmete Dvorak drei Seiten der Festschrift der Partnerbeziehung zu Konstanz und übersetzte sie sogar persönlich ins Deutsche. Die „ersten, fast konspirativen Treffen“ datiert Dvorak ins Jahr 1981. 1982 kam es zu einem „inoffiziellen Treffen“ des Konstanzer Feuerwehrkommandanten Rudolf Santo und des Stadtratmitgliedes Konrad Schatz mit Kommandant Zdenek Dvorak und Brandschutzinspektor Jaroslav Janovsky, wobei die gegenseitigen Vorstellungen besprochen wurden. Aufgrund der damaligen politischen Lage mussten viele Hindernisse überwunden werden. Konrad Schatz erinnert sich: „Polizisten, Journalisten und kirchliche Bedienstete durften damals nicht einreisen. Wie aber kam er als Mesner vom Münster zur Einreiseerlaubnis? Wenn nach seinem Beruf oder Arbeitgeber gefragt wurde, habe er lediglich „Münster“ angegeben. Keiner habe näher nachgefragt.
Bereits 1984 kam es dann zum ersten offiziellen Besuch. 24 Konstanzer Feuerwehrmänner reisten nach Tábor und im darauffolgenden Jahr erfolgte der Gegenbesuch. Für die Táborer wurde ein Traum wahr. Nun hatten sie die Möglichkeit, aus der totalen Isolation auszubrechen. Es ist ein Stück erlebte Geschichte mit einem erfreulichen Ausgang. Die Freundschaft zwischen Táborer und Konstanzer Feuerwehrleuten und deren Familien ist sehr eng. Jedes Jahr besucht man sich gegenseitig und die Herzlichkeit ist deutlich spürbar.
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