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Berichte
22. Juni 2007 – Immer ein brandaktuelles Thema„Feuer & Flamme“: Sonderausstellung zum 150-Jahr-Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr KonstanzPressetermin im Kulturzentrum. Feuerwehr-Kommandant Dieter Quintus, der erst um 5 Uhr morgens vom Unwettereinsatz zurückkehrte, hält sich per Funkmeldeempfänger über das aktuelle Einsatzgeschehen auf dem Laufenden. Die Unverzichtbarkeit der Feuerwehrarbeit wurde pünktlich zum 150-jährigen Bestehen der Konstanzer Wehr wieder einmal deutlich. Für Dr. Tobias Engelsing, Direktor der Städtischen Museen, ist das Jubiläum Grund und Anlass, die Entwicklung der ältesten Selbsthilfeorganisation der Stadt spannend, informativ und unterhaltsam in der Sonderausstellung „Feuer & Flamme“ im Kulturzentrum am Münster aufzuzeigen.
Es ist wohl eine Seltenheit, dass einer Feuerwehr zu ihrem Jubiläum eine Sonderausstellung gewidmet wird, die über vier Monate zu sehen ist. Was hat Tobias Engelsing dazu bewogen, seine erste große Sonderausstellung der Feuerwehr Konstanz zu widmen? „Wenn eine Einrichtung wie die Feuerwehr den 150. Geburtstag feiert, drängt es sich geradezu auf, die Geschichte dieser bürgerschaftlichen Institution zu erklären“, so Engelsing, der anfügt: „Und dies gerade in einer Zeit, in der das ehrenamtliche Engagement deutlich nachlässt.“ In nur drei Monaten kreierte Engelsing mit seinem Team eine anschauliche, informative und unterhaltsame Ausstellung, die sich der Entwicklung im Barndschutz vom Mittelalter bis heute widmet.
„Mitte des 19. Jahrhunderts gab es schon Überlegungen, die mittelalterliche Gesellschaftsordnung zu modernisieren“, erläutert Engelsing. Doch erst der Brand der Rheinbrücke 1856 stellte die untaugliche Löschordnung, bei der jeder Bürger mehr oder weniger zum Löschen eilte, vehement in Frage. Als dann noch die Fabrik eines Konstanzer Spritzenherstellers brannte „machte es schwupps: Wir brauchen eine Feuerwehr“, erzählt Tobias Engelsing lebhaft. So entstand vor 150 Jahren eine demokratisch organisierte Freiwillige Feuerwehr. „Seither wird die Daseinsvorsorge in Sachen Sicherheit von Freiwilligen getragen“, so Engelsing. In der Schweiz ist die Feuerwehr ein Pflichtsystem, in Frankreich militärisch organisiert, und deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern verfügen über eine Berufsfeuerwehr.
Die Sonderausstellung „Feuer & Flamme“ illustriert eindrucksvoll die Zustände im Mittelalter, die Gründung der Konstanzer Feuerwehr, die Entwicklung der Mechanisierung, Technisierung und Motorisierung, die Veränderungen in Kriegszeiten, verschweigt aber gleichwohl die finsteren Stunden der Konstanzer Wehr im dritten Reich nicht. Sie spricht aber auch die Besonderheit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit am Beispiel Konstanz-Kreuzlingen an. Flankiert wird die Ausstellung durch museumspädagogische Programme, aber auch jeden Samstag von Übungen der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz auf dem Münsterplatz.
Die Konstanzer Wehr hat jedoch auch Nachwuchsprobleme. Die Stadtwerke Konstanz machten zum Feuerwehrjubiläum ein besonderes Geschenk: Ein Bus der Stadtwerke – eine echt „heiße Kiste“ mit flotter Werbung, für die echte Konstanzer Feuerwehrfrauen und -männer als Fotomodels zur Verfügung standen - wirbt die nächsten Wochen und Monate zum Mitmachen. Der Aktionstag am Samstag, 23. Juni, demonstriert am Konstanzer Hafen zudem lebhaft das Leistungsspektrum der modernen Feuerwehr, und vor dem Kulturzentrum am Münster gibt es mit 22 Fahrzeugen - Baujahr 1924 bis Anfang der 60er Jahre - eine interessante Feuerwehr-Oldtimer-Schau.
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