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Berichte
23. September 2003 – Auto-Salto in den SeerheinAlte Rheinbrücke wurde zur Schanze: 19-jährige Fahrerin verletzt gerettet( rin) Es war wie in einem Actionfilm: Gestern früh gegen 6 Uhr segelte eine 19-jährige Frau mit ihrem Wagen über Absperrung und Radweg der Alten Rheinbrücke. Der Wagen durchbrach das Brückengeländer, überschlug sich und landete im Seerhein. Das Auto kam halb auf einem leeren Rettungsboot und halb auf dem Ufer zum Liegen. Wie durch ein Wunder überlebte die junge Frau Flug und Sturz, ohne sich allzu schwer zu verletzen.
Der Unfallhergang gab den ermittelnden Beamten und den Einsatzkräften der Feuerwehr zunächst Rätsel auf. Die Absperr-Kette zum Radweg auf der Alten Rheinbrücke war unbeschädigt, im Brückengeländer dahinter aber klaffte eine große Lücke. Die Fahrerin musste mit ihrem Wagen auf der Rheinbrücke also regelrecht abgehoben sein.
Nach Rücksprache mit der Unfallfahrerin im Konstanzer Krankenhaus rekonstruierte die Polizei den Unfallhergang: Die 19-Jährige fuhr vom Rheinsteig kommend auf die regennasse Alte Rheinbrücke, dort schleuderte ihr Wagen, krachte auf der Seite des Bahndamms in die Leitplanken. Durch den Aufprall drehte sich das Auto. Die durch die Kollision offenbar schockierte Fahrerin gab Vollgas, vermutlich verwechselte sie das Gas- mit dem Bremspedal.
Die ermittelnden Polizeibeamten nehmen an, der Wagen sei nach vorne gegen einen Randstein geschossen, der wie eine Schanze wirkte. Das Auto hob ab, überflog die Sperrkette zum Radweg, durchschlug das Metallgeländer und stürzte von der Brücke in den Rhein. Das Fahrzeug, das sich in der Luft gedreht hatte, fiel etwa sechs Meter, schlug dann kopfüber genau zwischen stählernem Rettungsboot und Ufer auf. Der Fahrerraum blieb weitgehend unbeschädigt.
Ein Autofahrer, der den Unfall beobachtet hatte, zog die 19-Jährige aus dem Wagen. Nach ersten Erkenntnissen hat sie neben einem großen Schrecken vor allem Prellungen erlitten.
Die Bergung des Wagens wurde zum weithin sichtbaren Schauspiel: Ein Autokran fuhr seinen Mast mit Hubseil und -haken aus. An den Haken genommen, schwebte der Schrottwagen für einige Augenblicke über dem Seerhein, dann stand er wieder auf der Alten Rheinbrücke. Dieses Mal auf der Ladefläche eines Abschleppwagens. Während der Bergung des Autos war die Alte Rheinbrücke für kurze Zeit für den Verkehr gesperrt.
Die Frage, wie schnell der Wagen der Unglücksfahrerin war, als er ins Schleudern kam, konnten Polizeibeamte noch nicht beantworten. Alkohol als Unfallursache schließen sie jedoch aus. Das Rettungsboot aus Stahl wurde nach Angaben der Einsatzkräfte nur leicht am Ruder beschädigt.
(nea) Dass der Unfall recht glimpflich verlief, war auch dem niedrigen Wasserstand des Bodensees zu verdanken. Den zu dieser Jahreszeit üblichen Wasserstand vorausgesetzt, wäre das Unfallauto rasch im Rhein versunken. Das Flussufer fällt an dieser Stelle leicht ab. Ein weiterer glücklicher Umstand war das angekettete Rettungsboot, das seinem Namen alle Ehre machte, und ein Abgleiten des Autos ins Wasser verhinderte.
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