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Berichte

24. Januar 2005 – Nur nicht verstecken!

Kindergarten St. Gebhard übte für den Brandfall

(rin) Der sieht ja aus wie ein Archäologe", stellt ein kleiner Junge mit Blick auf Bernfried Streibert fest. Dieser steckt im hellroten Schutzmantel der Feuerwehr, auf seinem Kopf sitzen Helm und Helmlicht, über dem Gesicht trägt er eine Atemschutzmaske. Bei jedem Atemzug zischt es laut. Der Mann in der Montur ist im Kindergarten St. Gebhard, weil 90 Kinder dort trainieren, wie sie sich im Brandfall verhalten sollen. Zwei Wochen lang stand das Thema Feuer im Mittelpunkt der Arbeit.
Training für den Ernstfall: Im St. Gebhardkindergarten übten Kinder, wie sie sich bei Feueralarm verhalten. Foto: Claudia Rindt
Die sollen vor allem keine Angst haben, wenn Bernfried Streibert und seine Feuerwehrkollegen in ein brennendes Gebäude kommen, um Menschen zu retten. Kinder, die wegrennen und sich verstecken, bringen sich im Brandfall in Lebensgefahr. Bernfried Streibert lässt die Kinder erleben, wie er sich vom freundlichen Mann in einen Helfer der Feuerwehr in Schutzkleidung verwandelt. Wenig später führt die Brandschutzbeauftragte Stephanie Streibert das Gellen eines Rauchmelders vor. Die Kinder haben auch erlebt, welche Faszination und Gefahr von Feuer ausgehen kann. Um zu demonstrieren, wie schnell aus gemütlichem Kerzenlicht ein Feuer werden kann, wurde unter der Aufsicht von Erziehern ein Adventskranz in Brand gesetzt. Unter den Augen der Erwachsenen durften Kinder auch verschiedene Stoffe verbrennen.
"Viele Eltern lassen Kinder mit Feuer gar nicht mehr in Berührung kommen", kritisiert Sabine Brunke-Fennrich vom Kindergarten St. Gebhard. Damit steige der Reiz für die Kleinen, heimlich zu zündeln. Sie hält es für sinnvoller, Kindern die Schönheiten und Gefahren von Flammen im geschützten Rahmen zu zeigen. Sie plädiert dafür, Kerzen nicht aus dem Haushalt zu verbannen.
Der Kindergarten St. Gebhard hat die Brandschutzerziehung als feste Größe ins pädagogische Repertoire aufgenommen. Die Kinder lernten während der beiden Projektwochen, wie sie die Feuerwehr verständigen und einen Brand melden können, sie bastelten und malten zum Thema Feuer und sie meisterten die erste Brandschutzübung ihres Lebens.
Als im Kindergarten Rauchmelder losschrillten, zuckten einige Kinder zusammen. Doch nach einer Schrecksekunde wussten die Kleinen, was sie zu tun hatten: Zur nächsten Erzieherin ans Fenster gehen und sich hinausheben lassen. Im Freien erlebten die Kinder, wie ein Feuerwehrauto anbrauste. Anschließend erklärten Einsatzkräfte, welche Geräte sie im Wagen mitführen.
Bei der Übung lernten nicht nur die Kinder, sondern auch die Erzieherinnen. Sie studierten das Verhalten der Kinder und auch ihr eigenes. Auf dem Programm steht bald ein Elternabend zum Thema Feuer. Um den Brandschutz zu verbessern, werden jetzt in St. Gebhard Rauchmelder eingebaut. "Die gehören in jeden Haushalt", sagt Sabine Brunke-Fennrich.


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