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Berichte
25. Februar 2003 – Auto prallte auf Lastwagen: 4 Tote
Herzlicher Dank
Die schwer verletzte Beifahrerin ließ nur wenige Tage nach ihrem Unfall aus dem Krankenhaus ihren Dank an die Helfer, die bei ihrer Rettung dabei waren, ausrichten.
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Die Unfallstelle bei Allensbach auf der B 33: Vorne links der VW Passat, den es nach dem Zusammenprall mit den Lastwagen (rechts oben im Hintergrund) auf die Leitplanke geschoben hat. Die Feuerwehren aus Konstanz und Allensbach befreiten mit hydraulischen Rettungsgeräten aus dem Auto eine lebensgefährlich verletzte Frau sowie vier Tote. Foto: Hendrik Roggendorf
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(nea) Auf der B 33 auf Höhe der zukünftigen Anschlussstelle Allensbach-Mitte prallte ein aus Richtung Radolfzell kommender VW Passat mit der linken Vorderseite auf einen entgegenkommenden Lastwagen. Nach ersten Erkenntnissen von Polizei und Dekra war das mit 5 Personen besetzte Auto gegen 13.45 Uhr aus bisher nicht geklärter Ursache in einer langgezogenen Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten. Vier der Autoinsassen waren sofort tot. Die Feuerwehren Konstanz und Allensbach befreiten die lebensgefährlich verletzte Beifahrerin mit hydraulischen Rettungsgeräten. Die Frau wurde von Notarzt und Rettungsdienst ins Klinikum Konstanz gebracht. Den unter Schock stehenden Fahrer des Lastwagens brachte ein Rettungswagen ins Krankenhaus von Radolfzell. Die Bundesstraße 33 war mehrere Stunden lang gesperrt. Die Polizei leitete den zäh fließenden Verkehr durch Allensbach.
Einsatzbericht
Als erstes Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz rückte der Vorausrüstwagen (VRW, 6/50) aus. Ihm folgten unter anderem das Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24-Tr, 6/21) und der Rüstwagen (RW 2, 6/52) sowie ein Mannschaftstransportwagen (MTW, 6/19). Die Anfahrt dieser Fahrzeuge wurde mehrfach durch hirnlose Fahrzeuglenker gefährdet, die im Stau stehend wendeten. So musste der Maschinist des VRW zwei Vollbremsungen (trotz Sonderechte) ausführen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Nach dem der VRW diesen Bereich passiert hatte trafen die nachfolgenden Fahrzeuge 6/52 und 6/21 auf die gleiche Problematik, ja sogar Lieferwagen versuchten im Stau zu wenden und blockierten somit den Anfahrtsweg für die Rettungskräfte.
Bei Ankunft des VRW, war das Tanklöschfahrzeug der FF Allensbach (1/21) bereits vor Ort; dessen Besatzung hatte die Schnellangriffsleitung beim Unfallauto in Stellung gebracht sowie die Ersterkundung durchgeführt. Nach Erkundung durch den Einsatzleiter Klaus Wehner und nach Rücksprache mit den Allensbacher Kollegen ergab sich folgendes Bild:
Das Auto – ein VW Passat – war vorne im Bereich des Motorraumes zertrümmert, das Dach großflächig abgerissen sowie nach hinten links zurückgeklappt, so dass ein freier Einblick in das rückwärts auf der Leitplanke hängende Auto möglich war. Im Auto war auf dem Beifahrersitz eine Frau zu sehen. Diese war bedingt ansprechbar und eingeklemmt; von Beinen und Leib war bis etwa zur Brusthöhe nichts zu sehen. Der Kopf des Fahrers war durch den Aufprall auf dem Kühlergrill des Lastwagens vom Rumpf getrennt worden und hatte dort eine sichtbare Eindellung hinterlassen. Leichenteile waren etwa über eine Strecke von 20 Metern verstreut. Im Fond waren zwei Leichen zu erkennen, deren Rümpfe nach links geneigt waren. Eine weitere Leiche wurde kurze Zeit später im Fond entdeckt, nach dem die abgeschlossenen Rettungsmaßnahmen an der Beifahrerin eine weitere Erkundung erlaubten.
Der Einsatzleiter besprach mit dem Notarzt und der Polizei die ersten Maßnahmen. Der Notarzt legte der Verletzten einen Zugang während die Feuerwehrleute die hydraulischen Rettungsgeräte zur Befreiung vorbereiteten.
Nachdem die Frau vom Notarzt versorgt worden war, entfernten die Feuerwehrleute die Beifahrertüre mittels Spreizer und Schere. Zudem schnitten sie einen Rest des Dachholmes zwischen der rechten A- und B-Säule ab. Da die Füße der Verletzten kaum eingeklemmt waren, reichte ein Nach-Hinten-schieben des Sitzes aus, um die Frau mit dem Rettungsbrett möglichst schonend befreien zu können.
Parallel zu den Rettungsmaßnahmen am Passat gab es noch weitere Aufgaben zu erledigen. Die zahlreich mit Kind und Kegeln herbei strömenden Gaffer mussten verscheucht sowie die Leichen abgedeckt werden. Das Fahrzeug wurde auf auslaufendes Öl und Benzin kontrolliert, Ölbindemittel ausgestreut sowie die Batterie abgeklemmt.
Die Erkundung des etwa 100 Meter entfernt zum Stehen gekommenen mit Aushub beladenen Lastwagens – Einsatzleiter Wehner schätzt seine Masse auf 26 bis 28 Tonnen – ergab zu einem sehr frühen Zeitpunkt keine weiteren Gefahrenschwerpunkte. Der unter Schock stehende Fahrer war schon vom Rettungsdienst versorgt worden. Der Lastwagen selbst bildete eine stabile Lage, so dass vorerst keine weiteren Maßnahmen erforderlich waren. Der Aufprall hatte beide Vorderräder aus ihrer Verankerung gerissen. Die Leitplanke hatte erfolgreich verhindert, dass der Laster die Böschung hinabgestürzte.
Zur Bergung des Lastwagens wurde ein spezialisiertes Privatunternehmen an die Einsatzstelle gerufen. Obwohl sich der Diesel-Tank in einer ungünstigen Lage befand, konnte das Unfallfahrzeug ohne Probleme geborgen werden.
Am Passat wurde vor der Fahrzeug-Bergung das Dach noch ganz vom Fahrzeug getrennt damit das Fahrzeug zum Abtransport verladen werden konnte.
Die Ermittlungen von Polizei und DEKRA ergaben recht schnell den Grund für den verheerenden Zusammenstoß, da Eindrücke im Fahrzeugbelag eindeutige Schlussfolgerungen zuließen. Nach diesen Spuren war klar, dass der VW auf die Gegenfahrbahn geraten war und dies zur Kollision führte.
Fotogalerie (ACHTUNG: Längere Ladezeit)
Auto von Lastwagen zerdrückt
Vier Menschen starben bei Verkehrsunfall auf B33 bei Allensbach
( rin) Beim seit Jahren schwersten Verkehrsunfall im Raum Konstanz sind gestern vier Menschen im Alter zwischen 60 und 73 Jahren getötet worden. Auf der B33 bei Allensbach war ein mit fünf Personen besetztes Auto auf die Gegenfahrbahn geraten und von einem Lastwagen überrollt worden. Drei der Opfer kommen aus Singen, eines aus Konstanz.
Die Todesopfer saßen als Fahrer und Mitfahrer in einem silbernfarbenen VW Passat. Es ist in Friedrichshafen zugelassen und wird für Sammeltransporte in Krankenhäuser genützt. Ziel der Unglücksfahrt von Singen aus war das Klinikum in Konstanz.
Wie es zum tragischen Unfall in einer langgezogenen Rechtskurve kurz hinter einer Baustelle bei Allensbach kam, ist noch ungeklärt. Die Strecke war trocken, die Geschwindigkeitsbegrenzungen aufgehoben.
Dennoch kam das vollbesetzte Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn, direkt unter die Reifen eines Lastwagens. Sie walzten den Motorraum und Teile des Fahrgastraums nieder. Gewicht und Schubkraft des Lastwagens dürften das Auto regelrecht ausgehebelt haben. Es kam mit den Hinterrädern auf einer Leitplanke zu liegen.
Ein Reifen des Lastwagens riss beim Unfall ab, der Wagen schlitterte noch rund 100 Meter über die Straße, bis er an einer Leitplanke liegen blieb. Der Fahrer erlitt einen Schock. Im anderen Wagen waren vier der fünf Personen auf der Stelle tot. Nur die 72-Jährige auf dem Beifahrersitz wurde lebend, aber sehr schwer verletzt aus dem Wagen gerettet. Drei der Todesopfer saßen auf der Rückbank. Es waren dies zwei Frauen – 73 und 60 Jahre alt – sowie ein 67-jähriger Mann. Der ebenfalls getötete Fahrer – ein 70-Jähriger – wohnte in Konstanz.
Eine rund 100 Meter lange Spur der Wrackteile ließ ahnen, welche Kräfte beim Zusammenstoß der Unglücksfahrzeuge gewirkt haben. Das Lenkrad des Unglücksautos wurde etwa 50 Meter ins Freie geschleudert.
Drei Stunden dauerte es, bis die Feuerwehrkräfte aus Allensbach und Konstanz sowie die Polizei die Unfallstelle frei geräumt hatten. Der Verkehr aus beiden Richtungen wurde durch den Ortskern von Allensbach umgeleitet.
An den Engstellen der Ortsdurchfahrt, die Lastwagen nur schwer nehmen konnten, und an den Fußgängerampeln der Gemeinde staute sich der Verkehr immer wieder auf. Die Polizei sprach von zähflüssigem Verkehr. Die Autoschlange habe sich meist langsam bewegt.
Fotogalerie (ACHTUNG: Längere Ladezeit)
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