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Berichte

26. Juni 2010 – Hochsommerliche Temperaturen lassen Lehrgangsteilnehmer arg schwitzen

Vom 23. bis zum 26. Juni fand in Konstanz ein Atemschutzlehrgang statt. Die Arbeit der Feuerwehrfrauen und -männern birgt viele Gefahren; unter anderem giftigen Gase, die in der Regel bei Bränden auftreten. Dafür werden die Einsatzkräfte für das Tragen von Atemschutzgeräten vorbereitet und geschult. Diese Schützen vor den Atemgiften. Die Arbeit unter dem Pressluftatmer (PA) ist nicht leicht. Neben der Persönlichen Schutzausrüstung wie der Einsatzuniform, Einsatzstiefel und der Feuerwehrgurt, müssen die eingesetzten Kräfte nun zusätzlich das schwere Atemschutzgerät und die jeweilige dazu benötigte Ausrüstung tragen. Somit kann alleine der Weg zum jeweiligen Einsatzort eine Herausforderung sein. Daher müssen die neuen Atemschutzgeräte-Träger körperlich fit sein.

Mittwoch

Die 17 Teilnehmer aus Konstanz und Allensbach fanden sich am Mittwochabend zum ersten Mal in der Feuerwehr Wache in der Steinstraße für einen Theorieunterricht zusammen.

Donnerstag

Am Donnerstag durften sie dann das erste Mal eine Atemschutzmaske aufziehen um sich so an das unbekannte Gefühl zu gewöhnen. Mit angezogener Maske liefen die 17 Männer und Frauen zügig durch die Feuerwache und überwandten Hindernisse in der Fahrzeughalle sowie im Hof. Was eigentlich nicht gerade anstrengend klingt, ist für die unerfahrenen Lehrgangsteilnehmer doch sehr Kräfte zehrend, da es keiner von ihnen bisher gewohnt war in einer Maske zu Atmen. Das eigentlich ungewohnte darin, ist der Wiederstand der beim Ein- und Ausatmen durch das Steuerventil entsteht. Doch nach dem anstrengenden Tag haben die Teilnehmer noch nicht an den Freitag gedacht.

Freitag

Der Freitag fing ruhig mit etwas Theorieunterricht an. Doch daraufhin wurden die Fahrzeuge mit den Atemschutzflaschen beladen und die Teilnehmer fuhren zum Gelände der EBK/TBK. Hier durften sie erstmals die rund 30 Kilogramm schweren Geräte aufsetzen. Da die Ausbilder testen wollten wie körperlich fit die Auszubildenden sind, wurde erstmals über das Gelände spaziert und auch gejoggt.
Zu beachten waren natürlich auch die hochsommerlichen Temperaturen, die sich passend zum Lehrgang herrschten und den Lehrgang so zu einer Tortur für jeden einzelnen machten. Nach dem die erste Atemschutzflasche, in der sich etwa 1650 Liter Luft befinden, leer waren, wurde kurz pausiert. Danach übten die Lehrgangssteilnehmer das Wechseln der Atemschutzflaschen.
Nun waren alle wieder bereit zum Weitermachen und die Geräte wieder mit vollen Flaschen bestückt. Jeweils ein Ausbildermusste in der sogenannten Rettungstrage (einem speziellen Tuch mit Trageschlaufen) über ein Geländer tragen werden. Als Steigerung mussten sie die Außentreppe am TBK-Hauptgebäude hochlaufen – natürlich mit den Ausbildern im Tuch.
Das Retten von Personen, und das noch Treppe aufwärts, raubte nun allen auch die letzten Kräfte. Wichtig waren diesen Temperaturen die Trinkpausen, da bei solch einer Belastung der Körper sehr viel Flüssigkeit verliert. Natürlich wurde auch für Essen gesorgt. Nachdem Teilnehmer und Ausbilder wieder in der Feuerwache waren, ging es gleich weiter mit einem weiteren Durchgang. Ihr Gerät hatten die Teilnehmer vorher mit einer neuen Flasche bestückt. Es gab eine Stationsausbildung bei der im Dunkeln gearbeitet wurde. Diese Lage wird von den Feuerwehrleuten oft bei Bränden vorgefunden, wenn wegen des dichten Rauchs nur wenige Zentimeter weit zu sehen ist.

Samstag

Am Samstag ging es gleich morgens um 7 Uhr weiter. Die Ausbilder machten sich mit den Teilnehmern auf den Weg nach Friedrichshafen auf die Atemschutzübungsstrecke in der dortigen Feuerwache. Dort hatten die Trupps, der aus zwei Feuerwehrleuten gebildet wird, verschiedene Stationen wie Endlosleiter, Hammerziehen, Laufband und eine Hindernisstrecke durchlaufen werden. Um die Belastungsübung zu bestehen, musste der Durchgang zweimal gemacht werden. Dabei kam es sehr auf Teamwork an. Die beiden Truppmitglieder mussten sich gegenseitig durch enge Röhren oder über andere Hindernisse helfen. Wer hier keine Kraft mehr hat und abbricht, kann den Lehrgang nicht bestehen.
Doch das war längst nicht alles. Zurück in Konstanz wurde auch gleich die theoretische Prüfung geschrieben, welche dann alle überraschenderweise mit Bestnoten bestanden, was auch eine Bestätigung für die Ausbilder für ihre gute Arbeit war.
Nach der Mittagspause wurden das Retten von Kameraden und der Mayday-Fall (Verhalten bei einem Notfall mit eingesetzten Atemschutzträgern) geübt. Hier konnten die Teilnehmer nochmals Kraft tanken, da der Lehrgang immer noch nicht fertig war. Nun hieß es nochmal Zähne zusammenbeißen und unter die volle Einsatzmontur steigen. Nun wurde das von den vorherigen Tagen gelernte Wissen bei verschiedenen Stationen geprüft. Die Stationen waren unter anderem Menschenrettung, ein Gebäudebrand in der fünften Etage mit Einstieg über die Drehleiter oder ein Kellerbrand.
Wer das alles bestanden hatte, hatte es geschafft! Er war nun einer der 15 glücklichen Atemschutzgeräteträger. Und damit ging dann auch dieser Lehrgang zu Ende. Die neuen Atemschutzgeräteträger sind nun:
Feuerwehr Allensbach:
Tobias Späth, Sebastian Kopp, Mario Erndwein, Markus Kleiser, Stefan Seel, Oliver Jauch, Michael Schaaf, Nico Engelmann und Boris Böck
Feuerwehr Konstanz:
1. Zug: Jan Schlösser, Christopher Kutschker
3. Zug: Madeleine Bieg
7. Zug: Nadine Allweiler
9. Zug: Daniel Sutter, Klaus Tröndle
Die Ausbilder waren Klaus Mirsch, Michael Rössler, Uli Wehner, Tobias Oser, Phillip Siebrecht und mit den Ersatzausbildern Marc-Phillip Greis und Janine Mirsch und der neue Ausbildungsleiter Andreas Knäble.
Autoren: Janine Mirsch und Christopher Kutschker
Autor: Janine Mirsch, Christopher Kutschker – Letzte Änderung: 2010-07-14 16:11:07


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