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Berichte

28. Februar 2007 – Salpetersäure im Abwasserkanal

Gefahrgutunfall auf der Insel Reichenau – 1 000 Liter ausgelaufen

File-id: 1606
Foto: nea (28.02.2007)
Reichenau (-) Ausgelaufene Salpetersäure beschäftigte am Mittwochnachmittag ab etwa 14.40 Uhr bis zum Abend drei Feuerwehren. Die Flüssigkeit war aus einem zerplatzten Behälter ausgetreten, als dieser beim Entladen aus einem Lastwagen auf den Boden gestürzt war. Eine Gefahr für die Bevölkerung und Umwelt bestand nicht.
Am Raiffeisen-Gartencenter auf der Insel Reichenau wurde ein Behälter mit verdünnter Salpetersäure (38-prozentig) entladen. Diese Chemikalie ist stark ätzend, greift Metalle an und ist wassergefährdend. Sie wird zum Reinigen der Rohrsyteme der Bewässerungsanlagen verwendet. Wie Augenzeugen berichteten, verhakte sich die Plane des Lastwagens an dem rund 1 000 Liter fassenden Tank. Ein heftiger Windstoß habe daraufhin den Behälter auf den Boden stürzen lassen, berichteten Augenzeugen. Der Tank platze auf und die Flüssigkeit entleerte sich binnen Sekunden, schilderte Kreisbrandmeister Rolf-Jürgen Stoffel. Das Gefahrgut floss anschließend fast vollständig in einen Ablauf des Mischwasserkanals, der sowohl Abwässer aus Haushalten und Gewerbebetrieben als auch Oberflächenwasser aufnimmt.
Die umgehend alarmierte Freiwillige Feuerwehr Reichenau brachte in der Gewerbestraße eine Abdichtblase im Kanal an, so dass sich ein Teil der Flüssigkeit nicht weiter ausbreiten konnte. Parallel hierzu hatte die Wasserschutzpolizei mit Unterstützung von Landes- und Bundespolizei den Unfallort in Windrichtung vorsorglich großräumig abgesperrt. Dabei kam es zu einem Verkehrsstau, der sich jedoch rasch auflöste, nachdem das Sperrgebiet deutlich verkleinert werden konnte. Aus Vorsicht blieben unter anderem das Gartencenter und ein nahe liegender Supermarkt geschlossen, so dass deren Mitarbeiter frühzeitig Feierabend hatten.
Wieviel Säure im Kanal abfloss ist nicht bekannt. Messungen legen den Schluss nahe, dass kein Schadstoff die Stelle vor dem Setzen der Kanalblase passiert hat. Die Konstanzer Kläranlage, die das Abwasser von der Insel Reichenau aufnimmt, ist verständigt. Es wird jedoch etliche Stunden dauern, bis das Abwasser dort eintrifft. Neben der Entfernung müssen auch mehrere Pump- und Hebewerke überwunden werden, was die Fließgeschwindigkeit verringert. Ein Vorteil dabei ist, dass sich die Salpetersäure weiter verdünnt und so zunehmend unschädlich wird.
Die im Kanal aufgestaute Flüssig pumpte der Gefahrgut-Zug der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz mittels einer Membranpumpe mit Teflongehäuse in mehrere Kunststoffbehälter. Da deren Anzahl nicht ausreichte, ließ Einsatzleiter Thomas Baumgartner weitere Fässer von der Freiwilligen Feuerwehr Radolfzell an die Einsatzstelle bringen. Nachdem der Kanal von einem Fachunternehmen gespült worden war, hatte die Konzentration der Salpetersäure einen ungefährlichen Wert erreicht, so dass die Feuerwehren mit dem Rückbau der Einsatzstelle beginnen konnten.
Salpetersäure, das an der Oberfläche aufgefangen werden konnte, wurde gebunden und wird fachmännisch entsorgt. Die Kunststofffässer brachte der ursprüngliche Lieferant mit seinem Lastwagen zur Kläranlage. Diese werden in ein vorbereitetes Klärbecken entleert, so dass die säurehaltige Flüssigkeit nach und nach dem normalen Klärprozess zugeführt werden kann. Da die Säure den Kalk im Zement angreifen kann, untersucht der Bauhof in der nächsten Zeit eigens betroffene Abschnitte des Kanals auf Schäden.
Autor: nea – Letzte Änderung: 2007-03-01 12:02:22

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28. Februar 2007 – Salpetersäure im Abwasserkanal #1
28. Februar 2007 – Salpetersäure im Abwasserkanal #2


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