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Berichte
28. Oktober 2006 – Sonst hätten wir einen MüllbergJährliche "Seeputzete" der DLRG-Rettungstaucher: Seerhein "entmüllt"Wie wichtig und unverzichtbar die jährliche "Seeputzete" ist, welche die Rettungstaucher der DLRG-Ortsgruppe Konstanz mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW) Ortsgruppe Stockach, der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz, der Feuerwehr Kreuzlingen und der DLRG-Ortsgruppe Bodman veranstalten, zeigte sich am vergangenen Wochenende wieder. 51 ehrenamtliche Helfer, darunter 25 Rettungstaucher, waren mit jeweils einem Boot des THW Stockach, der Feuerwehren Konstanz und Kreuzlingen sowie der DLRG-Ortsgruppen Konstanz und Bodman im Einsatz und entmüllten die Unterwasserwelt zwischen der alten und neuen Rheinbrücke. In rund drei Stunden füllten sie zwei große Müllcontainer.
Im dichten Nebel waren die Boote kaum zu erkennen, von denen die Taucher abgesetzt wurden. Sorgsam suchten sie den Seegrund ab. "Die Erfolgsquote ist hoch. Bei jedem Tauchgang haben wir was gefunden", meinte ein Taucher, bevor er sich wieder Richtung "Unterwasser-Mülldeponie" begab. Auf den Booten stapelten sich rasch die vorsätzlich im Wasser entsorgten Gegenstände, die von den Helfern an Land gebracht und in Container geworfen wurden. Das war harte Arbeit. Die DLRG-Jugend wurde von den Erwachsenen angefeuert und legte kräftig Hand an. "Nicht so zimperlich Lisa, rein damit!", hieß es und das junge Mädchen warf mit Schwung einen Fahrradkorb in den Container.
So viele Jugendliche hatten noch nie bei der "Seeputzete" geholfen. Seit einem Jahr bietet die DLRG Konstanz für Zwölf- bis 16-Jährige ein Extra-Programm, denn erst ab 16 Jahren können sie die Fachausbildung "Helfer zum Wasserrettungsdienst" absolvieren. Diese Zwischenzeit wird jetzt sinnvoll genutzt. "Wir haben das Jugend-Einsatz-Team, kurz JET genannt, gestartet, um die Jugendlichen langsam an den Wasserrettungsdienst heranzuführen", berichtet Sybille Rinn, stellvertretende Jugendleiterin. Dabei gehen sie zum Teil den Erwach-senen zur Hand, wie jetzt bei der Seeputzete.
"Helfen macht Spaß", stellte die dreizehnjährige Lisa Gnirs fest, die nicht erwartet hatte, dass so viel im Wasser liegt. Auch wenn die Arbeit anstrengend ist, sie ist überaus sinnvoll, wie das Mädchen bemerkte: "Wir hätten sonst irgendwann einen Müllberg im Rhein." Wie recht sie hatte, zeigte sich schließlich bei der traurigen Bilanz: 27 Fahrräder, drei Einkaufswagen, ein Dreirad, eine Gartenbank, fünf Fahrradkörbe, zwei große Sonnenschirme, zwei Stühle, eine Angel, acht Verkehrsschilder und 24 Gegenstände im Bereich "Sonstiges", wie Einsatz-leiter Reinhard Weber berichtete. Außerdem wurde ein "interessanter Fund" aus dem Wasser sichergestellt: Ein Reisekoffer mit elektronischem Material, Laptop, Kamera bis hin zu Speicherkarten. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um Diebesgut, berichtete Weber.
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