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Berichte

30. Januar 2009 – Gefäß mit flüssigem Stickstoff zerschellte

Brandmelderalarme sind beim Pharmaunternehmen Nycomed an der Lilienthalstraße keine ungewöhnliche Einsatzart für die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr. Kurz vor 13.45 Uhr am Freitagmittag ging denn wieder einmal ein solcher Alarm in der Feuerwehrzentrale in der Steinstraße ein. Die als erstes eintreffenden hauptamtlichen Kräfte erfuhren von einem Bediensteten des Unternehmens, dass in einem Chemikalienlager im Gebäude F10 ein Gefäß zu Boden gefallen und dort zerbrochen sei. Die darin befindliche Flüssigkeit sei ausgelaufen.
Der erste Blick der Feuerwehrleute durch ein geschlossenes Außenfenster des im Erdgeschoss liegenden Raumes bestätigte die Information. Etwa 10 bis 15 Liter einer bis dahin unbekannten Flüssigkeit war auf dem Boden wahrzunehmen. Vom Verursacher, er konnte sich unverletzt aus dem Lagerraum retten, erfuhren sie, dass es sich bei der ausgelaufenen Flüssigkeit um Stickstoff handeln solle, was der sehr schnell vor Ort verfügbare und für dieses Lager verantwortliche Ansprechpartner von Nycomed ausdrücklich bestätigte. Beim Verlassen hatte der Mitarbeiter die CO2-Anlage ausgelöst, was automatisch zum Brandmeldealarm geführt hatte. Die Türe solcher Räume schließt automatisch und war wie erwartet weitgehend dicht, sodass keine wesentliche Menge an Sauerstoff verdrängenden Gasen außerhalb des Raumes gelangte.
Sicherheitshalber stellten die Feuerwehrleute am zur Gebäudemitte hin gelegenen Ende des betroffenen Flures ein Hochleistungsgebläse auf, das die Luft am gegenüberliegenden Ende, wo das Chemikalienlager sich befand, durch eine geöffnete Türe ins Freie blies. Um die nun überflüssigen Gase aus dem Lager zu entfernen, öffnete ein Trupp unter Atemschutz mittels eines Vierkant-Schlüssels das Fenster im etwa 6 Quadratmeter Fläche messenden Lagerraum. Eine Messung, ob ein explosionsfähiges Gemisch vorlag, verlief zuvor negativ. Anschließend nahmen die Einsatzkräfte zusätzlich einen wassergetriebenen, explosionsgeschützten Hochleistungslüfter in Betrieb, um die Gase ohne Umweg über den Flur durchs Fenster ins Freie zu blasen. Der vormals tiefkalte Stickstoff war zwischenzeitlich vollständig verdampft.
Kurze Zeit später war der Raum wieder begehbar. So konnte schließlich auch der Ursache nachgegangen werden, woher der durchdringende Geruch kam, der für kurze Zeit für Irritationen gesorgt hatte: Dieser hatte zwischenzeitlich die Vermutung aufkommen lassen, dass es sich bei der ausgelaufenen Flüssigkeit um Lösungsmittel handeln könnte. Schließlich entdeckten die Einsatzkräfte unter der Vielzahl der dort in Regalen lagernden Behältnissen einen liegenden Kanister mit Petroleum, deren Ventil undicht war und langsam vor sich hintropfte. Kräftiges Zuschrauben und Kontrolle aller übrigen Behältnisse behob das Problem. Ob die leicht gelöste Ventilverschraubung auf die plötzlichen Druckschwankungen in dem kleinen Raum durch das schlagartige Verdampfen des flüssigen Stickstoffs zurückzuführen ist, kann nur vermutet werden.
Autor: nea


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