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Berichte
30. Oktober 2004 – Unterwasser-Patrouille im SeerheinJährliche "Seeputzete" der DLRG-Rettungstaucher mit Unterstützung der Feuerwehr Kreuzlingen – Trauriger Rekord: Allein 48 Fahrräder aus dem Wasser gefischt(as) Wie wichtig und unverzichtbar die jährliche "Seeputzete" ist, welche die Rettungstaucher der DLRG-Ortsgruppe Konstanz mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW), der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz und der Feuerwehr Kreuzlingen veranstalten, zeigte sich am vergangenen Wochenende wieder. 48 ehrenamtliche Helfer, darunter 25 Rettungstaucher, waren mit jeweils einem Boot des THW, der Feuerwehren Konstanz und Kreuzlingen sowie der DLRG-Ortsgruppen Konstanz und Bodman im Einsatz und entmüllten die Unterwasserwelt zwischen der alten und neuen Rheinbrücke. Dabei wurde ein trauriger Rekord aufgestellt: In rund drei Stunden holten sie allein 48 Fahrräder vom Seegrund.
Mit traumhaftem Herbstwetter wurden die Mitglieder der Hilfsorganisationen belohnt, die am Samstagvormittag ihre Freizeit opferten, um die Unterwasserwelt zu entmüllen. Die Wasservögel ließen sich von der regen Betriebsamkeit auf und unter dem Wasser in keiner Weise stören. Vielmehr hätte man ihr Dabeisein als ein herzliches Dankeschön interpretieren können. Die Stimmung unter den Teilnehmern war vorzüglich, denn obgleich die "Seeputzete" ein Beitrag für die Kameradschaftspflege und eine gute Übung für die Wasserretter darstellt, ist dieser ehrenamtliche Einsatz kein Vergnügen. Muschelbewachsene Fahrräder erfordern ungeheure Kräfte von den Bootsbesatzungen, um diese aus dem Wasser an Bord zu hieven. Kein Wunder, dass drei Mal hintereinander das Seil riss.
Auch die Feuerwehr Kreuzlingen beteiligte sich bereits zum zweiten Mal an der Aktion. "Das ist wie eine Sucht", schmunzelte Peter Brandes und fügte gewitzt hinzu: "Ich hab' immer noch Hoffnung auf ein Schatzkästchen." Mit Engelsgeduld manövrierte der Kreuzlinger Schiffsführer Paolo "Seebär" Soppelsa sein Boot dicht an die Pfeiler der alten Rheinbrücke, wo Bojen die an Seilen befestigten Abfälle, die es zu bergen galt, markierten. Dies war aufgrund der starken Strömung kein leichtes Unterfangen. "Die Schtrömung isch huereschtark, die saugt die ganz anne", konstatierte der Kreuzlinger Schiffsführer.
Die Rettungstaucher freuten sich über die gute Sicht unter Wasser. Acht bis neun Meter weit könne man sehen, so Joachim Mayer, der mit weiteren 24 Tauchern den Seegrund absuchte und den Müll an Seilen befestigte. Das Ergebnis der harten Arbeit ließ sogar die erfahrenen Helfer der "Seeputzete" staunen: 48 Fahrräder, eine Warnbarke, ein Metallbügel, der zum Baumschutz dient, ein leeres Ölfass, ein Schwimmer eines Floßes, welches laut Reinhard Weber "Sarggröße" hatte, Autoreifen, Klappstuhl, Baustahl, … "Es hat sich rentiert", konstatierte Weber, der aufgrund des Unterwasser-Fahrradfundortes nun zu wissen glaubt, woher die Fahrradbrücke ihren Namen hat. Zwei große Müllcontainer wurden mit der Beute aus der "Seeputzete" befüllt.
Während des ehrenamtlichen Einsatzes zum Wohle der Umwelt kam es zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Das 23 Jahre alte Rettungsboot der DLRG-Konstanz versagte seinen Dienst und musste von der Feuerwehr Kreuzlingen abgeschleppt werden. Die Mitglieder der DLRG hoffen, dass die Schadenserhebung nicht allzu teuer wird, denn derzeit befassen sie sich mit der Erweiterung des Wasserrettungszentrums "Adlerhorst", für das ebenfalls jeder Euro benötigt wird.
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