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Berichte
21. Dezember 2006 – Haushälfte durch Brand total zerstörtDrei Bewohner ins Klinikum eingeliefert – 400 000 Euro SachschadenBei einem Wohnhausbrand am Donnerstagmittag kurz nach 14 Uhr entstand nach ersten Schätzungen der Polizei ein Sachschaden von rund 400 000 Euro. Drei Personen wurden vom Rettungsdienst zur Beobachtung ins Klinikum eingeliefert. Nach ersten Zeugenaussagen soll das Feuer seinen Ausgang an einem Ofen im ersten Obergeschoss des rechten Teils einer Doppelhaushälfte, die Totalschaden erlitt, genommen haben.
Die Hausbesitzerin war gegen 14 Uhr vom Mittagsessen nach Hause gekommen. Als sie ihre Wohnung betrat, bemerkte sie Rauch, der aus dem Wohnzimmer drang. Als sie die Türe öffnete, konnte sie sehen wie es im Bereich des Ofens brannte. Ihre Löschversuche blieben erfolglos. Vermutlich kam es wegen der nun vorhandenen Sauerstoffzufuhr zu einer Durchzündung, was die rasche Brandausbreitung auf dem Stockwerk und wenig später in den Dachstuhl erklären würde.
So hatte die Feuerwehr über Notruf 112 zuerst von einem "Ofenbrand" erfahren. Wenige Minuten später erreichten die Zentrale in der Steinstraße weitere Notrufe, in der die Anrufer von einer "starken Rauchentwicklung" berichteten, was die Besatzung des ersten Feuerwehrfahrzeugs noch während der Anfahrt bestätigen konnte.
Die Feuerwehrleute fanden denn auch die Hausbesitzerin mit rußgeschwärztem Gesicht draußen vor. Einen Jungen, der bei ihr zu Besuch weilte, hatte sie schon im Garten in Sicherheit gebracht. Auch die anderen Bewohner konnten sich selbstständig nach draußen begeben. Der Rettungsdienst brachte schlussendlich die Hausbesitzerin, den Jungen und einen Mieter ins Klinikum, da zum einen der Verdacht auf Rauchgasvergiftung bestand oder die Betreffenden leicht verletzt wurden.
Insgesamt wurden acht Strahlrohre von den Feuerwehrleuten, die im Innenangriff unter Atemschutz arbeiteten, vorgenommen. Zusätzlich bekämpfte die Feuerwehr die Flammen im Dachstuhl von der Drehleiter aus. Die linke Haushälfte wurde teilweise in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr konnte jedoch erfolgreich den Gebäudeteil vor einer Vernichtung bewahren.
Nach Absprache mit dem Baurechtsamt trugen die Feuerwehrleute den nun freistehenden Schornstein teilweise ab und kürzten den Dachgiebel, um beide vor einem Einsturz zu bewahren. Die für den Abend geplante Abdeckung des noch bewohnbaren Teiles mit Abdeckplanen gegen Wettereinfluss musste wegen der Glutnester auf den nächsten Tag verschoben werden. Laut Polizei fanden alle Bewohner, soweit sie nicht mehr in ihre zerstörten Wohnungen zurückkehren konnten, eine vorübergehende Bleibe.
Gegen 17 Uhr rückte der Rüstwagen aus, da Strom und Licht an der Einsatzstelle benötigt wurden. Mit erheblichen Mengen Löschschaum schäumten die Feuerwehrfrauen und -männer die Brandstelle großflächig ein. Um 21 Uhr wurde der Löschbereich Allmannsdorf alarmiert, um die Kräfte an der Einsatzstelle abzulösen und die Nachlöscharbeiten fortzuführen. Gegen Mitternacht begannen die Einsatzkräfte damit, die Einsatzstelle "zurückzubauen", nachdem sie keine offenen Flammen oder Glutnester mehr ausmachen konnten. Kurz nach 0:30 Uhr rückten die letzten Fahrzeuge ein. Damit war auch die einseitige Straßensperre aufgehoben. Kommandant Quintus ordnete an, dass die hauptamtliche Wache und 3 Uhr und um 5 Uhr die Einsatzstelle zu kontrollieren hatten
Da die Radolfzeller Straße zwischen den beiden Einmündungen der Dettinger Straße voll gesperrt werden musste, kam es in Konstanz zum Verkehrschaos. Die Polizei richtete Umleitungen ein. Wegen des später einsetzenden Feierabendverkehrs, kam dieser teilweise zum Erliegen. Auch auf den betroffenen Buslinien kam es zu erheblichen Verspätungen. Gegen 17 Uhr konnte eine Fahrspur für den Verkehr freigegeben werden.
Kaffeegenuss
Aus einem benachbarten Geschäft, das Kaffeemaschinen verkauft, wurden die Feuerwehrfrauen und -männer zeitweise mit heißem Kaffe versorgt. Das duftende Getränk weckte sicher so manche Lebensgeister, die nach dem kräftezehrenden Kampf gegen die Flammen eingeschlafen waren.
Weitere Nachlöscharbeiten
Am darauffolgenden Morgen musste die hauptamtliche Wache zu Nachlöscharbeiten ausrücken, da Glutnester aufgeflammt waren. Die Kleinalarmschleife des Löschbereichs Wollmatingen wurde am Samstag kurz vor 11.30 Uhr alarmiert, um weitere Brandnester abzulöschen.
Brandursache
Wie die Polizeidirektion in einer Pressemitteilung am 29. Dezember 2006 mitteilte, löste ein Glanzrußbrand im Verbindungsrohr zwischen Ofen und Kamin das Feuer aus. Ursächlich für die Entstehung von Glanzruß können unter anderem das Verbrennen ungeeigneter Brennstoffe sowie mangelnde Reinigung sein.
Autor: nea – Letzte Änderung: 2006-12-29 22:18:43
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