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Berichte
07. April 2009 – Knurrende Mägen beim Nato-Gipfel | Das Team des Erkundungsfahrzeugs der Konstanzer Feuerwehr mit einem Gast während des Einsatzes beim Nato-Gipfel in Baden-Baden (von links): Sascha Schneider von der Berufsfeuerwehr Mannheim, Carsten Stiebler, Thorsten Meinl und Andreas Knäble. | | Foto: Thorsten Meinl (03. April 2009) |
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Wegen der strikten Polizeikontrollen während des Nato-Gipfels in Baden-Baden kam die Verpflegung nicht zu den vier Konstanzer Feuerwehrleuten durch, die mit ihrem Spezialfahrzeug zu den Sicherheitskräften gehörten.
Feuerwehr Ganz nah dran an den Mächtigen dieser Welt waren in Baden-Baden vier Mitglieder der Konstanzer Feuerwehr, und doch haben sie während des Nato-Gipfels keinen der Spitzenpolitiker zu Gesicht bekommen. Schließlich mussten Einsatzleiter Carsten Stiebler sowie Thorsten Meinl, Andreas Knäble und Thomas Irmer sich mit ihrem so genannten Erkundungskraftwagen in Bereitschaft halten. Das mit modernster Technologie ausstaffierte Fahrzeug ist mittels Sensoren in der Lage, radioaktive, chemische und biologische Verunreinigungen in Boden, Wasser und Luft zu messen. Doch zu ihrer Erleichterung mussten die vier Feuerwehrleute nicht eingreifen.
Dennoch bezeichnet Carsten Stiebler den Tag in Baden-Baden als sehr lehrreich und schildert eine ganz eigenartige Atmosphäre. Für alle Vier war dies der erste Einsatz in einer solchen Größenordnung. Die Kurstadt sei wie ausgestorben gewesen, kaum ein Zivilist war zu sehen, nur Polizeibeamte. Warten habe den Tag in Baden-Baden bestimmt, doch plötzlich donnerten ein Dutzend Hubschrauber mit der Präsidentenmaschine über die Brücke hinweg, unter der die Konstanzer bereit standen. Auch die Autokolonne von Barack Obama sei über diese Brücke gefahren, doch davon habe man nichts gesehen.
Abwarten und Tee trinken, sagt der Engländer. Aber ausgerechnet dies wurde durch den enormen Sicherheitsaufwand erschwert. Ihm hatten die vier Konstanzer zu verdanken, dass es mit der geplanten Versorgung haperte: „Die Polizeikontrolle war so strikt, dass die Verpflegung nicht bis zu uns durchkam“, schmunzelt Carsten Stiebler rückblickend. Da war es ein Glück, dass man die Stunden des Wartens auch damit verbracht hatte, mit den anderen Hilfsorganisationen in den Bereitschaftsräumen Kontakt zu pflegen. Vom THW wurden die vier hungernden und dürstenden Feuerwehrleute nach besten Kräften verköstigt. Während die offiziellen Gipfelteilnehmer sich zumindest für kurze Zeit in noble Hotelzimmer zurückziehen konnten, war bei den Sicherheitskräften und Hilfsorganisationen Gemeinschaftssinn gefragt. Die Konstanzer Feuerwehrleute waren in einer Turnhalle mit 300 Betten untergebracht. Damit sie durch das ständige Kommen und Gehen nicht vollkommen vom, wenn auch nur kurzen Schlafen abgehalten wurden, gab es immerhin Ohrenstöpsel und die zu weckenden Einsatzkräfte wurden ganz persönlich und so sanft wie möglich wachgerüttelt.
Im Einsatz waren neben Polizeibeamten unter der Führung des Leiters der Polizeidirektion Uli Schwarz auch Mitglieder des DRK-Kreisverbands. 1000 Mitglieder standen während der Vorbereitungszeit voller Ungewissheiten in den Startlöchern, so Kreisbereitschaftsführer Thomas Held, am Schluss wurden aber nur zwölf DRKler an verschiedenen Orten eingesetzt, unter anderem am Samstagabend in Kehl, als es auf französischer Seite zu Ausschreitungen kam. Doch da es in Deutschland friedlich blieb, musste das DRK nicht eingreifen. Wäre es anders verlaufen, hätte eine 30-köpfige Einsatzeinheit sofort vom Kreis Konstanz an die deutsch-französische Grenze fahren können.
Mit freundlicher Genehmigung des Südkurier.
Autor: Michael Buchholz – Letzte Änderung: 2009-04-16 19:33:54
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