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23. Dezember 2010 – Haus stürzt bei Großbrand ein

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Foto: nea (23. Dezember 2010)
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Foto: nea (23. Dezember 2010)
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Foto: nea (23. Dezember 2010)
Bei einem Großbrand in der Konstanzer Innenstadt entstand ein Sachschaden von mindestens fünf Millionen Euro. Wie erst am Montag bekannt wurde, ist einer der beiden Bewohner schwer verletzt worden. Eine Bewohnerin und zwei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Insgesamt waren mehr als 300 Einsatzkräfte im Einsatz.
Das Feuer war kurz nach 8 Uhr der Feuerwehr über Notruf gemeldet worden. Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass ein brennender Adventskranz in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Kanzleistraße/Hussenstraße das Feuer verursacht hat. Das Gesteck hing offensichtlich im Flur oder im Treppenhaus an einem Deckenbalken des zweiten Obergeschosses und stürzte ins Erdgeschoss. Die Wachskerzen sollen nach Polizeiangaben am Morgen angezündet worden sein. Der Brand breitete sich innerhalb weniger Minuten in den Dachstuhl und zwei benachbarte Häuser und in der Folge auf ein weiteres aus.
Atemschutzträger verlegten Löschleitungen über die Treppenhäuser um die Flammen im Innenangriff zu bekämpfen. Mit Hilfe die beiden Konstanzer Drehleitern und der Drehleiter aus der schweizerischen Nachbarstadt Kreuzlingen gelang es erfolgreich eine Brandausbreitung auf weitere Gebäude erfolgreich zu verhindern. Manche Bewohner wurden im Schlaf oder im Bad überrascht und konnten sich nur mit dem notwendigsten bekleidet ins Freie retten. Der 84-jährige Mann konnte von Passanten aus dem brennenden Erdgeschoss des später eingestürzten Hauses gerettet werden. Feuerwehrleute retteten die 73-jährige Frau über eine Drehleiter. Der Rettungsdienst brachte beide ins Klinikum. Der Mann lag am Montag noch auf der Intensivstation, die Frau konnte entlassen werden.
Da teilweise Decken und Dachstühle der brennenden Gebäude einstürzten, mussten die Feuerwehrleute die brennenden Häuser verlassen und ausreichende Abstände einzuhalten. Dass diese von Einsatzleiter Klaus Wehner veranlasste Maßnahme sehr wohl begründet war, zeigte sich gegen 14.30 Uhr: binnen weniger Sekunden stürzte das Eckgebäude plötzlich in sich zusammen. Für die angrenzenden Gebäude besteht seither erhöhte Einsturzgefahr. Das Technische Hilfswerk bereitet derzeit Abstützungen vor, um die Gefährdung für das Gebäude in der Hussenstraße zu verringern. An beiden Nachbargebäude sind Teile eingestürzt.
Zur Ablösung der erschöpften Einsatzkräfte der Feuerwehr Konstanz wurden die Feuerwehren Allensbach, Reichenau, Stockach, Rielasingen-Worblingen und Gottmadingen alarmiert. Radolfzell und Singen stellte Ausrüstungen für den Atemschutzeinsatz bereit. Die Werkfeuerwehr Alcan Singen brachte Schaummittel an die Einsatzstelle.
Die Polizei hatte die Unglückstelle großräumig abgesperrt, sodass die Fahrzeuge ausreichend Bewegungsfläche hatten. Zahlrieche Geschäfteblieben deshalb geschlossen. Die Schnelleinsatzgruppen vom Deutschen Roten Kreuz und Malteser Hilfsdienst mit seiner Notarztgruppe bezogen auf den Stephansplatz und im Bürgersaal Stellung, um schnell auf weitere Verletzte und Obdachlose regieren zu können.
54 Menschen verloren durch den Brand ihre Wohnungen. Viele kamen bei Verwandten oder Freunden unter. Einige Studenten waren schon in die Weihnachtsferien gefahren, sodass diese vorerst versorgt sind. Das Bürgeramt stellte unter anderem für eine fünfköpfige Familie eine Ersatzwohnung bereit.
Der Einsatz wird noch einige Tage dauern, da die Abstützmaßnahmen und die Löscharbeiten sehr aufwändig sind: Die einsturzgefährdeten Häuser sind nur schwer zu erreichen. In den brennenden Schuttberg dringen Wasser und Schwerschaum nur schlecht und damit langsam ein. Auch die Räumarbeiten sind wegen der Gefährdung durch und für die Nachbarhäuser deutlich erschwert. Daher kann eine zuverlässige Einsatzdauer nicht vorher gesagt werden.
Inzwischen sind viele Hilfangebote eingegangen. Unter anderem koordiniert der Malteser Hilfsdienst die Hilfsangebote.
Autor: nea – Letzte Änderung: 2010-12-27 17:08:50

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suedkurier.de: Hauseinsturz nach Brand


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