15. September 2001 – Aktionstag 2001 im Oberlohn
Harmloses "Pfschschsch" statt Feuerball
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Die Fahrt im Korb der Drehleiter begeistert immer viele Kinder. Foto: Bernd Oser
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Der diesjährige Aktionstag könnte als sehr erfolgreich verbucht werden, hätte sich der Zuschauerzuspruch nur annähernd so entwickelt, wie im vergangenen Jahr. Woran es lag, dass nicht annähernd so viele Zuschauer wie vor 11 Monaten gekommen waren, wird weiter unten betrachtet. Anlass bildete wieder das Herbstfest im Oberlohn. Auf dem Hof des ehemaligen Autohauses Maier an der Max-Stromeyer-Straße Ecke Maybachstraße präsentierten sich die Freiwillige Feuerwehr mit ihrer Jugendfeuerwehr und der Malteser Hilfsdienst (MHD).
Die Feuerwehr war mit dem Ziel angetreten, das Programm noch abwechslungsreicher als im Vorjahr zu gestalten, was ihr ohne Zweifel gelang. So nahm sie die Gefahrgutübung, sowie die Löschübungen Fernseh- und Personenbrand mit ins Programm auf. Bei letzteren konnten die Zuschauer selbst Hand anlegen. Jedoch waren die Zuschauer bei einer allgemein gehaltenen Aufforderung über Lautsprecher kaum zum Selbstmachen animiert werden. Lediglich eine Frau machte spontan mit. Sehr gut bewährt hat sich, eine Zuschauerin oder einen Zuschauer aus der Menge herauszugreifen und anzusprechen, sowohl für alle hörbar über Lautsprecher oder auch im direkten Gespräch. Die Erfolgsquote lag bei rund 90 (!) Prozent; positiv viel auf, dass viele Zuschauer lange stehen blieben und zuschauten.
Viel Zuspruch fand das – ebenfalls neu ins Programm aufgenommene – von Kamerad Nusser (FF Radolfzell) gebaute Rauchmelder-Modellhaus, das außerhalb der Vorführungen fast immer belagert war, 5 Rauchmelder konnten verkauft werden. Den Gewinn erhält die Jugendfeuerwehr.
Um 13 Uhr wurde das Programm für eine Schweigeminute unterbrochen. Veranstalter und Besucher gedachten der Opfer der Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001.
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Die Übung "Gefahrgut" wird vorbereitet, während im Hintergrund die Drehleiter die Kinder in die Höhe "entführt". Foto: Bernd Oser
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Bei der Gefahrgutvorführung musste eine Person gerettet werden. Sie hatte an einem undichten Salzsäure-Behälter gearbeitet und war bewusstlos zusammengebrochen. Ein Atemschutztrupp trug die "Verletzte" in einen sicheren Bereich. Der Rettungsdienst kümmerte sich anschließend um die Frau. Zwei Hydroschilde verhinderten, dass sich die ätzenden Dämpfe weiter ausbreiteten. Die Kanaleinläufe wurden abgedichtet. Ein Trupp unter Vollschutzanzügen schloss schließlich das Leck.
Bei der Verkehrsunfallvorführung wurde angenommen, dass 2 Autos zusammengeprallt waren. In einem blieb die Fahrerin eingeklemmt zurück. Nachdem das Dach mittels der hydraulischen Rettungsschere abgetrennt war, konnte der MHD-Rettungsdienst die "Verletzte" relativ bequem versorgen und das KED – dient bei Verdacht auf Wirbelsäulen-Verletzung zur Stabilisierung – anlegen. Vorsicht hoben Feuerwehrleute und Rettungssanitäter die Person auf die mit einer Vakuummatratze – verhindert weitere unerwünschte Bewegungen – vorbereitete Trage. Ist die Wirbelsäule verletzt, können unvorsichtige Bewegungen zur Querschnittslähmungen führen.
Dass die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr allerhand drauf haben, konnten sie bei ihrer Löschübung zeigen. Mit drei Strahlrohren löschten sie einen Fernsehbrand. Drei Verletzte mussten sie den Helfern des Malteser Hilfsdienstes zur Weiterbehandlung übergeben.
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Blick über die Fahrzeugausstellung Richtung Informationsstände. Foto: Bernd Oser
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Das Modellhaus mit der Rauchmelder-Demonstration interessierte viele Zuschauer - auch wenn's hier nicht so aussieht... Foto: Bernd Oser
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Erstmals wurden die Spielstraße der Jugendfeuerwehr mit der Drehleiterfahrt im Korb miteinander verknüpft. Wer die Spielstraße durchlaufen hatte, bekam einen Gutschein, der zur Mitfahrt im Drehleiter-Korb berechtigte. Die Kleineren (3- bis 4-Jährigen) konnten eine abgespeckte Variante der Spielstraße durchlaufen.
Fotowände und eine Fahrzeugschau ergänzten das umfangreiche Programm. Am Stand des MHD konnte an einer Puppe die Herz-Lungen-Wiederbelebung geübt werden.
Auch eine Panne soll nicht unerwähnt bleiben: Aufgrund eines defekten Gasbrenners platzte die Demonstration der Fettexplosion. Nur ein recht harmloses "Pfschschsch" gabs, als das Wasser ins Fett geschüttet wurde.
Im Vergleich zum Vorjahr gab es wesentlich weniger Besucher bei der gesamten Veranstaltung, was natürlich auch Auswirkung auf unser Programm hatte. Mögliche Ursachen lassen sich leicht ausmachen: Vier Tage zuvor hatten die Terroranschläge in den USA die Welt erschüttert. Nicht allen Menschen war zum Feiern zu Mute. Das unsichere Wetter, die Einschulung und dass die Fest-Wochenenden noch nicht so lange vorbei waren mögen weitere Gründe gewesen sein. Ab nächstem Jahr sollte das Herbstfest wieder Mitte Oktober statt finden.
HINWEIS: Weitere Fotos bei der Jugendfeuerwehr.
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