2. Dezember 1998 – Brand in Fitness-Studio
Sachschaden mindestens 300 000 Mark – Brandursache noch unbekannt
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Von der Drehleiter aus untersuchen Feuerwehrleute das Flachdach des Fitness-Studios.
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In der Nacht auf Mittwoch brannte es in einem Fitness-Studio in der Horchstraße im Industriegebiet. Es entstand nach Angaben der Polizei Sachschaden von mindestens 300 000 Mark. Verletzt wurde niemand. Kurz nach ein Uhr ging in der Zentrale der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz der erste Notruf von einem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes ein.
Bei Ankunft der Ständigen Wache brannte ein Motorboot, das auf seinem Trailer gelagert war, an der Südseite des sich nach Osten erstreckenden Gebäudes. Erst nachdem die Flammen gelöscht waren und sich damit der Rauch teilweise verzogen hatte, erkannten die Feuerwehrleute, daß es im Inneren des Gebäudes brannte. Sofort leiteten Sie einen Löschangriff mit dem auf dem Tanklöschfahrzeug montierten Wasserwerfer ein. Nachgerückte Kräfte unternahmen mit Schwerem Atemschutz und Strahlrohren mehrere Innenangriffe. Dünne Rigipswände stellten den Einsatzkräften wenige Widerstand entgegen. Aus einem Unterflurhydrant an der Einmündung zur Maybachstraße versorgten Feuerwehrleute die Pumpe mit Wasser.
Der Angriffstrupp – unter Atemschutz und mit einem C-Rohr ausgerüstet – des LF 16 (6/44) verschaffte sich mit Hilfe einer Axt Zugang zum Gebäude. Er schlug dazu die Glasscheibe der Eingangstüre ein. Ein weiterer Atemschutztrupp kam nach Aufbau der Wasserversorgung zur Unterstützung hinzu.
Rasch war die Brandstelle gefunden und die Flammen gelöscht. So verhinderten sie erfolgreich eine Flammenausbreitung auf weitere Räume. Zur Unterstützung kamen weitere Feuerwehrleute über einen Zugang im hinteren Gebäudeteil. Auch das Inventar ist durch den Rauch sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und mit einer schwarzen Rußschicht bedeckt. Betroffen sind vor allem die Einrichtung einer Musikkneipe und die Geräte des Fitness-Studios.
Teile des Daches sind eingestürzt; weitere mußten bei den Nachlöscharbeiten auf der Suche nach Glutnestern eingerissen werden. Unter der abgehängten Decke hatte sich so die Hitze gestaut, daß sich die Verkleidung löste.
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Durch die Hitze verbogenen Lamellen im Fitness-Raum.
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Während der Nachlöscharbeiten stellte sich heraus, daß sich direkt vor dem Gebäude ein Unterflurhydrant befindet. Er wurde entdeckt, als eine Holzabdeckung entfernt wurde. Darunter kam dann ein Anschlußrohr für die Wasserversorgung der nebenan liegenden Baustelle zum Vorschein.
Der Brand war offensichtlich im Bereich des Ruheraums der Sauna ausgebrochen. Dieser Teil brannte vollständig aus. Strahlungshitze hatte das draußen stehende Motorboot entzündet. Die Feuerwehr war bis gegen vier Uhr im Einsatz und mit rund 50 Frauen und Männern und einem Dutzend Fahrzeugen an der Einsatzstelle. Sie setzten neben dem Wasserwerfer drei Strahlrohre ein. Erst gegen Ende gefror das Wasser auf der Straße, die anschließend mit Salz abgestreut wurde. Um fünf Uhr kontrollierte die Ständige Wache nochmals die Einsatzstelle. Glut- oder Brandnester waren jedoch keine mehr zu finden.
Die Brandursache ist noch nicht bekannt, jedoch wird nach Untersuchungen von Kriminalpolizei und einem Brandsachverständigen Brandstiftung vermutet, da ein technischer Defekt inzwischen ausgeschlossen wird. Der Brandschutt wird daher gründlich auf Brandbeschleuniger untersucht. Die Polizei sucht auch nach einem 30- bis 40-jährigen Golffahrer, der sich in der näheren Umgebung mit einem Mitarbeiter eines Wach- und Schließdienstes unterhalten hat. Der Mann ist etwa 1,80 Meter groß, hat ein hageres Gesicht und hellbraune, kurze Haare. Möglicherweise kann er nähere Hinweise zum Brand geben. Mit der Polizei sollte er sich unter Telefon 07531/995-0 in Verbindung setzen.
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Die ausgebrannte Holzverkleidung.
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Der versteckte Unterflurhydrant nach seiner Entdeckung.
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Fotos: Nikolaj Schutzbach, FF Konstanz
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