Fontainebleau 2000 - Inline-Skating
Fontainebleau 2000
Fontainebleau 2000 - Inline-Skating - Bildergalerie (ACHTUNG: Längere Ladezeit)
Fotos von der Ankunf, den Feierlichkeiten und dem Rahmenprogramm in einer eigenen Bildergalerie. (ACHTUNG: Längere Ladezeit)
Freitag, 9. Juni 2000
Heute morgen schlafen die Inliner erst einmal aus. Sind es doch nur noch 28 Kilometer bis zum ersehnten Ziel in Fontaineblau. Nach dem Frühstück packen sie und bummeln kurz in der Innenstadt von Montereau. Über die Mittagszeit erhalten sie Besuch von Kommandant Dieter Quintus. Nochmals schauen sie nach ihren Skates, bevor sie gegen 14 Uhr von Feuerwehrkameraden aus Fontainebleau auf Fahrrädern abgeholt werden. Schließlich soll jetzt nichts mehr schief gehen.
Gemütlich geht es los. Auch der "Pausierer" ist mit von der Partie, auch wenn es nicht ganz leicht für ihn ist. "Die letzten fünf Kilometer habe ich nichts mehr in den Beinen gespürt, da war's mir dann egal", wird er später sagen.
Das Team ist angehalten nicht zu schnell zu sein, da man sonst am Zielort noch nicht für den Empfang vorbereitet ist. Von Ort zu Ort werden die Inliner weitergereicht: Die örtlichen Feuerwehren stellen extra einen Einsatzleitwagen als Begleitfahrzeug. Einmal müssen sie sogar bei einer Feuerwehr einkehren, da diese einen kleinen Empfang vorbereitet hat.
Als sie an der Eisenbahnlinie entlang fahren, überholt sie ein Regionalzug, der ihnen eine Melodie zupfeift. Mit jedem zurückgelegten Meter steigt die Stimmung unter der Mannschaft, kommt sie doch sichtbar dem heiß ersehnten Ziel entgegen.
Am Obelisk in Fontainebleau stoppen die Inliner kurz. Sie haben sich einen kleinen Überraschungseffekt ausgedacht. Die Standard-Helme werden gegen neue Feuerwehrhelme getauscht und Fahnen entrollt. Jeder Inliner packt einen Zipfel und so fahren sie im Triumphzug durch die Stadt. Die Bevölkerung feiert sie mit Begeisterung.
Wo sie hinkommen sind die Straßen extra gesperrt, Polizei auf Motorrädern stoppt den Querverkehr. Endlich ist es so weit. Sie sind da! Auch die beiden Bürgermeister der Städte Fontainebleau und Konstanz. Die guten Reden der Beiden beim anschließenden Empfang begeistern.
Das Medieninteresse ist überwältigend. Auch aus Konstanz sind etliche Journalisten vertreten. Sie werden bestürmt und baden im Blitzlichtgewitter. Sie geben zahlreiche Interviews. Zum verschnaufen gönnen sich die Inliner ein Glas Champagner, den sie auf ihrer Tour für diesen Augenblick gekauft haben.
"Ich würde das jederzeit wieder machen", jubelt Dominik Kozlowski begeistert "trotz der ganzen Strapazen. Aber das was ich hier erlebt habe, entschädigt mich für vieles. So etwas kann man nicht buchen".
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Donnerstag, 8. Juni 2000
Zum Frühstück werden sie von den Kameraden aus Saint Florentin in ein Bistro geladen. Dort genießen sie in einem Wintergarten das Frühstück. Vor dem Glasbau fließt in einem halben Meter Entfernung ein Bach vorbei. Der herrliche Sonnenaufgang gibt der ganzen Szenerie eine prächtige Stimmung.
Trotz der Hitze, die sich tagsüber einstellt geht es munter weiter. Nur auf ausreichend Sonnencreme muss geachtet werden. Die Mineralwasservorräte werden einer Inspektion unterzogen. Es stellt sich heraus, dass sie gerade bis Fontainebleau reichen werden. Die vor Tagen befürchtete Knappheit hat sich demnach doch nicht eingestellt.
Dem "Pausierer" geht es inzwischen auch wieder besser. Unter anderem eine "Alkoholkur" - gemeint sind Tücher, die in Alkohol getränkt sind; sie werden um die geschwollenen Füße gewickelt - hat deutliche Linderung gebracht. Er kann inzwischen wieder Schuhe tragen. Auf jeden Fall möchte er auf Inlinern in Fontainebleau einlaufen. Seine Mitstreiter haben versprochen, dass sie ihn notfalls stützen werden. Zwischenzeitlich macht er sich erfolgreich als Fotograf nützlich.
Sie reißen die 100 Kilometer runter wie nichts, obwohl der Belag teilweise wieder recht bescheiden ist. Sie halten sich weitestgehend abseits der Route Nationale. Auf diesen Nebenwegen ist der Belag besser, da viele kleine Ortschaften durchquert werden. Dort muss aus Lärmschutzgründen ein ebener Belag vorhanden sein.
"Wenn wir uns auf den schlechten Straßen bewegen, bebt der ganze Körper von den Füßen bis zum Kopf. Das ist, als würde ein Hammer zuschlagen", beschreibt Dominik Kozlowski diese Tortour.
Um 17 Uhr erreichen die Skater Montereau: "Wir haben Gas gegeben hoch zehn", beschreibt unser Sonder-Korrespondent den heutigen Tag, "Es lief alles perfekt, es herrscht eine Bombenstimmung und es werden schon Siegeszigarren geraucht."
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Mittwoch, 7. Juni 2000
Nach einer sehr, sehr herzlichen Verabschiedung - "Wir sind Freunde" - geht es um 8.15 Uhr weiter. Ein Einsatzleitwagen aus Chatillon-sur-Seine begleitet sie mit Sonderrechten über 15 Kilometer lang, bis an die Grenze des Departements. Dank deutlich besserer Straßen werden die 75 Kilometer "nur so runtergerissen", beschreibt Dominik Kozlowski die geänderten Bedingungen.
Sie können es sich sogar erlauben, eine anderthalbstündige Mittagspause mit Nudeln und viel Gemüse ("Das ist gesund!", so Kozlowski) einzulegen. Auch unterwegs müssen immer wieder Pausen eingelegt werden, um nicht zu schnell zu sein. Das Land ist auch flacher geworden, am Vormittag herrschen optimale Wetterbedingungen (noch nicht zu heiß und trocken). Am Vortag war die Strecke vorabgefahren worden und eine andere und bessere gefunden worden, als ursprünglich geplant.
Die Bevölkerung reagiert teilweise sehr begeistert auf die Inline-Mannschaft. Inline-Skates sind nach Beobachtungen der Athleten in der Gegend durch die sie fahren recht wenig verbreitet, was aber in den Großstädten anders ist.
"Wir sind fast Synchron-Formation gefahren", freuen sich die Athleten über die so glatt verlaufene Etappe. Zeitweise erreichen sie einen ausgezeichneten Schnitt von 20 Kilometern in der Stunde. An den anderen Tagen hatten sie zeitweise nur 5 bis 7 km/h im Schnitt gefahren; das ist fast vergleichbar mit der Geschwindigkeit eines Fußgängers. So ist es dann auch kein Wunder, dass sie um 16.45 Uhr sehr früh in Saint Florentin eintreffen und das Empfangskomitee noch nicht am Treffpunkt anwesend ist. Um die Zeit sinnvoll zur Entspannung zu nutzen lassen sie ihre schmerzenden Füße zur Abkühlung in einem nahegelegenen Kanal baumeln.
Kurz Zeit darauf treffen die Kameraden der Feuerwehr ein. Nach einem Aperitif und Knabberzeugs werden Mannschaft und Klamotten in Autos verladen und zu einem Wohnhaus einer Sportanlage gebracht. Nach dem Duschen geht's zum Abendessen, das die Gastgeber haben kommen lassen. Es wird ein ruhiger Abend, da unser Team bald alleine gelassen wird. Nach den anstrengenden Tagen ist dies nicht einmal unwillkommen. Nach etwas Gerätepflege und Entspannung geht's ins Bett.
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Dienstag, 6. Juni 2000
Ruhetag! Entgegen der gestrigen Planung werden heute keine Skates untergeschnallt. Ganz langsam lässt man den Tag anlaufen. Nach dem Frühstück werden die Reinigungsarbeiten fortgesetzt. Um 11 Uhr beginnt das von den französischen Feuerwehrleuten gestaltete Programm. Zwei Museumsbesuche sind angesagt. Zum ersten ein Weinmuseum, wo Interessantes über die Herstellung des Champagners zu erfahren ist. Dass eine Verkostung nicht fehlt, ist selbstverständlich. Zum zweiten geht's in ein archäologisches Museum.
Ein Spaziergang durch die "tolle" Altstadt von Chatillon-sur-Seine lässt die Stimmung weiter steigen, erzählt Dominik Kozlowski: "Die Stimmung ist überhaupt spitze". Dafür ist das Wetter wechselhaft, aber bei weitem nicht so schlecht wie tags zuvor.
Auf die Strapazen habe sich der Körper inzwischen eingestellt. Aufstehen um 6 Uhr und Abfahren um 8 Uhr seien schon fast Gewöhnung, so Kozlowski. Auch die Hungergefühle, die sich unterwegs einstellen, habe man besser im Griff.
Trotzdem gibt es weniger erfreuliches zu berichten: der Amtsarzt der Feuerwehr hat den "Pausierer" für weitere zwei Tage aus dem Verkehr gezogen. "Seine Füße sehen aus wie die einer alten Oma, so sind sie geschwollen", beschreibt Kozlowski das Krankheitsbild. Es passten auch keine Schuhe drüber, nur leichte Treter könnten getragen werden.
Das Gerätehaus von Chatillon-sur-Seine hat mehr Tore als die Feuerwache Steinstraße. Die Stellplätze sind ebenfalls doppelt hintereinander angelegt. "Das Haus wirkt etwas altertümlich", beschreibt Kozlowski, "dafür ist der Fahrzeugpark auf dem neuesten Stand". Die Feuerwehr betreibt auch drei Krankenwagen.
Die Feuerwehrfrauen und -männer wirken sehr jung. "Wenn ich sie nicht näher kennen gelernt hätte, würde ich sie vorhin für die Jugendfeuerwehr gehalten haben." Vorhin, das war vor der Mittagspause, als die Feuerwehr per Sirene ("Die sehen aus wie Tüten oder Schalmeien") zu einem Rettungsdienst-Einsatz alarmiert wurde.
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Montag, 5. Juni 2000
Seit dem Mittagessen zeigt sich der Tag wenig freundlich. Ständiger Regen behindert das Vorwärtskommen, jetzt da es vom Straßenbelag besser wird; statt dessen ist es rutschig! Binnen kurzer Zeit sind sie "patsch nass". Der passende Kommentar von Berichterstatter Jürgen Schächtle ist dann auch entsprechend: "Sch... Wetter!"
Seit 10 Uhr muss einer der Sportler bis zum Abend eine Zwangpause einlegen. Sein geschwollener Fuß lässt ein Weiterstreben auf Rollen nicht mehr zu. Für den kommenden Tag ist ein Gang zum Feuerwehrarzt von Chatillon-sur-Seine geplant. Der "Pausierer" - Namen werden nach wie vor nicht genannt - hofft, nach dem morgigen Ruhetag weiter fahren zu können.
Wie schon Kozlowski berichtet Schächtle vom ausgesprochen schlechten Straßenbelag. "Anstatt sich runter rollen zu lassen, muss man sich den Berg runter schieben", schimpft Jürgen Schächtle.
Nach 78 Kilometern erreicht der Trupp noch vor 18 Uhr das Tagesziel Chatillon-sur-Seine. Gemessen wird mit Zählern, die in den Inline-Skates eingebaut sind, erläutert Schächtle. Sie seien ähnlich genau wie die von Fahrrädern. Das Regenwetter stellt zusätzliche Anforderungen an die Pflege der Sportgeräte. Die Reinigung wird sehr viel aufwendiger, auch müssen die Lager in Öl eingelegt werden, um einsatzbereit zu bleiben.
Wieder ist der Empfang durch die französischen Kameraden sehr herzlich. "Es ist wie in einer großen Familie", beschreibt Schächtle das freundschaftliche Klima. Auch um das Essen brauchen die Athleten sich nicht kümmern. Es gibt Reissalat als Vorspeise, Fleisch, Kuchen und Käse (der wird während des Telefonats serviert). Genächtigt wird auf den mitgebrachten Isomatten in einem Schulungs- und einem Kraftraum des örtlichen Gerätehauses. Für zwei Nächte sind sie die Heimat, denn Morgen ist Ruhetag.
Dass das Haus wegen des außergewöhnlich heftigen Regens nicht ganz dicht ist, verschmerzen die Sportler. Schließlich haben sie hier die bisher herzlichtste Aufnahme erfahren.
Morgen sollen kurz nach dem Aufstehen für 20 Kilometer die Inliner untergeschnallt werden. Danach werde man sich dem Programm der einheimischen Kameraden hingeben, das diese extra vorbereitet haben, erklärt Jürgen.
Bis zu diesem Tag haben einige der Skater schon drei oder vier Bremsklötze heruntergefahren. Wohl wissend wurde ein ausreichender Vorrat mitgenommen!
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Sonntag, 4. Juni 2000
Am Morgen gibt es vor dem Start in Vesoul einen Fototermin für die örtliche Presse. Auch in den vergangenen Tagen hatten die Medien an den Etappenzielen über die Tour berichtet. "Die Bevölkerung weiß immer, wer wir sind", freuen sich die Athleten.
Ein ereignisarmer Tag liegt hinter den Inlinern. Wie der "Sonder-Korrespondent" schildert, verläuft diese Etappe recht problemlos. Auch die Landschaft bietet keine besonderen Höhepunkte. Wie gestern schlaucht wieder der schlechte Belag, der auf rund der Hälfte der rund 85 Kilometer den Vorwärtsdrang der Skater bremst. Grober Split ist nun einmal keine gute Grundlage für die empfindlichen Rollen.
Der schlechte Straßenbelag führt dazu, dass den Sportlern zeitweise das Gefühl in den Beinen abhanden kommt. Zwei Teilstrecken über je rund einen Kilometer sind wieder nur mit Turnschuhen zu überwinden. Es sei technisch einfach nicht möglich zu fahren, erzählt Dominik Kozlowski: "Es ist so, als würde man durch Schlamm waten".
Erleichterung verspricht die Mittagspause an einem kleinen See: Für alle die Gelegenheit, die malträtierten Füße ins kühle Nass zu hängen. Dietmar Korn bereitet sich sogar eine Ganzkörper-Erfrischung und schwimmt einige Runden.
Bevor sie gegen 17.45 Uhr in der auf einem Hügel gelegenen Mehrzweckhalle von Longres einziehen, empfängt sie eine Polizeieskorte, die sie durch eine extra gesperrte Straßenspur geleitet. Am Ziel ruhen sie auf Feldbetten; die französischen Feuerwehrkameraden verwöhnten sie zuvor zum Abendessen mit Hühnerfrikassee, Gemüseauflauf und Salat. Ein mächtiges Gewitter, das während des Telefonats im Anzug ist, sorgt für eine willkommene Abkühlung.
Die abgeregneten Wassermengen sind jedoch derartig gigantisch - die Eingeborenen berichten, dass es so etwas sehr selten gäbe -, dass das Wasser teilweise 5 Zentimeter hoch auf der Straße steht. Im Umkreis von 5 Kilometern werden sämtliche Gullydeckel aus ihren Fassungen gehoben. Vor dem Gerätehaus schwimmen zwei Mülltonnen zum Ergötzen der Zuschauer vorbei. Ein Versuch, dies mit einem Foto zu dokumentieren scheitert, da der dichte Regen den Blitz vollständig reflektiert, berichtet Dominik Kozlowski: "Aber am Morgen ist das Wetter wieder heil".
Nebenbei bemerkt: Immer nach der Mittagspause, wenn es die Umstände zulassen, schwingt sich übrigens Klaus Menge, er gehört zur Versorgungsmannschaft, aufs Fahrrad.
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Samstag, 3. Juni 2000
"Heut' geht's super" berichtete Sonder-Korrespondent Dominik Kozlowski. Heute war nichts mehr von der gestrigen Erschöpfung zu bemerken, als er seinen telefonischen Bericht ablieferte. Gegen 17 Uhr trafen sie in Vesoul ein. Obwohl die Strecke deutlich anspruchsvoller war als die Tage zuvor, klappte an diesem Tag fast alles. Alle neun Fahrer konnten wieder aktiv teilnehmen.
Aus Belfort begleitete sie am Morgen ein Einsatzleitwagen mit Sonderrechten bis zum Stadtrand. Über 70 Kilometer (60 waren es laut Planung) legten sie heute zurück. Kozlowski beschrieb die Strecke so: etwa einen Kilometer Gefälle mit bis zu 12 Prozent und dann wieder 8 bis 10 Prozent Steigung auf ein bis zwei Kilometer Länge. Der Belag sei "teilweise brutal" gewesen, so dass sie ab und an die Skates mit Joggingschuhen tauschen mussten. Einmal ging es über 2 Kilometer nur "zu Fuß". Die Route nationale 19 sähe manchmal wie Streuselkuchen aus: geteert und dann Steine darauf geschüttet. Bei solchen Verhältnissen war es fast unmöglich richtig ins Rollen zu kommen. Obwohl die Autos "wie die Sau" vorbeifuhren, gab es öfter aufmunterndes Gehupe und Jubelrufe der Insassen.
Heller Sonnenschein und keine einzige Wolke am Himmel sorgten für zahlreichen Sonnenbrände und einen enormen Wasserverbrauch. Sechs bis sieben Liter Mineralwasser seien heute pro Mann getrunken worden, erzählte Dominik Kozlowski. So gehen langsam die Mineralwasservorräte aus.
Nach etwas über 50 Kilometer war die Mittagspause auf einem Parkplatz geplant. Als die Versorgungsmannschaft dabei gewesen ist, kam ein Mann hinzu und lud die Sportler auf sein Grundstück ein. "Viel Schatten gab's, es war einfach traumhaft", zeigte sich unser "Korrespondent" begeistert.
Ein idealer Platz auch, um den angekündigten Besuch von unserem Stellvertretenden Kommandanten Peter Renker mit seinem Motorrad zu empfangen. Er hatte auch versprochen den Südkurier mit dem Brand des Benzinlaster mitzubringen. "Den haben wir schon gelesen", war die Antwort der Skater, was Renker jedoch nicht glauben wollte.
Bei seiner Ankunft hielten sie ihm die einzelnen Blätter mit dem Ereignis entgegen. Des Rätsels Lösung: Der freundliche Gastgeber stammt aus dem Südkurier-Verbreitungsgebiet und verbringt seine arbeitsfreien Tage im Französischen. Seine Heimat-Zeitung darf denn nicht fehlen.
So frisch gestärkt und motiviert verliefen die restlichen 20 Kilometer "relativ problemlos". Der herzliche Empfang auf der "supertollen Wache" - einige Gebäudeteile sind keine 3 Monate alt - rundete das Positive das Tages ab. Es blieb neben der Erfrischung unter der Dusche auch Zeit für Besorgungen. Am Abend zauberte der mit gereiste Verpflegungstrupp wieder ein "Vier-Sterne-Menü": Hühner Frikassee, süß-sauer, mit Ananas und Reis. "Der Abend stand im Zeichen der Deutsch-französischen Freundschaft", erzählte Dominik.
Taktisch hat sich die Mannschaft besser auf die Gegebenheiten eingestellt. So legten sie alle halbe Stunde eine Pause ein. Immer wenn eine Anhöhe erklommen war, sammelten sich die Sportler, tranken und aßen eine Kleinigkeit. So verhinderte sie auch eine zu weites Auseinanderziehen der Truppe.
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Freitag, 2. Juni 2000
Fünf Ausfälle an diesem Tag sprechen eine deutliche Sprache. Am Nachmittag mussten fünf Sportler eine Zwangspause einlegen: Gequetschte Füße und aufgescheuerte Blasen zwangen zu diesem Schritt. Entsprechend erschöpft kamen sie gegen 20.30 Uhr nach 120 Kilometern (projektiert 105) im französischen Belfort an.
Dafür übernahm Jürgen Schächtle, der sich etwas frischer als Dominik Kozlowski anhörte, die aus verständlichen Gründen knapp ausfallende Berichterstattung. Die Skater haben untereinander ausgemacht, dass die Namen der Ausfälle nicht bekannt gegeben werden. Trotz der Erschöpfung ist die Stimmung unter der Mannschaft gut.
Ein Plattfuß am Anhänger bereitete zusätzlich Schwierigkeiten. Die Panne konnte erst am Abend im Belforter Feuerwehrgerätehaus behoben werden.
Wegen des Tanklasterunglücks lief der Informationsfluss recht ausführlich in die andere Richtung.
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Donnerstag, 1. Juni 2000
Nach einem Gruppenfoto - für die Presse und zur Dokumentation ("Zustand vorher") - starteten um 8 Uhr die neun Inline-Skater. Die erste Etappe, die über 110 Kilometer nach Murg führt, ist zugleich die längste dieser Tour.
Als Transport und Führungsfahrzeug dient der Klein-Lkw 6/55-2, der auch den Anhänger zieht. Den Schluss bildet der MTW 4/19, der durch Schilder auf die vorausfahrenden Inline-Skater aufmerksam macht.
Gegen 19.30 Uhr trafen die Inliner in Murg ein. Schon 20 Kilometer vorher waren sie von Murger Feuerwehrkameraden abgeholt und bis zum Etappenziel begleitet worden. Dort empfing sie der Kommandant mit gedecktem Tisch in einer Sporthalle. Das Willkommen war sehr herzlich. Knapp eine Stunde später - nach dem Duschen, dem Einreiben der gequetschten und schmerzenden Füße - gab es dann Gulasch mit viel Nudeln.
"Es hat sich in die Länge gezogen", berichtete Dominik Kozlowski. Mit einer Ankunftszeit vor 18 Uhr hätten sie sowieso nicht gerechnet. Trotzdem sei die Stimmung gut. Dazu habe auch der Sonnenschein ab Stein am Rhein beigetragen. Natürlich hätten jetzt einige Sonnenbrand. Nach dem Hochnebel in Konstanz war das schöne Wetter eine tolle Abwechslung.
Der Zustand der Straßen und Wege war bis auf eine Ausnahme immer hervorragend; "1a!" wie Kozlowski betonte. Auch seien die Autofahrer in Deutschland und in der Schweiz sehr rücksichtsvoll gewesen. In der Laufenburger Innenstadt mussten die Sportler ihre Skates abschnallen und 750 Meter zu Fuß gehen: Das Gefälle von mindestens 15 Prozent auf "Niederburgkopfsteinpflaster", so Dominik Kozlowski, sei viel zu gefährlich gewesen. Verletzungen durch Stürze habe es bisher nicht gegeben. Erfreulich sei auch, dass Leute am Straßenrand den Sportler zugejubelt hätten.
In Rheinfelden waren die Inliner Zeuge eines Verkehrsunfalls zwischen einem Motorrad und einer Ente, der es den Kotflüge abschlug. Verletzt hatte sich erfreulicher Weise niemand, so dass unsere Sportler ohne lange Unterbrechung weiter fahren konnten.
Eine erfreulichere Begegnung hatten sie zuvor am Schweizer Zoll. Dort begegneten ihnen Radrennfahrer aus Italien, die einen Fahrrad-Staffellauf über 1 500 Kilometer durchführen. Die Begebenheit blieb jedoch so flüchtig, dass kein weiterer Informationsaustausch möglich war. Die Radfahrer hatten ihre Begleitfahrzeuge ebenfalls geschmückt, so dass man sich schnell im Vorbeifahren informieren konnte.
Für einen Feuerwehrangehörigen die fast wichtigste Mitteilung: Bei der FF Murg stehen ein neueres LF und ein älteres TLF. Letzteres habe eine Schnauze, die ähnlich dem alten Litzelstetter LF sei, berichtete Dominik Kozlowski.
Die Nacht wird um 6 Uhr zu Ende sein: Dann heißt es Rollen ausbauen und Reinigen; einige haben die Bremsklötze total heruntergefahren, so dass diese getauscht werden müssen.
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