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Jugendfeuerwehrzeltlager 1998

Knoten binden
Knoten mußte sie beherrschen, damit sie Trägerin der neuen "Jugendflamme" werden konnte. Mit Fingerspitzengefühl zog die spätere Feuerwehrfrau die Enden durch die Augen, bis sie das gewünschte Gebilde ergaben. Die "Jugendflamme" hatte dieses Jahr Premiere. Sie wurde geschaffen, um auch Neulingen erste Bewährungsproben zu ermöglichen.

Mit Geschick, Fantasie und Kondition unterhielten sich sechs Tage und fünf Nächte lang über 500 Mädchen und Jungen im Konstanzer Hockgraben. Nach einjähriger Vorbereitungszeit war innerhalb von drei Tagen eine schmucke Zeltstadt entstanden. Höhepunkt für die Jugendfeuerwehren des Landkreises ist jedes Jahr das gemeinsame Zeltlager.

Eingang zum Labyrinth
Den Eingang zu finden war nicht schwer, den Weg durch das "verrückte Labyrinth" schon eher. Aneinander gebunden und mit verbundenen Augen mußten sie auf zwei Helfer draußen vertrauen, die mit "Rechts"- und "Links"-Rufen halfen. 100 Pfähle und rund 500 Meter Flatterband sorgten für ein gehöriges Durcheinander.

Vor dem Lohn hieß es für die Jugendlichen erst einmal selbst Hand anlegen: eines oder mehrere Zelte aufbauen, den Holzboden auslegen, Feldbetten aufstellen, die Uniform aufhängen und den eigenen Vorgarten schmücken. Erst dann blieb Zeit, die neuen Nachbarn zu beschnuppern oder alte Bekannte wieder zu treffen. Knapp 60 Zelte standen am Nachmittag des ersten Tages, dem letzten Schultag vor den Sommerferien.

Auch wenn das Programm dicht gedrängt war, blieb viel Zeit, um sich im Vorgarten zu unterhalten oder einfach am Lagerfeuer den springenden Flammen zuzusehen. Die Lagerolympiade – sie zog sich wie ein roter Faden über die Tage hindurch – begann schon am ersten Abend mit der Nachtwanderung. Im "verrückten Labyrinth", beim Stadtspiel, beim "heißen Draht" oder Buchstabenspiel galt es nicht nur seine Feuerwehrkenntnisse anzuwenden, sondern auf spaßige Art und Weise auch Allgemeinwissen und Orientierungssinn. Alles Eigenschaften, die sie später als aktive Feuerwehrleute dringend brauchen, wenn sie für die Sicherheit ihrer Mitbürger in der Gemeinde aufkommen wollen.

Höchste Konzentration am 'Heißen Draht'
Hochkonzentriert und mit viel Geschick führte der zukünftige Feuerwehrmann den Ring den "heißen Draht" entlang. Wenn er ihn berührte, gab's einen häßlichen Ton und Minuspunkte. Aber auch die Zeit lief gegen ihn. "Der heiße Draht" war einer der vielen Attraktionen der Lagerolympiade.

Daß Konsumdenken bei den Jugendfeuerwehren nicht "in" ist, zeigte sich schon darin, daß jeder der vier Unterabschnitte – ein lokaler Zusammenschluß der Jugendwehren – einen Teil der Lagerolympiade gestalten mußte. Trotz Uniform – sie wird nur noch bei Ereignissen wie Eröffnungs- oder Abschlußfeier getragen – ist das Militärische nur noch selten anzutreffen. Dagegen ist Disziplin immer noch gefragt: Ob beim Antreten zu einer Übung oder beim Anstehen zum Essenfassen geht es erstaunlich ruhig zu.

Für die Sicherheit und die Unterhaltung des Lagerfeuers – es muß rund um die Uhr brennen – waren die Jugendlichen selbst verantwortlich. Die Lagerwache hatte ihren Platz am einzigen Eingang, der mit einem Schlagbaum abgeschlossen werden konnte. "Radio Zeltlager" spielte Musikwünsche und die "Lagerzeitung" faßte in Bildern und Berichten das Geschehen zusammen. Bei Bedarf erhielten sie immer Unterstützung von ihren Leiterinnen und Leitern der 29 anwesenden Jugendfeuerwehren.

Den Jugendlichen bleiben diese Tage sicher lange in Erinnerung. Die Vorfreude – sie ist bekanntlich die schönste – dauert noch ein knappes Jahr. Dann wird in Möggingen eine neue Zeltstadt errichtet.

Die Jugendfeuerwehr Möggingen holte die Flagge ein
Die Jugendfeuerwehr Möggingen holte an der Abschlußfeier die Flagge ein. Dafür dürfen sie diese nächstes Jahr in ihrer eigenen Gemeinde wieder hissen, wenn sie das Zeltlager der Jugendfeuerwehren eröffnen.

Übersicht zum Jugendfeuerwehrzeltlager 1998.

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