|
|
2004
38 Berichte
29. Dezember 2004 – Umgebautes Fettexplosionsgerät getestet"Zwischen den Feiertagen" bauten einige Kameraden das seit Jahren bei Vorführungen verwendete Explosionsgerät um. Es wurde in einem stabilen Rahmen gesetzt und mit Seitenwänden und einem Dach verkleidet. So lässt sich noch eindrücklicher zeigen, was bei unsachgemäßem Umgang mit brennendem Fett in einer engen Küche geschehen kann. Am Umbau haben mitgewirkt: Markus König, Daniel Frank, Stefan Arnhold, Tobias Oser und Ferdinand Oser.
Foto-Galerie
18. Dezember 2004 – Bald gefährlich kleinFeuerwehr braucht dringend Nachwuchskräfte
|
|
Nachwuchs am Schlauch: 20 Nachwuchskräfte aus Konstanz, Öhningen und Hausen an der Aach haben nach einer Grundausbildung bei der Konstanzer Feuerwehr die Prüfung zum Truppmann abgelegt. Wer sie besteht, kann künftig bei Brandeinsätzen dabei sein. Foto: Claudia Rindt
|
( rin) Die Konstanzer Feuerwehr könnte bald gefährlich klein sein. "Wir sind an einer knappen Decke", stellt Kommandant Dieter Quintus fest. Um flexibel reagieren zu können, bräuchte die Stadt 300 Einsatzkräfte. Doch derzeit haben sich nur noch 275 Bürger dem freiwilligen Löschdienst verschrieben.
Geburtenschwache Jahrgänge, aber auch die Konkurrenz durch andere Freizeitangebote und Schwierigkeiten Beruf sowie Freiwilligendienst unter einen Hut zu bringen, bereiten der Feuerwehr Probleme. Die Jugendfeuerwehr, aus der bisher viele nach einer Grundausbildung mit Prüfung in den Löschdienst wechselten, verzeichnet einen Schwund an Nachwuchskräften. Derzeit seien rund 60 Jugendliche aktiv, noch vor wenigen Jahren waren es etwa 100. Jetzt sorgt sich Dieter Quintus um ausreichend Nachwuchs in den Löschzügen der Feuerwehr. "Wir sind froh über jeden Einzelnen der kommt."
Wenn der Schrumpfungsprozess weiter geht, dann seien bei Einsätzen "deutliche Lücken" zu erwarten, sagt Dieter Quintus. Das heißt: Die Wehr wird nicht mehr so schnell vor Ort sein können. Je weniger Leute große Teile der Stadt abdecken müssen, desto länger dauert es, sie an einem Einsatzort zusammen zu ziehen.
Um spürbare Lücken zu vermeiden, will die Konstanzer Feuerwehr ein großes "Motivationspaket" auflegen. "Das ist im nächsten Jahr unser Schwerpunktthema", kündigt Dieter Quintus an. Er freute sich kürzlich über 12 Nachwuchskräfte, die nach der Grundausbildung die erste Prüfung zum "Truppmann" ablegten. Wer sie besteht, darf mit zu Einsätzen. Im Jahresschnitt ist ein Feuerwehrmann in Konstanz rund 200 Stunden mit Übungen, Einsätzen oder Fortbildungen beschäftigt.
12. Dezember 2004 – Atemschutzausbildung in BöblingenNach dem Ausflug des 3. Zuges im Sommer, der eine Ausbildung im Brandcontainer beinhaltete, war die nächste Abordnung für diese wertvolle Unterrichtsmethode an diesem Wochenende der Reihe.
05. Dezember 2004 – Notrufleitungen zeitweise blockiertBesorgte Bürger griffen zum Telefon – Im Landkreis keine Schäden nach ErdbebenDas Erdbeben von Waldkirch mit einer Stärke von 5,4 auf der Richter-Skala in der Nacht auf Sonntag hat im Landkreis Konstanz zahlreiche besorgte Bürgerinnen und Bürger zum Telefon greifen lassen. Schäden habe es laut Landratsamt und Polizeidirektion keine geben.
"Bei der Integrierten Leitstelle für die Feuerwehr und den Rettungsdienst gingen eine Vielzahl von Anrufen ein", schreibt das Landratsamt in seiner Pressemitteilung. Zeitweise seien alle Notrufleitungen blockiert gewesen; die Leitstellenmitarbeiter hatten rund eine Stunde lang in etlichen Telefonaten den besorgten Bürger Auskunft gegeben, erklärte der Pressesprecher des Landratsamtes Hendrik Roggendorf.
Polizeisprecher Fritz Bezikofer berichtete von über 100 Anrufen, die auf der Polizeidirektion und den Dienststellen im Landkreis eingegangen seien. In Singen hätten einige Bewohner ihre Häuser aus Angst verlassen, teile Bezikofer mit. Bei der Feuerwehr Konstanz gab es rund 20 Anrufe bis zum Morgen, berichtete Reinhold Maier von der Feuerwehr. Nirgendwo wurden Schäden gemeldet.
Viele Menschen wachten um 2.52 Uhr auf, als sie die mehrere Sekunden lang andauernden Erdstöße spürten oder den dadurch verursachten Lärm hörten. Eine Frau aus Konstanz berichtete, sie sei gerade beim Einschlafen gewesen, als die vier von Magneten gehaltenen Schranktüren im Schlafzimmer laut zu rütteln begannen. "Ich bekam Angst, es war gruselig", sagte sie dem SÜDKURIER. Anschließend sei sie aufgestanden und habe sich angezogen, damit sie sofort die Wohnung verlassen könne, falls es noch weitere und stärke Erdstöße gegeben hätte, erzählte sie immer noch unter dem Eindruck des nächtlichen Geschehens stehend.
Ebenfalls wurden manche Tiere von dem Erdbeben beunruhigt. So wird von einem Kater berichtet, der anschließend "rumgesponnen" habe. Auch Fotograf Oliver Hanser, der für das SÜDKURIER-Medienhaus nächtelang Partys besucht, bekam die Auswirkungen zu spüren: "Ich erhielt einen Ruck nach links, als würde ich angerempelt", schildert er sein Erlebnis auf der Party im Neuwerk. Als niemand von den noch rund ein Hundert anwesenden Gästen reagierte, dachte er an eine Kreislaufschwäche. Erst als er anderthalb Stunden später im Radio von dem Erdbeben hörte, war ihm klar, dass er keiner Sinnestäuschung erlegen war.
03. Dezember 2004 – Aha-Effekt im Altstadt-DschungelÜberwachungsaktion zeigt: Falschparker behindern massiv Einsatz der Rettungsdienste
|
|
Nicht nur Autos, auch Fahrräder, stellen für Einsatzfahrzeuge in der Niederburg ein Hindernis dar.
|
|
|
Hier kam die Drehleiter nicht mehr durch: Der verkehrwidrig parkende Pkw versperrte die Zufahrt vom Fischmarkt in die Zollernstraße. Fotos: Aurelia Scherrer
|
( as) Freitagabend, 20 Uhr. Erich Böhler vom Bürgeramt der Stadt Konstanz sowie vier Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes und die Freiwillige Feuerwehr Konstanz unterzogen einen Teil der Altstadt der Feuerprobe. Im Praxistest erwies sich wieder einmal, dass unbedachtes, gedankenloses Falschparken ein Durchkommen der Drehleiter der Feuerwehr und sonstiger Einsatzfahrzeuge unmöglich machen kann. Im Ernstfall kann dieses Fehlverhalten Menschenleben kosten.
"Etwa zweimal im Jahr machen wir unter Beteiligung der Feuerwehr eine solche Überwachungsaktion, um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung zu wecken", so Erich Böhler. Gleichzeitig zeigen derartige Aktionen, wie falsch geparkte Pkws ein unüberwindbares Hindernis für Einsatzfahrzeuge, die zur Rettung von Sachwerten, aber insbesondere von Menschenleben erforderlich sind, darstellen können. Gerade in der Vorweihnachtszeit sei es besonders wichtig, die Menschen zu sensibilisieren, denn durch Adventskerzen und dergleichen könne es rasch zu einem Brand kommen, "der schnell löschbar wäre, aber durch Zeitverzögerung infolge Behinderung fatal enden kann", so Böhler.
Für Aufmerksamkeit sorgte diese Aktion fürwahr. Als die Drehleiter, die gemeinsam mit dem Tanklöschfahrzeug im Ersteinsatz ausrückt und als Rettungsgerät in der Erstphase von höchster Wichtigkeit ist, in die Konradigasse fuhr, eilten die Bewohner an ihre Fenster. Sie hatten ebenso wie die Passanten ein echtes Aha-Erlebnis. Gerade diese Gasse wirkt auf Fußgänger und Autofahrer beinahe großzügig. Aber der Schein trügt. Die Kunstfertigkeit des Maschinisten (Fahrzeugführers) des 9,65 Meter langen, 2,50 Meter breiten und 3,25 hohen Fahrzeugs war stark gefordert. Nur wenige Zentimeter Luft blieben stellenweise zwischen Häusermauer und Drehleiter und die Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes hatten alle Hände voll zu tun, Fahrräder zur Seite zu stellen. Bedenkenswert ist zudem, dass die Feuerwehr nur über den Rheinsteig in die Konradigasse einfahren kann, denn von der Inselgasse ist ein Einbiegen aufgrund der Ausmaße des Fahrzeugs nicht möglich.
In der Rheingasse erwiesen sich abgestellte Fahrräder und vor allem Räder mit Kinderanhänger als großes Hindernis. Ein Pkw, der bereits 20 Minuten lang mit Warnblinkanlage in der Gasse stand, fuhr in letzter Sekunde vor Eintreffen der Drehleiter weg. Ansonsten wäre für das Feuerwehrfahrzeug ein Durchkommen nicht möglich gewesen. Kurz vor dem Notariat musste ein widerrechtlich geparktes Fahrzeug abgeschleppt werden. Spannend wurde es bei der Einfahrt vom Fischmarkt in die Zollernstraße. Gleich zwei Fahrzeuge standen hier verkehrswidrig und die Drehleiter konnte nicht durchfahren. Der Gemeindevollzugsdienst zog das Maßband hervor: 2,45 Meter trennten die geparkten Autos von der Häuserwand. Im Ernstfall, wenn es um Menschenleben geht, würde sich die 2,50 Meter breite Drehleiter sicherlich dennoch den Weg durch diesen Teil des Altstadt-Dschungels bahnen. An diesem Abend wurden die falsch geparkten Fahrzeuge abgeschleppt – ein Unterfangen, für das im Notfall keine Zeit bleibt. Es ist zu hoffen, dass sich die Falschparker nicht zu sehr über das Ungemach und die Kosten ärgern, sondern sich über ihr Verhalten Gedanken machen. Was sind schon Abschleppkosten gegenüber dem hohen Preis eines oder mehrerer Menschenleben? Schließlich kann jeder in eine – im wahrsten Sinne des Wortes – brenzlige Situation geraten, bei der es auf jede Minute ankommt. Dann scheint eine Minute ohnehin wie eine Ewigkeit.
30. Oktober 2004 – Maschinisten-LehrgangAn den Wochenenden 22./23. und 29./30. Oktober 2004 wurden bei der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz 21 neue Maschinisten für Löschfahrzeuge ausgebildet. Nach Absolvierung eines theoretischen und praktischen Tests über gaben die Ausbilder die Lehrgangsbescheinigungen. Den Teilnehmern aus Bodman-Ludwigshafen, Hilzingen, Hohenfels, Konstanz, Mühlingen, Rielasingen-Worblingen, Steißlingen, Stockach, Tengen und Volkertshausen wurden in den 36 Stunden soviel theoretisches und praktisches Wissen vermittelt, dass sie als Maschinist in ihrer Feuerwehr in dieser verantwortungsvollen Position eingesetzt werden können. Das trotz der späten Jahreszeit schöne Wetter meinte es mit den Maschinisten-Anwärtern gut, was die gute Zusammenarbeit und Stimmung während der Ausbildung zusätzlich förderte.
Text: Michael Blender
Foto-Galerien
30. Oktober 2004 – Unterwasser-Patrouille im SeerheinJährliche "Seeputzete" der DLRG-Rettungstaucher mit Unterstützung der Feuerwehr Kreuzlingen – Trauriger Rekord: Allein 48 Fahrräder aus dem Wasser gefischt(as) Wie wichtig und unverzichtbar die jährliche "Seeputzete" ist, welche die Rettungstaucher der DLRG-Ortsgruppe Konstanz mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW), der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz und der Feuerwehr Kreuzlingen veranstalten, zeigte sich am vergangenen Wochenende wieder. 48 ehrenamtliche Helfer, darunter 25 Rettungstaucher, waren mit jeweils einem Boot des THW, der Feuerwehren Konstanz und Kreuzlingen sowie der DLRG-Ortsgruppen Konstanz und Bodman im Einsatz und entmüllten die Unterwasserwelt zwischen der alten und neuen Rheinbrücke. Dabei wurde ein trauriger Rekord aufgestellt: In rund drei Stunden holten sie allein 48 Fahrräder vom Seegrund.
Mit traumhaftem Herbstwetter wurden die Mitglieder der Hilfsorganisationen belohnt, die am Samstagvormittag ihre Freizeit opferten, um die Unterwasserwelt zu entmüllen. Die Wasservögel ließen sich von der regen Betriebsamkeit auf und unter dem Wasser in keiner Weise stören. Vielmehr hätte man ihr Dabeisein als ein herzliches Dankeschön interpretieren können. Die Stimmung unter den Teilnehmern war vorzüglich, denn obgleich die "Seeputzete" ein Beitrag für die Kameradschaftspflege und eine gute Übung für die Wasserretter darstellt, ist dieser ehrenamtliche Einsatz kein Vergnügen. Muschelbewachsene Fahrräder erfordern ungeheure Kräfte von den Bootsbesatzungen, um diese aus dem Wasser an Bord zu hieven. Kein Wunder, dass drei Mal hintereinander das Seil riss.
Auch die Feuerwehr Kreuzlingen beteiligte sich bereits zum zweiten Mal an der Aktion. "Das ist wie eine Sucht", schmunzelte Peter Brandes und fügte gewitzt hinzu: "Ich hab' immer noch Hoffnung auf ein Schatzkästchen." Mit Engelsgeduld manövrierte der Kreuzlinger Schiffsführer Paolo "Seebär" Soppelsa sein Boot dicht an die Pfeiler der alten Rheinbrücke, wo Bojen die an Seilen befestigten Abfälle, die es zu bergen galt, markierten. Dies war aufgrund der starken Strömung kein leichtes Unterfangen. "Die Schtrömung isch huereschtark, die saugt die ganz anne", konstatierte der Kreuzlinger Schiffsführer.
Die Rettungstaucher freuten sich über die gute Sicht unter Wasser. Acht bis neun Meter weit könne man sehen, so Joachim Mayer, der mit weiteren 24 Tauchern den Seegrund absuchte und den Müll an Seilen befestigte. Das Ergebnis der harten Arbeit ließ sogar die erfahrenen Helfer der "Seeputzete" staunen: 48 Fahrräder, eine Warnbarke, ein Metallbügel, der zum Baumschutz dient, ein leeres Ölfass, ein Schwimmer eines Floßes, welches laut Reinhard Weber "Sarggröße" hatte, Autoreifen, Klappstuhl, Baustahl, … "Es hat sich rentiert", konstatierte Weber, der aufgrund des Unterwasser-Fahrradfundortes nun zu wissen glaubt, woher die Fahrradbrücke ihren Namen hat. Zwei große Müllcontainer wurden mit der Beute aus der "Seeputzete" befüllt.
Während des ehrenamtlichen Einsatzes zum Wohle der Umwelt kam es zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Das 23 Jahre alte Rettungsboot der DLRG-Konstanz versagte seinen Dienst und musste von der Feuerwehr Kreuzlingen abgeschleppt werden. Die Mitglieder der DLRG hoffen, dass die Schadenserhebung nicht allzu teuer wird, denn derzeit befassen sie sich mit der Erweiterung des Wasserrettungszentrums "Adlerhorst", für das ebenfalls jeder Euro benötigt wird.
23. Oktober 2004 – "Nicht ohne Feuerwehr"Oberbürgermeister Horst Frank bekennt sich anlässlich des Kameradschaftsabend zur Feuerwehr"Wir können nicht ohne Feuerwehr leben", stellte Oberbürgermeister Horst Frank beim Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz im großen Saal des Zentrums für Psychiatrie Reichenau fest. Er spielte damit auf die enger werdende finanzielle Ausstattung der Feuerwehren durch das Land an und die sich abzeichnenden Nachwuchsprobleme. Frank lobte auch den ausgesprochen positiven Eindruck, den die Feuerwehr insbesondere mit den Radfahrern und mit dem Spielmannszug bei den Jubiläumsfeierlichkeiten in der tschechischen Partnerstadt Tábor hinterlassen habe.
Ehrungen
Die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V. (BDMV) verlieh an den Leiter des Spielmannszuges Michael Koch, Verdienstmedaille in Gold mit Urkunde. Er wurde damit unter anderem für seine Jugendarbeit geehrt. Die Jugendlichen hatten anlässlich des Landesfeuerwehrtages 2003 in Ulm eine Urkunde in Gold mit Auszeichnung erhalten. Vom BDMV erhielten Gisela Lehmann die Ehrennadel in Silber für 20-jährige, sowie Dirk Mutter und Peter Stöß die Ehrennadel in Gold für 30-jährige aktive Tätigkeit.
Von den aktiven Feuerwehrangehörigen wurden Albert Bammert, Matthias Mende, Konrad Romer, Walter Späth, Hans Wussler für 40 Jahre, Bernd Bertsch, Martin Deggelmann, Rainer Drössler, Reinhold Gensle, Andreas König, Michael Rössler, Jürgen Rupp, Helmut Schmitt und Petra Stett für 25 Jahre sowie Roman Kimmig, Thorsten Liebe, Michael Okle, Mike Oswald, Martin Romer und Nicolas von Waldthausen für 15 Jahre aktiven Dienst geehrt.
|
Der OB kritisierte den Umgang des Landes mit den Feuerwehren; das Land wolle auf Kosten der Gemeinden mehrere Hundert Millionen Euro einsparen. Zuvor hatte Kommandant Dieter Quintus erklärt, wie sich diese Sparassnahmen auswirkten: Die Zuschüsse zu den Lohnersatzkosten, den Lehrgängen, zur Überlandhilfe und für die zentralen Werkstätten seien Anfang des Jahres entfallen. Auf die Stadt kämen daher rund 30 000 Euro an Mehrkosten zu. Auch die Zuschüsse für Beschaffungen – wie Einsatz-Fahrzeugen – seien reduziert worden: von 40 auf 30 Prozent.
Erfreulich sei dagegen, dass die Finanzierung für die Ölwehren am See derzeit noch stehe. Derzeit sei eine Ersatzbeschaffung für Fahrzeuge und Gerätschaften im Gange, die 30 Jahre altes Material ersetzen soll. Der Kommandant warnte das Land jedoch davor, sich aus der derzeitigen Unterstützung der Ölwehren zurückzuziehen. Nach einer Absprache der Kommandanten der Ölwehr-Stützpunkte würde die Ölschadensbekämpfung auf dem See, die Landessache und nicht eigentliche Gemeindeaufgabe sei, sofort zurückgegeben werden.
Kommandant Quintus erklärte weiter, dass im Gegenzug zu den auferlegten Einschränkungen die Ansprüche in Leistung und Ausbildung an die Feuerwehrfrauen und -männer immer mehr steigen würden. Als Beispiel nannte er die gestiegenen Anforderungen beim Atemschutz, wobei die höheren Ausbildungsanforderungen weder personell noch finanziell geklärt seien.
Einen weiteren wunden Punkt sprach Quintus an: Die landesweit rückläufige Zahl an ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen habe nun auch Konstanz erfasst. So verzeichne die Statistik seit 2000 einen Rückganz um rund 10 Prozent an Aktiven Feuerwehrmitgliedern. Als Beispiel nannte der Kommandant den Löschbereich Altstadt: Dort habe es früher rund 70 Feuerwehrleute gegeben, heute seien es nur noch 44. Der seit Jahrzehnten niedrigste Stand Aktiver, sei bedenklich in einer Stadt, die inzwischen die 80 000 Einwohner-Zahl überschritten habe.
Dieter Quintus nannte einige mögliche Gründe: Das Desinteresse von 18-jährigen an einem Ehrenamt, die Verkürzung der Wehrdienstzeit, die Arbeitsplatzsituation in Konstanz – Wegfall von Firmen wie Herosé, Great Lakes oder Rieter, woraus sich viele Feuerwehrleute rekrutiert hätten – und ein hohes Mietniveau, das viele Wegzüge bedinge.
Zudem verzeichne die Jugendfeuerwehr, die in den letzten Jahren den Hautpanteil an neuen Aktiven stellte, gleichfalls einen besorgniserregenden Schwund: Innerhalb von fünf Jahren einen Rückgang von 100 auf 60 Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Als mögliche Ursachen nannte Quintus, das breit gefächerte Freizeitangebot, die rückläufigen Geburtenjahrgänge und nicht zuletzt hätten die Feuerwehrangehörigen selbst weniger Kinder.
Die bisherigen Werbeveranstaltungen hätten nicht den gewünschten Zulauf gebracht, bemängelte der Kommandant. Er regte an, wie in anderen Städten, über Motivationsprogramme und Leistungsanreize nachzudenken. Dies werde jedoch nicht zum "Nulltarif" zu haben sein, verdeutlichte er. Die zuvor genannten Punkte würden, so Quintus, eine Erhöhung der Zahl der hauptamtlichen Kräfte unumgänglich machen.
OB Frank versprach, er habe immer ein offenes Ohr für Vorschläge, wie man Nachwuchs gewinnen könne. Seine Erfahrung sei es, dass man sich auf die Konstanzer Feuerwehr verlassen könne, sie sei in einem guten Zustand. Sein Ziel sei es, die vorhandene Qualität aufrecht zu erhalten. "Wir steuern gemeinsam durch stürmische See", versprach der Oberbürgermeister, damit er auch nächstes Jahr Gutes über die Feuerwehr berichten könne.
Musikalisch umrahmte die Polizeikapelle den Abend. Für die musikalische und spaßige Abwechslung sorgte wieder einmal der Spielmannszug. Mit einigen neu einstudierten Stücken zeigten die "Spielleute" ihr Können. Mit dem Sketch "Das Radkäppchen" setzten sie den lustigen Höhepunkt des Abends.
Foto-Galerien
19. September 2004 – Vorführungen beim Autohaus WalterAnlässlich der Vorstellung des Hyundai Tucson führte die Freiwillige Feuerwehr Konstanz jeweils am Samstag (18.) und Sonntag (19:) die Rettung eines Verletzten aus einem Unfallfahrzeug vor.
Foto-Galerien
11. September 2004 – Freundschafts-FeuerwerkRund 270 Konstanzer beim Táborer Treffen in der tschechischen Partnerstadt( as) Die Konstanzer reisen mit Freude zum jährlichen Táborer Treffen in die tschechische Partnerstadt und sind dort stets gern gesehene Gäste. Zum einen, weil im Laufe der mittlerweile 20 Jahre bestehenden Städtepartnerschaft längst persönliche Freundschaften geschlossen wurden, und zum anderen, weil die Konstanzer Vereine das offizielle Festprogramm während des dreitägigen "Táborská Setkání" mit ihren Darbietungen bereichern. Dies wird von den Táborern geschätzt, so dass auch in diesem Jahr im Rahmen des Gartenfestes mit den ausländischen Delegationen die Konstanzer von Bürgermeister Franticek Dedic als erste begrüßt wurden.
Pures Vergnügen ist der Dreitages-Trip für die Konstanzer Teilnehmer nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass nach rund zehnstündiger Busfahrt gleich das Programm beginnt. Die Fanfarenzüge der Freien Blätz mit Stadtwache, Konstanzer Blätzlebuebe, Kamelia Paradies und Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz hatten während ihres Aufenthaltes zahlreiche Konzerte und Spieltermine. Bei den Platzkonzerten und auch beim feierlichem Umzug durch die Stadt und über den Zizka-Platz vertraten sie die Stadt Konstanz würdig.
Gleichwohl ist das "Táborer Treffen", an welchem in diesem Jahr insgesamt 20.000 Besucher teilnahmen, jedes Mal ein Erlebnis, denn die verschiedenen Kulturen kennenzulernen, einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten und Freundschaften zu schließen ist Sinn und Zweck dieses traditionellen Festivals, wie Bürgermeister Franticek Dedic äußerte.
Zahlreiche hochkarätige Musikgruppen, Orchester und Tanzensembles glänzten während des dreitägigen Treffens mit Darbietungen auf verschiedenen Plätzen und der altböhmische Jahrmarkt auf dem Mikuláse z Husi Platz sowie der mittelalterliche Markt auf dem Trznì Platz begeisterten die Menschen. Ein besonderer Höhepunkt war der Kostümfackelumzug auf dem Ziska Platz, als das Mittelalter mit Hussiten und dem Táborer Feldherrn Jan Ziska wieder lebendig wurde. Mit einem fulminanten, musikalisch untermalten Feuerwerk wurde der Abendumzug, der die Konstanzer staunen ließ ("dagege kasch s'Seenachtsfescht grad vugesse"), beschlossen.
Kontakte knüpfen und voneinander lernen stand die ganze Zeit im Mittelpunkt. Jirí Horecký, einst Geschäftsführer der Caritas Tábor und jetzt Direktor des dortigen Altersheimes, lud Susanne Krauß, Leiterin des Konstanzer Marienhauses, zur Besichtigung der neuen Einrichtung für Senioren ein, welche derzeit als eines der modernsten Altersheime Tschechiens gilt. Karl-Heinz Rotzinger vom Konstanzer Karate- und Fitness-Dojo gestaltete für die Táborer Karatekas ein besonderes Trainingswochenende, nur um Beispiele für das Pflegen der Kontakte zu nennen. Selbstverständlich wurden auch neue Freundschaften geschlossen. Iris Hentschel vom Sprachendienst beispielsweise reiste erstmalig nach Tábor und war privat bei einer Sprachlehrerin untergebracht. Die Konstanzerin war hellauf begeistert von der Stadt, der Kultur, der Landschaft und vor allem von ihrer belesenen "Gastmutti", die ihr eine höchst interessante geschichtliche Führung durch die Táborer Altstadt angedeihen ließ. Iris Hentschel erging es wie den meisten Konstanzern: Sie will auf jeden Fall wieder nach Tábor reisen, um die Konstanzer Partnerstadt noch besser kennenzulernen.
10. September 2004 – Ausgezeichneter KommandantBerufsfeuerwehr Tábor feierte 50-jähriges Bestehen – 85 Konstanzer Feuerwehrleute gratulierten( as) 50 Jahre Berufsfeuerwehr Tábor sind ein gewichtiger Anlass für ein Jubiläumsfest. Dies vor allem, weil die Feuerwehren der Städte Tábor und Konstanz die Städtepartnerschaft seit Anbeginn pflegen, und zwar bereits zu Zeiten des "Eisernen Vorhangs". 85 Konstanzer Feuerwehrleute mit Kommandant Dieter Quintus trafen daher bereits am frühen Freitagmorgen in Tábor ein, um Zdenek Dvorák, seit 30 Jahren Feuerwehr-Kommandant und eine der treibenden Kräfte der Städtepartnerschaft, zu gratulieren. Dieter Quintus hatte zudem die Ehre, Dvorák mit der Medaille des Deutschen Feuerwehrverbandes für internationale Zusammenarbeit auszuzeichnen.
Zdenek Dvorák, dem die seit 20 Jahren bestehende Städtepartnerschaft am Herzen liegt, ist eine faszinierende Persönlichkeit. Sein Büro gleicht ein wenig einem Museum, denn hier hat er alles ausgestellt, was mit Konstanz zu tun hat. Sämtliche Geschenke werden hier liebevoll aufbewahrt und stolz zeigt er seinen Besuchern den Hochglanz-Prospekt über die neuen Fähre der Stadtwerke Konstanz, die auf den Namen "Tábor" getauft wurde. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Berufsfeuerwehr "Tábor" verfasste Dvorák eine Festschrift. Das Kapitel über die Städtepartnerschaft und die lebhafte Freundschaft mit der Feuerwehr Konstanz schrieb er übrigens in deutscher Sprache. Für Dvorák eine Selbstverständlichkeit und vor allem Ausdruck der tiefen Freundschaft, welche die beiden Feuerwehren verbindet.
"1984 war eine Zeit, in der der Eiserne Vorhang noch nicht gefallen war und die heute verbundenen Völker Europas noch streng in Blöcke unterteilt waren", blickte der Konstanzer Kommandant Dieter Quintus in seiner Ansprache auf die Geschichte der Städtepartnerschaft zurück, um die positiven Veränderungen deutlich zu machen. "Der Rückblick zeigt, wie weitsichtig in die richtige Richtung die Initiatoren der Städtepartnerschaft Tábor-Konstanz vor mehr als 20 Jahren schon dachten", so Quintus. Er überbrachte die Glückwünsche der Feuerwehr Konstanz, gratulierte Zdenek Dvorák zum Dienstjubiläum, "denn unter seiner Führung entstand die enge Bindung beider Feuerwehren, die sich in zahlreichen gegenseitigen Besuchen, aber auch im Erfahrungsaustausch und sportlichen Begegnungen widerspiegelt".
"Zdenek Dvorák hat viel für die internationale Zusammenarbeit geleistet, wofür wir uns bei ihm recht herzlich bedanken", mit diesen Worten überreichte Dieter Quintus dem Laudierten die Medaille des Deutschen Feuerwehrverbandes für internationale Zusammenarbeit. Tags darauf folgte ein weiterer Höhepunkt: Der Korps der Freiwilligen Feuerwehr Tábor präsentierte Fahrzeugausstellungen und Rettungsübungen, wobei der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz zu Ehren der Jubiläumswehr aufspielte. Michael Koch, Leiter dieses musikalischen Zuges, hatte für seinen Freund Dvorák eine besondere Überraschung parat. Er schenkte im Namen der Feuerwehr einen Feuerwehr-Löschzug mit Schienen im Kleinformat, welche der Táborer Kommandant bereits bei einem Besuch in Konstanz bewundert hatte. "Zug mit Wiederkehr", äußerte Michael Koch, denn er wollte damit die Verbundenheit symbolisieren, die niemals abbrechen möge. Der Beschenkte war sichtlich gerührt, vor allem als er das kleine Messingschild auf der Lok sah, auf welchem in kleinen Lettern stand: "Zdenek-Rail Way".
10. September 2004 – Mit dem Rad nach Tábor – 4. Tag – AnkunftUm 7:30 Uhr sind die Radler losgefahren, zur Sicherheit, da sie wegen unklarer Kilometerangaben den Zeitbedarf nicht vernünftig planen konnten. Es war noch kälter als am Vortag; nur 4 °C zeigte das Thermometer. Schließlich kam doch noch die Sonne durch, die stechend warm schien, nur der lästige "Gegenwind war saukalt", erzählte der bewährte Berichterstatter Klaus Koch am Telefon.
Heute setzten sich nochmals alle 6 Fahrer aufs Rad. Insgesamt legten sie heute rund 50 Kilometer zurück. Gegen 9:30 Uhr standen sie schon rund 3 Kilometer vor Tábor. Dort sollten sie eigentlich von einem Fahrzeug der Berufsfeuerwehr Tábor empfangen werden. Erst nach mehreren Telefonaten wurden sie schließlich ans Ziel geleitet, wo auch die Feier zum 50-jährigen Bestehen der Berufsfeuerwehr abgehalten wurde.
Insgesamt seien der Empfang und die Feierlichkeiten enttäuschend gewesen, schilderte Klaus Koch den Eindruck, den er und seine Mitstreiter hatten. Auch der magere Applaus konnte nicht über die Enttäuschung hinwegtrösten.
Als sie noch in 2 verschiedene Hotels einquartiert werden sollten, wehrten sie sich mit Erfolg. Jetzt habe man die letzten Tage gemeinsam verbracht und miteinander gelitten, da wolle man sich jetzt nicht trennen lassen, so die Meinung der Gruppe. Am Sonntag treten die Radler wieder die Rückreise an, bequem auf 4 Rädern, die Stahlrösser im Gepäck. Bis dahin können sie den müden Muskeln Ruhe gönnen und sich pflegen. Zwischendurch bieten verschiedene Veranstaltungen anlässlich des Táborer Treffens ausreichend Abwechslung.
Die Stimmung innerhalb der Mannschaft sei trotz diverser äußerlicher Widrigkeiten gut, versicherte Klaus Koch. So schmieden sie schon für das kommende Jahr neue Pläne, die bei einer verbesserten Vorbereitung sicher zum Erfolg führen können.
Ob’s heute mit Fotos klappen wird, ist noch unklar. Die Mannschaft versucht mit Hilfe des Hotels oder der Feuerwehr Bilder zu schicken. Also: Wieder kräftig Daumen drücken!
09. September 2004 – Mit dem Rad nach Tábor – 3. Tag – ErschöpftAm Vorabend waren die müden Kämpfer schon um 21:30 Uhr ins Bett gefallen. Am Morgen starteten sie wieder um 8 Uhr. Die morgendliche Temperatur lag bei kühlen 7 °C. Die strapazierten Muskeln machten sich nun deutlich bemerkbar.
Der Verlauf der Strecke hörte sich bei Klaus Koch, der wieder per Mobiltelefon die Berichterstattung übernahm, so an: "Viele, viele Berge – sehr viele Berge". Bis zu 1000 Meter über dem Meer führten die Wege, zwischendurch sei es dann hin und wieder runter auf 600 oder 700 Meter gegangen. Der tschechische Etappenort Písek liegt auf 378 Meter über dem Meer.
Für Klaus Koch kam kurz nach der Abfahrt das vorläufige Aus: Die beiden Innenmenisken, die sich gestern schon schmerzend bemerkbar gemacht hatten, verhinderten ein Weiterfahren auf dem Rad. Nach Philippsreut kam für Florian Ströbele das vorzeitige Ende für den heutigen Tag: sein linkes Knie war dick angeschwollen. Er musste im Begleitfahrzeug Platz nehmen. Auch Daniel Frank musste pausieren. Er konnte jedoch ab Vodnany wieder in den Sattel sitzen und die etwas über 20 Kilometer radelnd zurücklegen. Peter Eisenhauer, Sven Reuter und Dieter Uecker hielten bis zum Nachmittag durch. Gegen 17 Uhr erreichten sie das Ziel Písek. Dort sei schon alles zum Schlafen hergerichtet. Die dortigen Feuerwehrkameraden hielten sich gegenüber den deutschen Gästen etwas bedeckt, sie wirkten "schücktern", berichtete Klaus Koch. Möglicherweise ist das durch die bestehende Sprachbarriere bedingt.
Trotz Allem sei die Stimmung gut und es gab unterwegs einiges zu erleben: Nach der Grenze verfuhren sich die Radler mehrfach; "in Tschechien herrscht ein Schilderdurcheinander", ärgerte sich Koch. Die Entfernungsangaben veränderten sich offensichtlich in nicht nachvollziehbarer Weise. So war es denn auch kein Wunder, dass 167 Kilometer statt der veranschlagten 135 zurückgelegt werden mussten.
Bevor sie jedoch über die Grenze nach Tschechien gingen, bekamen sie noch Besuch von einem Mann, der zu ihnen auf den Rasthügel gestiegen kam. Er stellte sich als ein Herr Tritschler vor. Wie sich alsbald ergab, ist Tritschler ebenfalls Angehöriger einer Freiwilligen Feuerwehr, nämlich der aus Philippsreut. Im Hauptberuf ist er jedoch Zollbeamter und so lud er die Fahrradtruppe zu einem Kaffee auf dem nahen Zollamt ein.
Herr Tritschler erwies sich kurze Zeit später denn auch als Glücksbringer: Beim Grenzübertritt stellte sich heraus, dass Florian Ströbele seinen Ausweis vergessen hatte. Auch kein anderes Dokument konnte er vorweisen, anhand dessen er identifiziert hätte werden können. Schließlich konnte durch tatkräftige Unterstützung von Herrn Tritschler und mehreren Telefonaten mit dem noch in Konstanz befindlichen Kommandanten Dieter Quintus eine Mehrtagesbescheinigung erstellt werden, die es Florian Ströbele ermöglichte nach Tschechien einzureisen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde war die Klippe erfolgreich umschifft. Interessant wäre zu spekulieren, wie diese Geschichte zu Zeiten des Kalten Krieges und des Eisernen Vorhangs ausgegangen wäre…
Da die Radtruppe in Písek nicht an einen Internet-Anschluss kommt, muss für heute auf Fotos leider verzichtet werden. Sprachschwierigkeiten erleichterten nicht gerade die Suche nach einem geeigneten PC. Klaus Koch hofft, dass es in Tábor eine Möglichkeit geben wird, Bilder übers Internet zu versenden.
Am Morgen wollen sich alle 6 wieder auf die Räder setzen. Klaus Koch hofft mit dem Einschmieren seiner Knie noch bis Tábor durchhalten zu können. Am Abend wolle man versuchen zu klären wie weit es von Písek bis Tábor ist. Ursprünglich waren 44 Kilometer errechnet worden. Aber laut Beschilderung könnten es 47 oder 56 Kilometer sein, befürchtete der Berichterstatter.
08. September 2004 – Mit dem Rad nach Tábor – 2. Tag – BegeistertDie Radler fuhren um 8 Uhr los, es war neblig und frisch, wärmende Jacken halfen bis die ersten Sonnenstrahlen gegen 10/11 Uhr zu wärmen begannen, dann wurde es wieder "traumhaft", so Klaus Koch, der am Abend über wieder die Rolle des Berichterstatters übernahm. Die Nacht zuvor hatten sie gut verbracht, nur ab und an habe den einen oder anderen das Schnarchen gestört.
Auch heute war eine längere Strecke zurückgelegt worden, als vorher errechnet; es waren 200 Kilometer, 10 mehr als in der Planung vorgesehen. Schon die ersten 10-prozentigen – jedoch kurze – Steigungen zu überwinden, im Vilstal ging's "rauf und runter", es hätte dort kaum Passagen gegeben, wo sich die Fahrer hätten etwas ausruhen können, Gegenwind plagte machen der Radler, dazu kamen noch "Lkw-Fahrer, die überhaupt keine Rücksicht nehmen, es war echt schlimm", beschwerte sich Klaus Koch.
Als sie versuchten, die Strecke über eine Bundesstraße um einige Kilometer abzukürzen um Schotterwege zu vermeiden, stoppte sie noch vor der Auffahrt der Bundesgrenzschutz. Man habe sich aber ohne große Aufregung darein gefügt, erzählte der Berichterstatter am Telefon.
Der Flüssigkeitsverbrauch war heute wesentlich höher als am Vortag. "Schon tagsüber waren die Knochen zu spüren", Muskelkater. Das Sitzen im Sattel mache sich bemerkbar, es zwicke überall, gegen seine schmerzenden Innenmenisken habe er sich eine wohltuende Salbe gekauft, schilderte Koch die diversen Zipperlein. Defekte oder gar Unfälle habe es keine gegeben.
Da er als letzter unterwegs war, berichtete Klaus Koch weiter, fuhr er schon in der Dämmerung; freundliche Polizisten begeleiteten ihn etwa ab 10 Kilometer vor dem Ziel bis ans Feuerwehrgerätehaus in Vilshofen, von den Autoscheinwerfern hatte er so immer ausreichend Licht und konnte selbst nicht übersehen werden (Selbstverständlich fuhr er auch mit Licht am Fahrrad).
Die ersten kamen zwischen 17 und 17:30 Uhr an, der Koch schaffte es noch vor 19:30 Uhr. Nach der Ankunft seien sie "mehr wie groggy", jeder will bald ins Bett, die Stimmung sei trotz der Anstrengungen hervorragend, auch die Aufnahme in Vilshofen begeisterte, "als würde man dort wohnen", freute sich Koch. Um 22 Uhr der Zapfenstreich sein. Am nächsten Tag erwartet die Radler die Steigungen des Bayerischen und Böhmerwaldes.
Empfangen wurden sie in Vilshofen sehr herzlich vom Bürgermeister und dem Kommandanten, Gastgeschenke (unter anderem das Konstanzer Stadtwappen) wurden überreicht. Diese beiden und weitere Feuerwehrkameraden wurden auch zum gemeinsamen Grillen eingeladen. Zuvor war es gelungen, die ersten Fotos für die Homepage bereitzustellen.
Morgen soll es wieder um 8 Uhr losgehen, die Versorgungsmannschaft wird um 6 Uhr aufstehen, die ersten Sportler so ab 6:30 Uhr. "Bevor es losgeht werden wir uns noch einschmieren und Salben, vor allem mit Melkfett", erklärte Klaus Koch Teile des morgendlichen Rituals, auch der Po werde eingeschmiert, "so dass es glitscht", um die Haut zu schützen und keine Schwielen zu bekommen.
|
|
|
Frühstück im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Grafrath.
|
Start in Grafrath im Morgennebel: Klaus Koch, Daniel Frank und Florian Ströbele.
|
|
|
Gastgeschenkübergabe in Vilshofen an Kommandant und Bürgermeister. Fotos: Radler-Begleitmannschaft
|
07. September 2004 – Mit dem Rad nach Tábor – 1.Tag – FrühstartEinen klassischen Frühstart legten die sechs Feuerwehr-Radler hin: statt um, wie geplant 9 Uhr, starteten sie schon kurz nach halb neun Richtung Fähre. Ein Foto im Zustand "vorher" hielt kurz zuvor die Wagemutigen für die Nachwelt fest. Leider war der erste Ausfall noch vor dem Start zu verzeichnen. Thomas Riehle erkrankte am Freitag, so dass er nicht mit auf die Reise gehen konnte.
Wie Klaus Koch abends am Telefon berichtete, erreichte die erste Gruppe gegen 19 Uhr das Tagesziel Grafrath. Die zweite Gruppe brauchte nur eine knappe halbe Stunde länger. Statt der errechneten 180 Kilometer verzeichnen die Kilometerzähler 190. Trotz Gegenwind und der sommerlichen Wärme verlief die Fahrt gut, berichtete ein zufriedener Klaus Koch. "Es passt Alles", sagte er glücklich. Defekte oder gar Unfälle habe es nicht gegeben. Verfahren habe man sich auch nicht.
Es sei auch niemand müde, erzählte Koch. Die Mittagspause sei kurz ausgefallen. Bisher seien sie alle schmerzfrei, auch wenn er im Sattel hin und wieder das Gewicht habe verlagern müssen. Gespannt seien sie auf die körperliche Verfassung am nächsten Morgen, "ob sich die Knochen weich oder hart anfühlen", so Klaus Koch.
Bei den Feuerwehrkameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grafrath haben die 6 Radler und ihre 4 Betreuer ein Nachtquartier gefunden.
HINWEIS: Leider hat es mit dem Überspielen von Fotos nicht geklappt. Am Ende des 2. Tages versucht es die Mannschaft nochmals. Also: Noch fester Daumen drücken!
|
|
|
Klaus Koch (r.) über gibt an den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Grafrath das Gastgeschenk.
|
Unterwegs nach Grafrath. Auf dem Rad im Vordergrund fährt Sven Reuter. Fotos: Radler-Begleitmannschaft
|
07. September 2004 – Sieben Badener auf dem Rad nach TáborWieder eine sportliche Höchstleistung im Rahmen der Städtepartnerschaft – Feuerwehrmänner auf dem Fahrrad nach Tábor
Die Teilnehmer
Peter Eisenhauer, Daniel Frank, Klaus Koch, Sven Reuter, Thomas Riehle, Dieter Uecker, Florian Ströbele
Die Betreuer
Bernd Bertsch, Ingo Kupferschmid, Burkhard Romer, Jürgen Schmid
Die Sponsoren
Als Hauptsponsor konnte die Stadtwerke Konstanz gewonnen werden. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Teilnehmer mit radtauglicher Kleidung ausgestattet sind; Regen- und Kälteschutz sind selbstverständlich. Die Firma WaTeKo und die Stadt stifteten Gastgeschenke.
Die Verpflegung
Zum Essen gibt’s hauptsächlich Nudeln aber auch Bananen und Schokolade; Tee und isotonische Getränke sollen den Wasser- und Mineralienverlust ausgleichen.
|
Um 9 Uhr fällt der Startschuss zu einer neuen sportlichen Höchstleistung von sieben Konstanzer Feuerwehrleuten. Die Sieben wollen – begleitet von einem Vierer-Verpflegungstross – die rund 540 Kilometer von Konstanz nach Tábor in nicht einmal vier Tagen zurücklegen.
Knapp 500 Kilometer wollen die Radler in drei Tagen zurücklegen, am Schlusstag, dem Freitag, sollen es nur noch 44 Kilometer sein, um rechtzeitig gegen 10 Uhr vormittags in Tábor einzutreffen, wo sie von einer Abordnung ihrer tschechischen Feuerwehrkameraden empfangen werden, erklärte der Organisator und freiwillige Feuerwehrmann Klaus Koch. Anlass ist das 50-jährige Jubiläum der Berufsfeuerwehr Tábor, das während des Táborer Treffens am Wochenende vom 10. bis zum 12. September begangen wird. Die vor 20 Jahren erfolgte Verschwisterung beider Städte war schon im Mai offiziell gewürdigt worden.
Als Vorbild für die manchem verrückt anmutende Idee dienen den Teilnehmern die zahlreichen sportlichen Besuche und Gegenbesuche mit der französischen Partnerfeuerwehr in Fontainebleau wie eine Kanu-Fahrt, einem Triathlon, Inlineskating oder einer Spritzenüberführung zu Fuß.
Die erste Etappe ist rund 180 Kilometer lang und führt zuerst auf die Fähre. Danach geht es weiter über Ravensburg, Memmingen und Landsberg/Lech nach Grafrath. Dort wird, wie auch bei den anderen Etappenzielen, bei der örtlichen Feuerwehr übernachtet. Am nächsten Morgen soll es um acht Uhr weiter gehen. Fürstenfeldbruck, Dachau und Erding werden durchfahren oder nur gestreift um am Abend nach rund 190 Kilometern gegen 20 Uhr nach Vilshofen zu gelangen.
Am Tag darauf geht es weiter über Freyung und Philippsreut durch den Bayerischen Wald. Kurz darauf überqueren die Feuerwehrradler die Grenze nach Tschechien. Die Orte Volary, Vimperk und Strakonice hinter sich lassend soll das Siebener-Team am Abend in Písek eintreffen. Diese Etappe wurde wegen der zahlreichen Steigungen auf rund 135 Kilometer begrenzt. Leicht sollte die letzte Etappe am Freitag fallen, denn sie ist mit 44 Kilometern sehr kurz. Das Reiseziel Tábor wird dann um 10 Uhr vormittags erreicht sein.
Der restliche Freitag und das Wochenende wird dann ganz im Zeichen des Táborer Treffens und des Feuerwehrjubiläums stehen. Zu diesen Jubelfeiern werden unter Leitung von Kommandant Dieter Quintus rund 70 Feuerwehrangehörige anreisen; darunter auch der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz.
Der Pressesprecher der Feuerwehr wird in den abendlichen Telefonaten die wichtigsten Informationen des Tages zusammentragen und auf der Feuerwehr-Homepage berichten: www.feuerwehr-konstanz.de
15. August 2004 – Stellvertretender Kommandant feierte 50. Geburtstag
|
|
Foto: Hendrik Roggendorf
|
(hwr) Im Kreis von rund 200 Gästen aus dem Familien-, Berufs-, Feuerwehr- und Freundeskreis feierte der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz, Peter Renker, seinen 50. Geburtstag. Zu den Gratulanten zählten auch seine Motorrad-Freunde, mit denen Renker seit 10 Jahren ausgiebige Touren in Südeuropa unternimmt. Im Namen seiner Feuerwehrkameradinnen und -Kameraden gratulierte Kommandant Klaus-Dieter Quintus seinem Stellvertreter um 00:00 Uhr und überbrachte die Glückwünsche der 350 Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr.
Der 50-jährige Vize-Kommandant in zweiter Amtszeit stellt sein Leben und Wirken ganz in den Dienst der Allgemeinheit. Im Hauptberuf ist er Leiter der Kaufmännischen Abteilung der Entsorgungsbetriebe Konstanz. Neben seiner Führungsaufgabe bei der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz und seiner Mitgliedschaft im Feuerwehrausschuss war er über 15 Jahre Kreisjugendfeuerwehrwart des Kreisfeuerwehrverbandes Konstanz und Regionalvertreter der Kreisfeuerwehrverbände Konstanz und Waldshut im Verein Gästehaus St. Florian des Landesfeuerwehrverbandes. Zudem ist er Oberstleutnant der Reserve beim Verbindungskommando 52 der Bundeswehr in Karlsruhe.
Musikalisch umrahmt wurde das Fest vom Hafner-Echo, das zu Ehren von Peter Renker aufspielte. Dass Peter Renker bereits gelernt hat, mit dem neuen Lebensjahrzehnt umzugehen, bewies er eindrucksvoll, als ihm seine Motorrad-Freunde im Rahmen einer umfangreichen TÜV-Prüfung einen altersbedingten Erhaltungszustand bescheinigten und ihm anschließend auf einem Oldtimer-Kennzeichen für die nächsten zehn Jahre Verkehrstauglichkeit bescheinigten.
25. Juli 2004 – Der "Lance Armstrong" des Feuerwehr-Triathlons gewann
14. Juli 2004 – Der "Doc" im RuhestandHorst Schläfer war der Arzt für die Konstanzer Feuerwehr
|
|
Zum Abschied zündete sich Horst Schläfer eine Pfeife an. Das Paffen ist eine der Leidenschaften des Arztes für die Feuerwehr. Er hat sich jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Claudia Rindt
|
( rin) Für die Konstanzer Feuerwehr war er schlicht der "Doc". Fast 30 Jahre lang kümmerte sich Unfallchirurg Horst Schläfer um Feuerwehrleute, die sich beim Einsatz verletzten, Brandwunden, Brüche, Rauchgasvergiftungen oder seelische Blessuren davon trugen. Zu ihm kamen Atemschutzträger zum Gesundheits-Check, zu ihm kamen Feuerwehrleute, die sich beim Üben verletzt hatten, zu ihm kamen Einsatzkräfte, die an Spätfolgen riskanter Rettungseinsätze litten. Mit seiner exzellenten Dokumentationsabteilung half Horst Schläfer immer wieder, wenn es darum ging, bei Versicherungen einen Zusammenhang zwischen der Verletzung beim Einsatz und einem späteren Leiden nachzuweisen. Jetzt ist Horst Schläfer (65) im Ruhestand, doch er wird voraussichtlich bald wieder eine "sinnmachende" medizinische Aufgabe übernehmen. Der Mann, der es als Freude empfindet, anderen zu helfen, überlegt, sich bei den Ärzten für die Dritte Welt oder den Ärzten ohne Grenzen zu engagieren.
Horst Schläfer kommt aus einer "Feuerwehrfamilie". Sein Vater war Brandrat, sein Bruder Oberbranddirektor in München. Horst Schläfer sollte der Heiler der Konstanzer Wehr werden. 1975, als es noch kein Notarztnetz gab, bat ihn der frühere Feuerwehrchef Rudolf Santo, Arzt für die Feuerwehr zu werden. Horst Schläfer übernahm die Aufgabe, obwohl sie Zusatzbelastungen bedeutete. Der Arbeitstag für den Mann, der immer für den Nächsten da war, begann um 7 Uhr morgens und endete, wenn er nicht mehr gebraucht wurde – Wochenenden und Feiertage inklusive. Im Nachhinein, so sagt er, verkläre sich die Mühe, weil er jemandem helfen konnte.
Der Mann, der so gern im Dienste anderer unterwegs war, will vor allem Dank sagen: Seinen früheren Chefs, Kollegen (vor allem Rainer Reichel, mit dem er elf Jahre zusammen arbeitete) , Helferinnen in der Praxis, Freunden und Patienten, die ihn in den 31 Jahren im Klinikum und in der Praxis als das nahmen, was er sei: ein "Odenwälder Bauernbub."
Horst Schläfer hofft, dass ihm die Freundschaften bei der Feuerwehr und bei den Rettungstauchern, mit denen er seit Anfang der 80er-Jahre lebensgefährliche Lagen meisterte, auch im Ruhestand erhalten bleiben. Bei seinen Wünschen fürs Alter hält sich der auch literarisch interessierte Horst Schläfer an ein Gebet von Theresa von Avila (1515 bis 1582), die unter dem Titel "… und eines Tages bin ich alt" schrieb: "Bewahre mich vor der unheilvollen Angewohnheit zu meinen, ich müsse allen etwas sagen und das bei jeder Gelegenheit." Später im Gedicht heißt es: "Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und gib mir die Gnade, es ihnen auch zu sagen." Horst Schläfer hat dieses Talent schon heute: Unter anderem bedankt er sich bei seinen Helferinnen, die trotz "unmöglicher Arbeitsbelastungen und manch grobem Wort" zu ihm standen.
09. Juli 2004 – Junger PatientDie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Vincentius-Krankenhaus haben schon vielen Patienten wieder auf die Beine geholfen. So klein und so schwarz war aber noch keiner, der je vom Personal umsorgt wurde: Dem wegen seiner Hautfarbe sofort zum Raben erklärten Vogel retteten sie gestern das Leben. Dieser Piepmatz hat das Licht der Welt – wie weiland viele Konstanzer – im Vincentius erblickt; genauer gesagt auf einem hohen Baum im Garten der Klinik. Dort hauen seine Eltern aus blauen Plastikschnüren ein Nest gebaut. Diese Schnüre wurden dem jungen Vogel zum Verhängnis. Bei seinem ersten Bewegungsversuchen verhedderte er sich und hing schließlich kopfüber aus dem Nest. Die Klinikmitarbeiter bemerkten seine Notlage und riefen die Feuerwehr zur Hilfe Die Wehrleute übergaben das verschnürte Paket den Klinikmitarbeitern und beförderten es später wieder in sein luftiges Zuhause.
Text: Inge König, Südkurier, 09.07.2004
28. Juni 2004 – Schwierige Rettungen übers DachDer 3. Zug übte im und am leerstehenden Meid-Haus an der Mainaustraße (steht im Hockgraben, nahe Egg). Rund 10 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr mimten – teilweise sehr überzeugend – die Opfer. Besondere Herausforderungen bildeten die Rettungen von „Bewusstlosen“ über das Dach des 2-geschossigen Gebäudes.
Fotos folgen!
Letzte Änderung: 2007-11-14 17:34:19 26. Juni 2004 – 75 Jahre Feuerwehr DingelsdorfEine Feuerspritze gab es zwar bereits 1839, doch erst 1929 entschloss man sich in Dingelsdorf auf einer Bürgerversammlung zur Gründung einer organisierten Feuerwehr. 43 Dingelsdorfer zählte die erste Wehr im heutigen Konstanzer Ortsteil, die exakt am 29. April 1929 im Gasthaus "Anker" aus der Taufe gehoben wurde. Zum Kommandanten wurde Friedrich Renz gewählt. Durch regelmäßige Übungen entwickelte sich die Gruppe schnell zu einer einsatzfähigen Truppe, die bei zahlreichen Bränden viel Umsicht und Geschick bewies.
|
|
Das Feuerwehrkinderballett mit einem Feuerwehrtanz unter der Leitung von Daniela Uecker gratulierte. Foto: Petra Merk
|
Nachdem die Feuerwehr nach dem Krieg erst einmal von der französischen Besatzungsmacht verboten wurde, kam es dann 1951 unter Kommandant Siegfried Gieß zu einem neuen Anfang. 1959 übernahm Leopold Romer das Kommando und 1961 Wilhelm Meßmer. Und es wurde auch in diesen Jahren nicht nur intensiv und regelmäßig geübt.
1963 sorgten die Dingelsdorfer Männer auf dem zugefrorenen See mit für die Sicherheit beim großen Jahrhundertereignis. Wenig erfreulich ging es ein Jahr später zu: Sie konnten nicht verhindern, dass ausgerechnet ihr eigenes Feuerwehrhaus mitsamt den Geräten abbrannte. Nachdem man sich 1965 über zwei neue Fahrzeuge freute, konnte 1966 das neue und bis heute bestehende Feuerwehrhaus bezogen werden. Ein Jahr vor dem 40-jährigen Jubiläum konnte 1968 die Dingelsdorfer Jugendfeuer wehr gegründet werden. Das Jubiläum selbst wurde dann im Juli 69 drei Tage lang zusammen mit den Bürgern und anderen im Festzeit und auf der Wettkampfbahn ausgiebig gefeiert. Mit der Eingemeindung 1975 wurde aus der Dingelsdorfer Wehr der 5. Zug der Konstanzer Freiwilligen Feuerwehr.
1982 übergab Wilhelm Meßmer nach sage und schreibe 21 Jahren das Ruder an Bruno Aichem ab. 206 Einsätze gab es in der Kommandozeit von Bruno Aichem. Neuere Bewährungsproben waren dann später der Großbrand im Gasthaus "Hufeisen" sowie das Jahrhunderthochwasser und der Sturm "Lothar" im Jahr 1999.
Doch nicht nur Übungen und Einsätze gab es. Strand- und Sommerfeste sowie Ausflüge zusammen mit den Angehörigen festigten die Kameradschaft der Truppe. Eine Sportgruppe gibt es seit 2003. Mit der Feuerwehr im hessischen Ginsheim verbindet die Dingelsdorfer eine über 30-jährige Freundschaft mit zahlreichen gemeinsamen Erlebnissen.
Einen besonderen Platz nimmt in der 75-jährigen Chronik die 2000 erfolgte umfassende Renovierung der Fahrzeughalle am Rathausplatz ein. So gut wie alle Leistungen wurden dabei von den 32 Mitgliedern in mehr als 400 Arbeitsstunden erbracht.
"Der Löschzug steht bereit", betont Zugführer Arthur Merk, mit Blick auf seine einsatzstarke Truppe und das 2001 in Dienst gestellte moderne Löschfahrzeug.
Der 5. Zug feierte auf einem großen Festabend am 26. Juni ab 19.30 Uhr in der Dingelsdorfer Thingolthalle Geburtstag mit den Angehörigen und vielen Gästen.
20. Juni 2004 – 100 Jahre Feuerwehr in LitzelstettenMit einem Tag der offenen Tür begeht der 4. Zug der Freiwilligen Feuerwehr das 100-Jahre-Jubiläum der Feuerwehr in Litzelstetten. Am Sonntag, dem 20. Juni, kann das Gerätehaus im Kuckucksweg von 11 bis 16 Uhr besichtigt werden. Es gibt eine Schau mit modernen Fahrzeugen und der 100 Jahre alten Litzelstetter Löschpumpe, eine Vorführung der Höhenrettungsgruppe sowie die Spielstraße der Jugendfeuerwehr. Zum Frühschoppen spielen die "Hohenfelser" auf. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Die Feuerwehr Litzelstetten-Mainau war anlässlich der Gebietsreform Anfang der 70-er Jahre als 4. Zug in die Freiwillige Feuerwehr Konstanz eingegliedert worden.
Bericht und Fotos vom Tage folgen!
18. Juni 2004 – Ein Dorf und seine Wehr100 Jahre Feuerwehr Litzelstetten – Am Sonntag "Tag der offenen Tür" mit Vorführungen
|
|
Zugführer Jürgen Schächtle (links) und Alfred Weiss (rechts) sind stolz auf die 100 Jahre alte Litzelstetter Handdruckspritze, welche auch beim "Tag der offenen Tür" am Sonntag präsentiert wird. Fotos: Aurelia Scherrer
|
( as) "Vertrag über die Lieferung einer Fahrspritze für die Gemeinde Litzelstetten". Die Kopie dieses auf das Jahr 1904 datierten, im Stadtarchiv aufbewahrten Schriftstücks hält Albert Weiss stolz in den Händen. "Das ist der Beweis, dass die Feuerwehr in Litzelstetten seit mindestens 100 Jahren besteht", stellt Weiss, von 1974 bis 1992 Zugführer des Litzelstetter Löschzuges, der sich anlässlich des Jubiläums der Erstellung der Chronik widmete, fest. Zum Jubiläum lädt der Löschzug 4 der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz alle Interessierten am Sonntag, 20. Juni ab 11 Uhr zum "Tag der offenen Tür" in das Feuerwehrgerätehaus Litzelstetten im Kuckucksweg 2 ein. Geboten sind unter anderem eine Schauübung der Höhenrettungsgruppe, Präsentation moderner Löschfahrzeuge, Aktionen der Jugendfeuerwehr sowie Ausstellung der 100 Jahre alten Litzelstetter Handdruckspritze.
Verschiedene Brandereignisse hatten wohl seinerseits die Anschaffung von Geräten für das Feuerlöschwesen erfordert, mutmaßt Albert Weiss. Die zweiräderige Fahrspritze, welche die Gemeinde anno 1904 beschaffte, stellte eine eindeutige Verbesserung dar. Ein weiterer Höhepunkt in der Litzelstetter Feuerwehrgeschichte war 1935 zu verzeichnen, denn "es erfolgte die Genehmigung zum Bau vom Milchhäusle mit Spritzenraum im Dimpfel", so Weiss. "Damit bekam die Litzelstetter Feuerwehr erstmals ein festes Domizil."
Jubiläumsfest
Der 4. Zug der Freiwilligen Feuerwehr veranstaltet am Sonntag, 20. Juni, ab 11 Uhr im Feuerwehrgerätehaus im Kuckucksweg 2 (Höhe Martin-Schleyer-Straße 31) in Litzelstetten ein Jubiläumsfest. Die 26 Aktiven mit Zugführer Jürgen Schächtle wollen im Rahmen dieses "Tags der offenen Tür" allen Interessierten Einblick in die ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohl der Allgemeinheit geben. Geboten werden: Schauübung der Höhenrettungsgruppe, Aktionen der Jugendfeuerwehr, Präsentation moderner Löschfahrzeuge sowie Ausstellung der 100 Jahre alten Litzelstetter Handdruckspritze. Die Floriansjünger stehen jederzeit für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Über interessierten Nachwuchs würden sich die Feuerwehrkameraden besonders freuen.
|
Außerdem wurde im selben Jahr mit dem Bau einer Wasserleitung begonnen, es erfolgte die Fertigstellung eines Wasserlöschbehälters auf dem Purren und die Feuer-Löschgeräte wurden auf "Reichs-Normal-Storz-Kupplung" umgestellt. Zwei Jahre später wurden Standrohre, Hanfschläuche, Strahlrohre und dergleichen angeschafft. Die hundertjährige Geschichte der Feuerwehr Litzelstetten spiegelt auch den raschen technischen Fortschritt wider. Adalbert Weiss kann sich noch gut daran erinnern, wie nach dem Krieg der damalige Kommandant seine Kameraden alarmierte: "Nach dem Krieg wurde ein Mehrklang-Horn angeschafft. Mit dem ist Adalbert Gensle durch das Dorf gegangen und hat das Signalhorn geblasen..." Und von dem ersten Löschfahrzeug (LF 8) für Litzelstetten, welches 1967 gekauft wurde, schwärmt Weiss noch heute.
Die Eingemeindung von Litzelstetten im Jahr 1971 brachte auch für die Wehr Veränderungen mit sich, denn aus der "Freiwilligen Feuerwehr Litzelstetten" wurde der "4. Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz". "Fahrzeuge und Geräte werden seither in der Hauptwache in der Steinstraße gewartet", führt Weiss ein Beispiel an. Die 70er Jahre waren aber auch turbulent. Dem Löschzug 4 fehlten nämlich adäquate Räumlichkeiten. "Das Löschfahrzeug stand in einer Scheune am Ortsrand und die persönliche Ausrüstung der Feuerwehrmänner war in einem ziemlich feuchten Raum beim Milchhäusle untergebracht", erinnert sich der Litzelstetter. Doch eine große Verbesserung nahte. 1972 erwarb die Stadt Konstanz das Anwesen Kuckucksweg 2 und ließ es zum Feuerwehrgerätehaus umbauen, welches 1976 eingeweiht wurde.
Wichtig ist den Feuerwehrleuten aber auch die Kameradschaftspflege, weiß der ehemalige Zugführer Albert Weiss. Dabei denkt er an die Einsätze, wie den Tankstellenbrand in Litzelstetten Anfang der 70er Jahre, ausgedehnte Dachstuhlbrände, schwere Unfälle mit Todesfolge... "Es geht um Leib und Leben", so Weiss, der sicher ist, dass gute Arbeit und auch die Verarbeitung derartiger Erlebnisse dann funktioniert, wenn die Kameradschaft ausgeprägt ist. Dass es bei dem Löschzug 4 bestens bestellt ist, weiß Albert Weiss, schließlich haben sich die Feuerwehrmänner- und frauen einem gemeinsamen Motto verschrieben: "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr."
12. Juni 2004 – Großes Feuerwehrfest "Notruf!" bei der Feuerwehr Niederglatt (CH)Die Höhenrettungsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz war am 12. und 13. Juni 2004 zu Gast beim großen Feuerwehrfest "Notruf!" der Feuerwehr Niederglatt bei Zürich (CH). Sie entrollte beim ersten Abseilten von der Drehleiter die Schweizer Fahne, was das Publikum mit großer Freude aufnahm. Ein umfangreiches Vorführprogramm und eine riesige Fahrzeugschau lohnten die Anreise.
Unter anderem beteiligten sich folgende Organisationen und Firmen: Die Fw Niederglatt, der Flughafen Zürich-Kloten Unique mit einem Simba 6x6 und 2 Rettungsdienstfahrzeugen, eine Iveco-Magirus Niederbau-Autodrehleiter namens "Verena" von der Feuerwehr Dübendorf und eine Autodrehleiter Renault-Camiva der Feuerwehr Dielsdorf, 2 Hubretter/Gelenkmast (je einmal Feuerwehr Regensdorf und Privatfirma), der Bundeslöschzug Zürich und die Kantonspolizei Zürich, die mit einem alten VW-Käfer, einem modernen Einsatzfahrzeug sowie einem Motorrad aufwartete, auf dem sich Kinder mittels Polaroid-Kamera ablichten lassen konnten.
Der Rettungshubschrauber des privaten Rettungsdienstes der Cat Heli AG konnte ebenso besichtigt werden, sowie weitere Lösch-, Pionier- (Rüst-) und Ölwehrfahrzeuge von Nachbarfeuerwehren, Oldtimerfahrzeuge und Spaßfahrzeuge. Die Ausrüstung des Großtierrettungsdienstes Schweiz/Liechtenstein und seinen Demonstrationen mit einem Modellpferd in Originalgröße bildeten sicher einen Höhepunkt in der Schau. Aber auch Firmen wie privates Kanalreinigungsunternehmen wurden mit einbezogen, da diese fallweise mit dem Feuerwehren zusammenarbeiten.
Eine große Gemeinschaftsübung (Verkehrsunfall mit Brand, Tierunfall, Ölverschmutzung) veranschaulichte am Samstag eindrucksvoll die Zusammenarbeit von Feuerwehren, Samariterverein und Rettungsdienst, dem Großtierrettungsdienst und einer Kanalreinigungsfirma. Nebenbei brach am Samstag der Konstanzer Höhenretter Timo Ketterer beim Kistenstapeln den Rekord; er schaffte 18 Kisten, eine mehr als der alte Höchststand betragen hatte.
Wer hören möchte, wie es klingt, wenn alle anwesenden Einsatzfahrzeuge ihre akustischen Signaleinrichtungen ertönen lassen: Anhören
Foto-Galerien
Letzte Änderung: 2007-09-30 20:33:22
11. Juni 2004 – Feuer und FlammeKinder sind von der Feuerwehr beeindruckt( as) Der achtjährige Alexander Buggle aus der Klasse 2 c der Grundschule Allmannsdorf ist Feuer und Flamme für die Freiwillige Feuerwehr. Der Löschzug 8, Allmannsdorf hatte den Mädchen und Jungen der Grundschule einen Vormittag lang Einblick in die Tätigkeit der ehrenamtlichen Feuerwehrleute gegeben. Und das ganz anschaulich. "Ich habe mich schon immer ein bisschen für die Feuerwehr interessiert", erzählt Alexander, der an diesem Vormittag alles ausprobierte, was es auszuprobieren gab. Natürlich war er der Erste, der das Strahlrohr ergatterte. "Ich wollte wissen, wie das ist, wenn man einen Schlauch in der Hand hat. Da drückt's einen gerade rum. Ich hätte nicht gedacht, dass da so viel Druck draufkommt." Alexander staunt noch immer aufgrund des intensiven Erlebnisses. Auch von der Uniform ist er begeistert, denn die hatte er ebenfalls anprobieren dürfen. "Ich bin überrascht, dass die so schwer ist und dass ein Feuerwehrmann so viel an Ausrüstung braucht", stellt Alexander fest und zählt auf: "Feuerfeste Jacke, Sicherheitsgurt mit vielen Sachen drin, Helm, der ist übrigens auch recht schwer…"
Welche Telefonnummer zu wählen ist, wenn es einmal brennt, dass wusste er aber schon vorher. 112!, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Dass die Feuerwehr aber nicht nur ausrückt, wenn es brennt, das hat Alexander auch gelernt. "Wenn es ein Unwetter gibt und Bäume fallen um, dann kommt die Feuerwehr, um die Bäume wegzuräumen", erläutert der junge Mann fachkundig. "und wenn ein Keller unter Wasser steht, kommt sie auch." Alexander findet es sehr gut, dass die Feuerwehr einmal im Jahr in die Schule kommt, die verschiedenen Fahrzeuge und ihre Ausrüstung vorstellt und viele Informationen - auch zum vorbeugenden Brandschutz und Verhalten im Brandfall – gibt. "Da kann man sich in Ruhe alles anschauen und das ist wahnsinnig interessant", findet Alexander.
16. Mai 2004 – Von Herzen kommende FreundschaftStädtepartnerschaft zwischen Konstanz und Tábor wird von Bürgern gelebt
|
|
Stadtrat und Feuerwehrmann Konrad Schatz (links) kennt Jaroslav Janovsky bereits seit 22 Jahren.
|
( as) Die nunmehr 20 Jahre währende Städtepartnerschaft zwischen Konstanz und Tábor, die sogar den "Eisernen Vorhang" überwand, ist längst viel mehr als eine reine Partnerschaft. Sie ist eine von Herzen gelebte Freundschaft zwischen den Táboranern und den Konstanzern. Dies bewies das vergangene Begegnungswochenende. "Alte Bekannte" aus Tschechien und Deutschland fielen sich zur Begrüßung in die Arme und waren fortan in gemischten Gruppen eifrig plaudernd und lachend anzutreffen. Doch nicht nur langjährig bestehende Freundschaften wurden gepflegt, vielmehr lernten sich weitere Táboraner und Konstanzer kennen und knüpften zarte Bande, die sicher beim nächsten Treffen, welches im September in Tábor stattfindet, vertieft werden.
Es gibt unter den Konstanzern zahlreiche Tábor-Fans, nämlich jene, die schon mindestens ein Mal die Gastfreundschaft in der Partnerstadt erlebt haben. Sie fühlen sich den Menschen verbunden und waren am Wochenende beinahe bei jeder Veranstaltung mit von der Partie. Stadtrat Konrad Schatz war überwiegend im Konzil anzutreffen, wo er exquisiten Darbietungen beiwohnte. Neben ihm saß Jaroslav Janovsky, den Konrad Schatz als den ehemaligen Kreisbrandmeister von Tábor vorstellte. Die beiden Herren kennen sich schon lange, denn der Mesner Schatz war bereits anno 1982 zu Besuch in Tábor. "Die Feuerwehr sollte mal wegen einer Städtepartnerschaft vorfühlen", erzählte Schatz. Allerdings: "Polizisten, Journalisten und kirchliche Bedienstete durften damals nicht einreisen", so Schatz. Wie aber hatte er als Mesner vom Münster damals die Erlaubnis bekommen? Wenn er seinen Beruf oder den Arbeitgeber benennen musste, habe er lediglich "Münster" angegeben, und keiner fragte näher nach.
|
|
Innig und tief ist die Freundschaft zwischen den Feuerwehren von Tábor und Konstanz.
|
"Vom ersten 'Grüß Gott' an war es eine herzliche Freundschaft", konstatiert Schatz, und fügte echt Konstanzerisch an: "Und me ka it devu lasse", womit er auf die jährliche Reise der Konstanzer Delegation nach Tábor anspielte. In diesen vielen Jahren hat Konrad Schatz jedoch die Sprache der tschechischen Freunde noch nicht erlernt. "Die sprechen vorher Deutsch als wir Tschechisch", lautete Schatz Eingeständnis.
Wen man drei Tage lang einträchtig beisammen sah, waren die Kameradinnen und Kameraden der beiden Feuerwehren. Michael und Klaus Koch sprachen stolz von "unseren Tschechen" und Klaus Koch war kaum ohne Thomas Pazourek zu sehen. Seit 20 Jahren kennen sie sich und stehen in ständigem Kontakt. "Wir sehen uns jedes Jahr, sei es in Tábor oder Konstanz", so Koch, "und ansonsten schreiben wir uns Briefe oder mailen." Die Mentalität sei sehr ähnlich, zumal Angehörige der Feuerwehren ohnehin quasi die selbe Sprache sprechen. "Wir sind da um zu helfen und die professionelle Arbeit der Feuerwehren ist identisch", meint Koch, der auch die besondere Wesensbildung zur Sprache brachte, denn das Erleben von Extremsituationen "von Tod und Leben" präge in besonderer Weise.
Der Musikverein Allmannsdorf ist ebenfalls von Anbeginn der Städtepartnerschaft mit von der Partie. Nach längerer Pause war das Orchester im vergangenen Jahr wieder einmal in Tábor zu Besuch. Die Pausen zwischen den Konzerten nutzte der Erste Vorsitzende, Thomas Kinder, um zahlreiche Freunde in Tábor zu besuchen, die er im Rahmen der Städtepartnerschaft kennen gelernt hatte. Wie der Musikverein, so engagierten sich am vergangenen Wochenende auch zahlreiche weitere Konstanzer Vereine. Sie bereicherten das Rahmenprogramm und umsorgten ihre Gäste, mit denen sie gemeinsam einiges unternahmen. Der Fanfarenzug Konstanzer Frichtle beispielsweise gestaltete einen Grillabend mit den tschechischen Freunden.
Darüber hinaus entstanden viele neue Freundschaften. Das erste Kennenlernen ist immer spannend und erfolgt meist durch Blickkontakt und langsame Annäherungen, bis sich dann ein Gespräch entwickelt – zumeist unter Zuhilfenahme von Händen und Füßen. So erging es zum Beispiel Annemarie Mohr. Aus dem beinahe menschenleeren Foyer des Konzils drangen faszinierende Klavierklänge. Von den schönen Melodien angelockt – ein Musiker aus Tábor hatte sich spontan an den Konzertflügel gesetzt und seine Musikpartner sangen dazu – trat sie näher und summte vergnügt und mit glänzenden Augen mit. Freudige Blicke des Verstehens wurden getauscht, das nächste Lied angestimmt und kaum waren die letzten Töne verklungen, kamen sie ins Gespräch. Eine erste Begegnung und die gegenseitige Sympathie überwand die Sprachbarrieren. Und so ging es weiter auf der Entdeckungsreise, voller Neugier auf die andere Kultur und die Gemeinsamkeiten, denn die Mentalität der Táboraner und Konstanzern ist sehr ähnlich.
15. Mai 2004 – "Für verrückt erklärt"Herbert Schenk über die Partnerschaft zu Tábor
Herbert Schenk war vor 20 Jahren einer der Wegbereiter der Städtepartnerschaft zwischen Konstanz und Tábor in den Tschechischen Republik. Der heute 72-Jährige war seit 1966 als Vertreter von Luftmatratzen und anderen Freizeitartikeln aus tschechischer Produktion häufig in Prag. Wegen seiner Kontakte über den Eisernen Vorhang hinweg gehörte er zu den ersten Ansprechpartnern, als das Hus-Haus in Konstanz Verbindungen nach Tschechien knüpfen wollte.
Sie waren mitten im Kalten Krieg Grenzgänger zwischen Deutschland und der damaligen Tschechoslowakei. Wie ist es denn dazu gekommen?
Ich war ursprünglich Vertreter der italienischen Firma Pirelli, die dann aber einen Produktionszweig einstellte. Sie hat mich an Fertigungsstellen in Tschechien verwiesen.
War es damals schwer über die Tschechoslowakei Handel zu treiben?
Ja, und wie! Auf Visa musste man wochenlang warten und am Anfang habe ich die auch nur über die Schweiz bekommen. Ich glaube, nach einem Jahr wurde mir erstmals von deutscher Seite ein Visum ausgestellt.
Ihre eigentliche Anlaufstelle war ja Prag, wie sind Sie denn dann auf Tábor gestoßen?
Über das Konstanzer Hus-Haus. Ich wurde gebeten, Kontakte nach Tschechien herzustellen. Es ging um die Rennovation des Hus-Hauses. Damals war es sehr heruntergekommen. Einheimische wie Touristen sprachen vom Schandfleck. Anfang der 70er-Jahre knüpfte ich erste Kontakte zur Hus-Gesellschaft in Prag. Die Stadt forcierte die Rennovation des Hus-Hauses. Der Auftrag für den teilweisen Abriss und Wiederaufbau ging 1979/80 an die Kunstwerkstätte in Tábor. Dessen Generaldirektor war Karel Bican, der spätere Bürgermeister von Tábor. Zwischen den Handwerkern aus Konstanz und Tábor haben sich gute Kontakte entwickelt. Das war die Urzelle der Partnerschaft. Dabei gab es immer jemanden von Tschechischer Seite, der als Aufpasser dabei war. Die Handwerker aus Tábor sollten mit denen aus Konstanz nicht einmal an einem Tisch sitzen. Man hat sich aber nicht daran gehalten.
Wie ging es dann weiter?
Es hat sich ein Zirkel gebildet, dem der frühere Leiter der Polizeidirektion Hans Stather, Stadtbaumeister Herbert Kölsch, der heutige Leiter des Hochbauamts Johannes Kumm, der frühere Stadtrat Willi Scheideck und der frühere Bürgermeister Werner Dirks angehörten. Wir sind zur deutschen Botschaft in Prag und haben gesagt, wir wollen eine Städtepartnerschaft mit Tábor aufbauen. Die haben uns damals für verrückt erklärt. Botschafter Diesel sagte uns, sie hätten das schon 20 mal versucht und seien 20 Mal gescheitert. Ihr werdet die 21. sein, die scheitern, hat man uns damals prophezeit.
Und warum haben Sie da nicht aufgegeben?
Ich war so vom Gedanken überzeugt, das ist was Gutes. Dabei habe ich mich auch ganz schön in die Nesseln gesetzt. Wer mit Kommunisten zusammenarbeitet ist selbst ein Kommunist, hat man mir damals vorgeworfen. Aber ich habe auch Unterstützung bekommen, vor allem bei Andreas Renner, dem heutigen Oberbürgermeister von Singen, damals Vorsitzender der Jungen Union, aber auch bei Handwerkern, Vereinen und der Feuerwehr. Karel Bican musste als Bürgermeister einiges einstecken, weil er den Kontakt zu Konstanz wollte. Er ist damals vom Regime immer wieder zurück gepfiffen worden. Er ist persönliche Risiken für die Partnerschaft eingegangen. Er hat den Ehrenring der Stadt Konstanz wirklich verdient.
Wie sehen Sie die Partnerschaft heute?
Mich freut es, dass damals der Stein ins Rollen gekommen ist und er heute solche Dimensionen bekommen hat.
Was bedeutet Tábor heute für Sie?
Das ist mein Steckpferd, das ist mein Kind. Ich habe noch heute viele Bekannte und Freunde in Tábor.
Nachgefragt hat Claudia Rindt
15. Mai 2004 – Maschinistenlehrgang
Am 7. und 8. sowie am 14. und 15 Mai 2004 fand wieder ein Maschinistenlehrgang statt. Die Ausbilder Michael Blender (FF Radolfzell), Matthias Hartje und Alexander Müller (beide FF Konstanz) hatten 22 Feuerwehrangehörige (3 aus Bodman-Ludwigshafen, 6 aus Engen, je 1 aus Hilzingen und Hohenfels, 3 aus Konstanz, 2 aus Mühlingen, 1 aus Öhningen, 3 aus Singen und je 1 aus Stockach und von der Reichenau) unter ihren Fittichen.
Das Gruppenbild gibt’s auch zum Download.
29. April 2004 – Trockenes Wetter lässt Waldbrandgefahr steigen(hwr) Das frühlingshafte, trockene Wetter zieht in Feld, Wald und Fläche erhebliche Brandgefahr nach sich. Der Deutsche Wetterdienst hat den Waldbrandgefahrenindex im Landkreis Konstanz auf die zweithöchste Stufe gesetzt. Die Feuerwehr Konstanz ruft daher zum vorsichtigen Umgang mit offenem Feuer im Freien auf. Insbesondere sollten Raucher davon absehen, ihre Zigarettenkippen acht- und gedankenlos wegzuwerfen. Vorsicht gilt auch beim "maifeierlichen" Grillvergnügen. Im Wald herrscht bis Ende Oktober gesetzliches Rauchverbot.
Auch Kindern sollten in diesen Tagen besonders auf die Gefahren hingewiesen werden, die vom Umgang mit Streichhölzern und Feuerzeugen ausgehen. Feuer vernichtet Pflanzen und zerstört damit den Lebensraum zahlreicher Tiere und Insekten. Auch Tiere kommen bei Flächenbränden oft zu Schaden.
Manches Holzfeuer wurde durch Wind auch bereits so stark angefacht, dass unkontrollierter Funkenflug Wiesen, Wald und Felder in Brand setzte. Weggeworfene Glasscherben sorgten mit dem sogenannten "Brennglaseffekt" für verheerende Brände.
Neben diesen einfachen Verhaltenstipps bittet die Feuerwehr um eine einfache, aber sehr wichtige Hilfe: Parken Sie bei Ausflügen in die Natur nicht auf Feld- und Waldwegen! Halten Sie die Zufahrtswege frei! Denn wenn es brennt, muss die Feuerwehr mit ihren Löschfahrzeugen über diese Wege zu den Einsatzstellen anfahren. Verkehrsbehindernd abgestellte Kraftfahrzeuge kosten dabei wertvolle Zeit.
16. April 2004 – Vier Tage Spielmannsmusik purWährend der Osterferien – vom 14. bis zum 17. April – probten über 30 Angehörige des Spielmannszuges unter der fachkundigen Leitung zweier holländischer Berufsmusiker. Marcelle Carpay und Jaques Reinders, die versiert im Flöten-, Hörner- , Lyra- und Trommel-Spiel sind, brachten dem Spielmannszug ein Mammutprogramm an neuen Künsten bei.
Bei schönstem Frühlings-Wetter probten in der Feuerwache die Spielmannszug-Angehörigen insgesamt 840 Stunden – das verlangte von jedem etwas ab. Disziplin und Ausdauer war hier gefragt, was bei manchen an die Grenze des Machbaren ging. Neue Märsche in allen Sparten wurden einstudiert, sämtliche Register wurden gezogen. Es hat sich gelohnt, was bei einem Abschlusskonzert in der Feuerwache vor fachkundigem Publikum bewiesen wurde.
Verpflegt wurden die Spieler/innen vom Stabführer aus der Küche der Feuerwehr. An nichts sollte es fehlen, damit die Moral an den Stresstagen nicht verloren ging. Allen Teilnehmern möchte ich ein großes Lob aussprechen. Sie alle haben super mitgearbeitet und auf ihre Osterfreizeit verzichtet. Vielen Dank - ihr wart toll!
Michael Koch, Leiter des Spielmannszuges
07. April 2004 – Das Sprachrohr - Thermisches Verhalten von AbwasserkanalrohrenIn der Zeitung "Das Sprachrohr", Ausgabe 21, April 2004, ist ein Foto vom Brand des Tanklasters in Kreuzlingen abgebildet. Zwei Berichte befassen sich mit dem thermischen Verhalten von Abwasserkanalrohren.
Anmerkung zur Bildunterschrift: Den abgebildeten Schaumangriff unternahmen die Kreuzlinger Kameraden.
27. März 2004 – Funklehrgang
Vom 25. bis zum 27. März fand wieder ein Funklehrgang statt. Teilnehmer stellten die Feuerwehren aus Konstanz und Allensbach. Als Ausbilder fungierten Jens Jurkschat, Martin Romer und Helge Hamann.
Download des Original-Fotos.
03. März 2004 – Sagen Sie mal…
|
|
Professor Hans Wolfgang Strätz ist ehrenamtlicher Fachberater Notfallseelsorge bei der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz. Foto: Aurelia Scherrer
|
( as) Prof. Dr. Hans Wolfgang Strätz zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Fachberater Notfallseelsorge bei der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz haben Sie sich als „jüngstes Mitglied“ vorgestellt. Warum haben Sie sich entschieden, die Aufgabe als Fachberater Notfallseelsorge zu übernehmen?
Seit 15 Jahren bin ich Diakon in St. Georg in Allmannsdorf. In verschiedenen Gesprächen ist mit die Notwendigkeit deutlich geworden, dass die Notfallseelsorge flächendeckend angeboten werden sollte. Ich habe im Gebet in mich hineingehört und natürlich auch mit meiner Frau besprochen, ob ich vielleicht angesprochen bin; denn die Hauptaufgabe der Diakone als Diener für die anderen liegt darin, dass man sich dort einbringt, wo sich Not auftut.
Warum ist es wichtig, dass der Bereich Notfallseelsorge flächendeckend aufgebaut wird?
Das Flugzeugunglück in Überlingen ist uns allen noch in Erinnerung. Dieses schmerzliche Ereignis und viele mehr haben gezeigt, dass ein einleuchtendes Gesamtkonzept notwendig ist, um allen Betroffenen vor Ort zu helfen. Die Blaulicht-Organisationen, wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, eilen mit ihrer Fachkompetenz zu Hilfe, um Leib und Leben zu retten. In der Regel können sie sich jedoch den seelisch Betroffenen, insbesondere den Angehörigen oder Freunden der Opfer nicht eingehend genug widmen. Hier ist der Ansatzpunkt für die Notfallseelsorge, nämlich sich um diese Betroffenen zu kümmern und gleichzeitig den Einsatzkräften den Rücken freizuhalten.
Stehen Sie ausschließlich den Betroffenen vor Ort zur Verfügung?
Nein, von diesem freiwilligen Angebot können auch die Einsatzkräfte Gebrauch machen.
Hatten Sie zuvor schon Kontakte zur Feuerwehr?
Nein. Ich war lediglich beim Jugendrotkreuz. Jetzt habe ich einen Lehrgang bei der Landesfeuerwehrschule absolviert und soll im Laufe des Jahres Praxiserfahrungen bei allen Organisationen machen.
03. März 2004 – Alle 8,27 Stunden ein FeuerwehreinsatzJahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz: Weniger Einsätze, notwendige Investitionen und Novellierung der Satzung( as) Weit über hundert Feuerwehrangehörige nahmen an der Jahreshauptversammlung in der Feuerwache teil. Die Personalentwicklung der Wehr stellte Quintus als "einen der wichtigsten Punkte" in den Vordergrund. Im vergangenen Jahr zählte die Jugendfeuerwehr lediglich 73 Mädchen und Jungen und damit seit 1994 die schwächste Personalstärke, wie der Kommandant feststellen musste. "Aber wir sind dabei, entsprechend Werbung zu machen, denn wir wollen 80 bis 85 erreichen." Immerhin wechselten im vergangenen Jahr sechs Jugendliche in die aktive Wehr.
|
|
Abstimmung-Atmosphäre bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz. Foto: Aurelia Scherrer
|
Die Freiwillige Feuerwehr Konstanz zählte bis Stichtag 31.12.2003 insgesamt 332 aktive Feuerwehrleute. Im Januar diesen Jahres waren jedoch sieben Abgänge zu verzeichnen, teilweise bedingt durch Wechsel in die Altersabteilung sowie durch Wegzug und aus beruflichen Gründen. Positiv wertete Dieter Quintus die Altersstruktur der Wehr. Mit 51 Personen die stärkste Fraktion stellten die 36- bis 40-Jährigen. "Sie sind noch voller Saft und Kraft und haben genug Erfahrung. Das ist unsere Zielgruppe", so Quintus. Stolz zeigte er sich auch auf die "Krabbelgruppe" – die 48 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren - denn "das ist unser Potenzial von morgen".
2003 sei "nicht das umsatzfreundlichste Jahr" gewesen, stellte Quintus im Hinblick auf die Einsatzstatistik fest. Mit 1.059 Einsätzen, darunter unter anderem Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen, Tierrettungen und 17 Alarme von Brandmeldeanlagen, wodurch Brände bereits in der Entstehungsphase bekämpft werden konnten, lag man deutlich unter dem Jahresdurchschnitt von 1.319. Statistisch gesehen wurde die Feuerwehr alle 8,72 Stunden alarmiert. Mit einer leichten Zunahme von Brandeinsätzen liege Konstanz im landesweiten Trend, wobei der Kommandant anmerkte, dass es sich vorwiegend um Kleinbrände gehandelt habe, die für die Geschädigten nicht so gravierend gewesen seien. 28 Menschen konnten im Brandfall und 85 Menschen durch technische Hilfeleistungen gerettet werden.
Die Stadt Konstanz habe 368 000 Euro in die notwendige Ausrüstung der Feuerwehr, darunter ein neues Löschfahrzeug im Wert von knapp 320 000 Euro, investiert. Der Umbau des Gerätehauses Schulthaißstraße stehe kurz vor der Vollendung, wobei der Kommandant die Eigenleistung einiger Kameraden aus den Löschzügen 1 und 2 lobte. Gerade in Bezug auf die finanzielle Situation erinnerte der Kommandant an die letztjährige Hauptversammlung, bei der OB Frank ein Streichkonzert angekündigt hatte. Es gab letztlich doch keine Streichungen, so Quintus, "denn ohne das Geld wären wir nicht ausgekommen".
Lars Chudzinski, Leiter der Jugendfeuerwehr, stellte in seinem Rückblick fest, dass jeder Einzelne von den insgesamt sieben Jugendgruppen im Alter von 10 bis 18 Jahren 143 Dienststunden absolviert hätte. "Das ist nicht selbstverständlich in der heutigen Spaßgesellschaft", stellte Chudzinski fest, der ebenso wie alle übrigen Jugendleiter danach trachtet, Feuerwehrtechnik mit Sport, Spiel und Freizeitangeboten attraktiv zu gestalten. Nikolai Schutzbach, Leiter des Sachgebiets Öffentlichkeitsarbeit, berichtete von den erfolgreichen Aktionen, wobei er hervorhob, dass die Feuerwehr "ein Glanzlicht bei der GEWA 03" gesetzt habe. In diesem Jahr sei wieder eine Aktion auf der Marktstätte sowie an den Adventssamstagen auf dem Augustinerplatz in Planung. Der Kassenbericht für das Jahr 2003 wurde angenommen und der Kassier entlastet. Dieter Quintus gab eine Vorschau auf das laufende Jahr, hob dabei die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der Feuerwehr Dingelsdorf am 16. Juni sowie die Jubiläumsfeierlichkeiten der Berufsfeuerwehr Tabor hervor, zu denen eine Gruppe der Konstanzer Kameraden vom 7. bis 17. September mit dem Fahrrad reisen wollten.
Seit 1994 die bestehende Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz geschaffen wurde, sei nun aufgrund zahlreicher organisatorischer Änderungen sowie Änderungen des Wahlverfahrens eine Anpassung an die heutigen Gegebenheiten erforderlich geworden. Die anwesenden Feuerwehrleute stimmten der Satzung zu und beauftragten den Ausschuss mittels Abstimmung, auch den Leiter des Sachgebiets Öffentlichkeitsarbeit per Satzung in den Ausschuss aufzunehmen. Professor Hans Wolfgang Strätz stellte sich als Fachberater Notfallseelsorge vor. Peter Renker, stellvertretender Kommandant, konstatierte in seiner Ansprache, dass es trotz aller Unkenrufe auch künftig gelingen werde, Menschen für den freiwilligen Dienst am Nächsten zu gewinnen.
Sagen Sie mal…
|
|
Professor Hans Wolfgang Strätz ist ehrenamtlicher Fachberater Notfallseelsorge bei der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz. Foto: Aurelia Scherrer
|
Prof. Dr. Hans Wolfgang Strätz zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Fachberater Notfallseelsorge bei der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz.
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz haben Sie sich als „jüngstes Mitglied“ vorgestellt. Warum haben Sie sich entschieden, die Aufgabe als Fachberater Notfallseelsorge zu übernehmen?
Seit 15 Jahren bin ich Diakon in St. Georg in Allmannsdorf. In verschiedenen Gesprächen ist mit die Notwendigkeit deutlich geworden, dass die Notfallseelsorge flächendeckend angeboten werden sollte. Ich habe im Gebet in mich hineingehört und natürlich auch mit meiner Frau besprochen, ob ich vielleicht angesprochen bin; denn die Hauptaufgabe der Diakone als Diener für die anderen liegt darin, dass man sich dort einbringt, wo sich Not auftut.
Warum ist es wichtig, dass der Bereich Notfallseelsorge flächendeckend aufgebaut wird?
Das Flugzeugunglück in Überlingen ist uns allen noch in Erinnerung. Dieses schmerzliche Ereignis und viele mehr haben gezeigt, dass ein einleuchtendes Gesamtkonzept notwendig ist, um allen Betroffenen vor Ort zu helfen. Die Blaulicht-Organisationen, wie Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, eilen mit ihrer Fachkompetenz zu Hilfe, um Leib und Leben zu retten. In der Regel können sie sich jedoch den seelisch Betroffenen, insbesondere den Angehörigen oder Freunden der Opfer nicht eingehend genug widmen. Hier ist der Ansatzpunkt für die Notfallseelsorge, nämlich sich um diese Betroffenen zu kümmern und gleichzeitig den Einsatzkräften den Rücken freizuhalten.
Stehen Sie ausschließlich den Betroffenen vor Ort zur Verfügung?
Nein, von diesem freiwilligen Angebot können auch die Einsatzkräfte Gebrauch machen.
Hatten Sie zuvor schon Kontakte zur Feuerwehr?
Nein. Ich war lediglich beim Jugendrotkreuz. Jetzt habe ich einen Lehrgang bei der Landesfeuerwehrschule absolviert und soll im Laufe des Jahres Praxiserfahrungen bei allen Organisationen machen.
15. Januar 2004 – Regen macht Freude und Arbeit
( fvb) Rund 29 Liter Regen je Quadratmeter fielen bis gestern Morgen innerhalb von 24 Stunden in Konstanz. Das hatte kleinere Einsätze der Feuerwehr zur Folge. Positiver Effekt: Der Wasserstand des Bodensees stieg stark an, die Fähren können wieder voll beladen fahren.
Als Folge der starken Regenfälle musste die Feuerwehr in der Birnauer Straße und in der Eichbühlstraße Keller auspumpen. Der heftige Wind fällte zudem einen Baum an der Landstraße nach Dettingen, deckte in der Zasiusstraße Ziegel ab und riss eine Plane an der archäologischen Ausgrabungsstätte am Münsterplatz los. In der Radolfzeller Straße drückte gestern noch Grundwasser in einen Keller. Die Feuerwehr sprach von kleineren Einsätzen, Dramatik habe es nicht gegeben. Die Entsorgungsbetriebe berichteten, Kläranlage, Kanalisation und Pumpwerke hätten die Wassermassen ohne Probleme verkraftet. Störungen gab es nicht.
In Konstanz regnete es stärker als irgendwo sonst am Obersee. Am Untersee nahm der Regen dagegen nochmals zu. So gingen in Gaienhofen in 24 Stunden 34 Liter je Quadratmeter nieder. Freude über den starken Regen gab es bei den Stadtwerken. "Wir danken", sagte ihr Sprecher. Denn der Regen ließ den Pegel des Bodensees rasch steigen. Nun haben die Fähren zwischen Konstanz und Meersburg wieder so viel Wasser unter dem Kiel, dass sie in jedem Fall volle Last transportieren können. Noch vor einer Woche hatte der Pegel die Marke von 2,50 Meter unterschritten und sank scheinbar unaufhaltsam. Nun der ungewöhnlich starke Anstieg: Noch in der Nacht zum Dienstag lag der Pegel bei 2,65 Meter. Nur 36 Stunden später war er gestern Nachmittag auf über 2,86 Meter gestiegen.
15. Januar 2004 – Zahl der "Freigestellten" sinktKatastrophenschutz wäre von Wehrpflichtwegfall betroffen – Auch Freiwilligkeit nimmt abNeben Wehrdienst und Zivildienst besteht auch die Möglichkeit der "Freistellung zum erweiterten Katastrophenschutz". Die Zahl dieser Sonder-Feuerwehrmänner nimmt seit Jahren ab. Aber auch das ehrenamtliche Engagement lässt deutlich nach, wie Feuerwehrkommandant Quintus bilanziert.
Wenn ein Lastzug mit Tonnen giftiger Fracht umfällt, ein Kesselwagen voller Benzin brennt oder ein Schiff untergeht, kommt die Feuerwehr. Die Männer und Frauen der Wehr tragen alle die gleichen Uniformen. Einige der Männer aber sind sogenannte "Freigestellte". Sie leisten keinen Wehrdienst und keinen Zivildienst, sondern stehen dem "erweiterten Katastrophenschutz" zur Verfügung. Vor einigen Jahren, als der Grundwehrdienst noch 15 Monate dauerte, mussten sie sich auf zehn Jahre bei der Feuerwehr verpflichten. Heute sind es sechs Jahre mit jährlich 150 bis 200 Mindestpflichtstunden. In Konstanz sind derzeit 16 von 300 Aktiven sogenannte "Freigestellte", Tendenz sinkend. Vor zehn Jahren wählten noch etwa doppelt so viele junge Männer diesen anstrengenden Einsatzdienst.
Mit einem Wegfall der Wehrpflicht und des Zivildienstes, wie derzeit in der rot-grünen Bundesregierung erörtert, würde auch dieser Dienst an der Allgemeinheit entfallen. "Das bereitet uns keine Probleme", sagt der Kommandant der hiesigen Feuerwehr, Stadtbrandmeister Dieter Quintus. Zwar leisteten die "Freigestellten" engagierte Arbeit; doch weil angesichts des Schrumpfungsprozesses der Bundeswehr immer weniger Wehrdiensttaugliche tatsächlich eingezogen werden, lassen sich nur noch wenige junge Männer auf eine sechsjährige Verpflichtung im Katastrophenschutz ein. Bisher wurde diese Alternative vor allem von FH-Studenten und einigen Uni-Studenten gewählt, die Interesse etwa am fachverwandten Gefahrgutwesen hatten oder ohne Zeitverlust ihr Studium absolvieren wollten. Derzeit sind vier von auswärts stammende Freigestellte in der Konstanzer Wehr aktiv, die hier ihr Studium absolvieren.
Quintus bewertet die Entwicklungen kritisch: Nicht nur die Bereitschaft zur sechsjährigen Verpflichtung lasse nach. Generell habe die Feuerwehr zunehmende Probleme, geeigneten Nachwuchs für den freiwilligen und auf Dauer angelegten Dienst am Mitmenschen zu gewinnen. "In der Jugendfeuerwehr der 10- bis 18-Jährigen haben wir eine sehr hohe Fluktuation", berichtet er. Aber auch junge Erwachsene binden sich nicht mehr gerne langfristig an die Feuerwehr.
Die Gründe sind vielfältig: Das verlockende Freizeitangebot der "Fun-Gesellschaft", die hohe Mobilität im Arbeitsleben, die nachlassende emotionale Verbindung mit dem Wohnort, der nicht mehr als Heimat empfunden wird, spielen eine Rolle. "Wer im Job gut ist, hat wenig Zeit, und so fehlt uns auch der geeignete Führungsnachwuchs." Die düstere Prognose des Feuerwehrchefs lautet: "In 15 Jahren ist das System der Freiwilligen Feuerwehren gestorben."
10. Januar 2004 – Fruchtbar
|
|
SÜDKURIER-Lokalchef Tobias Engelsing und Ehefrau Susanne Engelsing mussten im Tägermoos zwei Sülibimen-Bäume pflanzen. Foto: Josef Siebler
|
Manche Früchte dieser Ehe werden erst in Jahren reifen. SÜDKURIER-Lokalchef Tobias Engelsing und seine Frau, die auch für den SÜDKURIER tätige Anwältin Susanne Engelsing, gaben sich im Sommer das Jawort. Das letzte Geschenk aber kam erst jetzt:
Die Paradiesler Jugendfreunde und Feuerwehrkameraden des Journalisten schenkten dem Paar unter anderem zwei Birnbäume. Jüngst wurden sie unter großem Hallo im Tägermoos gepflanzt. Susanne und Tobias schufteten, die Paradiesler Freundinnen und Freunde behielten die Hände in den Hosentaschen und gaben lautstark beste Ratschläge – wie's halt so ist, wenn Griffelspitzer mal zu Spaten und Vorschlaghammer greifen müssen:
Jetzt stehen die zwei Sülibirnen-Bäume auf einer Wiese nahe des Zollhofs. Die Sülibirne ("Saubirne") gilt als "Königin der Mostbirnen" am Bodensee. Bevor es zur fröhlichen Pflanzaktion kam, musste ein ordentlicher Verwaltungsakt erlassen werden: Die Initiatoren der Aktion, Dieter Schächtle und Richard Hörenberg, vereinbarten mit dem Hochbau- und Liegenschaltsamt der Stadt die Modalitäten. So wurde amtlicherseits als Platz die städtische Parzelle 7 im Tägermoos (Grenzäcker) zugewiesen. Einzige Bedingung: Die beiden Hochstämme müssen vom jungen und in ferner Zukunft älteren Paar selber gepflegt werden. So werden Susanne und Tobias Engelsing im Winter den richtigen Schnitt anbringen und im Herbst Sülibirnen ernten. Allerdings müssen sie noch etwas warten. In vier bis fünf Jahren erst dürften die ersten Früchte an den Bäumen hängen, das Mostfass wird wohl erst in einigen Jahren voll. Die Konstanzer dürfen sich dann nicht wundern, wenn der Redaktionsleiter und Liebhaber heimischer Fruchterzeugnisse am Samstag mit dem Traktor durchs Paradies fahrt, mit vollen Wagen heimkehrt – und sogleich mit den alten Freunden Erntedank feiert.
|
|