Feuerwehr warnt vor Leichtsinn
Aktionen nach verheerenden Bränden – Tipps zu Weihnachtszeit – Kontrollen an Fasnacht
Konstanz (jos) Es war ein schwarzes Jahr für die Konstanzer Feuerwehr. Im Oktober starben vier Menschen bei zwei Bränden. Die Wehr startet Aktionen, um über Brandursachen aufzuklären. Im Advent kommt es oft zu Zimmerbränden. Außerdem ist den Verantwortlichen die Dekoration in Fasnachts-Sälen ein Dorn im Auge.
Die Brände im Moor- und im Bärlappweg wirken nach. "Vier Brandtote haben wir im Schnitt nicht einmal jährlich", sagt Kommandant Dieter Quintus. Die Feuerwehrleute haben viel über die beiden Brände gesprochen. Manche verarbeiten solche Einsätze nur schwer. Sie können bei Bedarf ihre Erlebnisse mit dem evangelischen oder katholischen Feuerwehr-Seelsorger aufarbeiten. In schweren Fällen wird ein Psychotherapeut eingeschaltet.
Die Feuerwehr diskutiert aber auch darüber, wie sie die Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren kann. So wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass Rauchmelder Leben retten können (wir berichteten).
Für die Feuerwehrleute geht jetzt die Zeit des Bangens los. In der Adventszeit kommt es oft zu Bränden wegen Gestecken. Wenn vergessen wird, die Kerzen zu löschen, gerät das Reisig leicht in Brand. Dieter Quintus: "Wir haben jedes Jahr ein paar Fälle." Die Dunkelziffer ist hoch: "Viele Gestecke werden gelöscht, und wir bekommen es gar nicht mit."
An Weihnachten ist es für die Feuerwehr ruhiger. Erst wenn die Christbäume trocken werden, wächst die Gefahr. Der Kommandant rät daher, den Baum so spät wie möglich zu kaufen (siehe Brandgefährlich nicht nur an Weihnachten: Kerzen). Trockene Bäume sind wie ein Bombe. "Sie brennen explosionsartig ab", erklärt Quintus.
Wenn die Feuerwehrleute an Fasnacht denken, wird es ihnen heute schon mulmig. Dekorationen und abenteuerliche Kostüme aus Kunststoff oder Papier seien eine große Gefahr. Dieter Quintus: "Das Zeug brennt lichterloh." Um ein Kostüm in Brand zu setzen, genüge schon eine Zigarette. "Das ist an Fasnacht ernst zu nehmen." Man könne Kostüme nicht verbieten, man rate aber zu Material, dass nicht so leicht Feuer fängt.
Die Brandexperten sehen ein großes Problem in Konstanz: die Raumnot. Viele Säle seien klein und entsprechend eng gestuhlt. Das St. Johann, in dem früher viel Saalfasnacht stattfand, sei besser gewesen. Auch das Konzil biete gute Fluchtwege.
Die Wehr wird Gaststätten und Säle im neuen Jahr kontrollieren. Einige Säle seien besonders brisant. Es werde geschaut, ob die Notausgänge frei sind und wie die Dekoration aussieht. "Wenn die Dekoration nicht stimmt, wird sie unverzüglich abgebaut."
Veranstalter an Silvester und Fasnacht sollten Sicherheitsmaßnahmen beachten, berichtet die Feuerwehr. Fluchtwege und Ausgänge sind zu kennzeichnen und freizuhalten. Dekoration sollte schwer entflammbar sein und nicht die Sicht auf Notausgänge verdecken. Dekorationen aus Papier müssen außer Reichweite der Besucher angebracht werden.
Die Verkleidung ganzer Wände oder Decken mit leicht brennbaren Stoffen ist nicht zulässig. Glühbirnen dürfen nicht mit Krepppapier oder anderen leicht entzündlichen Stoffen umwickelt werden. Papier muss von Öfen und Rauchabzugsrohren einen Abstand von einem Meter haben, sonstige brennbare Gegenstände mindestens 60 Zentimeter. Papierschlangen müssen durch Imprägnierung schwer entflammbar gemacht werden.
Bäume dürfen nur im grünen Zustand verwendet werden. Kerzen, feuergefährliche Stoffe und Luftballons mit feuergefährlichen Gasen sind verboten, das Abbrennen von Feuerwerk in Räumen ebenfalls. Abfalleimer dürfen nicht brennbar sein und müssen einen Deckel haben. Über Gasflaschen ist die Feuerwehr zu informieren. Es muss eine ausreichende Anzahl Feuerlöscher da sein.
Autor: Josef Siebler, SÜDKURIER
Wir danken für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.
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