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Übungen 1998

02.12.98 - Feuerwehr "rettete" Schüler
31.10.98 - "Brand" im Kolpinghaus
28.09.98 - Übung am "Hafencenter"
00.00.98 - Gefahrgut an der Fachhochschule
28.03.98 - Nationale Ölwehrübung in Moos

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2. Dezember - Feuerwehr "rettete" Schüler

Alarmübung am Gymnasium - Lehrer und Schüler unvorbereitet

In knapp zweieinhalb Minuten war das gesamte Alexander-von-Humboldt-Gymnasium mit rund 1000 Schülern geräumt bis auf den Klassenraum 305 im zweiten Obergeschoß. Dort sorgte eine Nebelmaschine für eine realistische Sichtbehinderung. Damit waren den Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse der Fluchtweg über das Treppenhaus abgeschnitten. "Gerettet" wurden sie daher über die Drehleiter der Feuerwehr.

Auf der Drehleiter
Über die Drehleiter der Feuerwehr steigen Schülerinnen und Schüler der 13. Klassenstufe in den Schulhof ab. Gemeinsam mit der Feuerwehr übte das Humboldt-Gymnasium den Ernstfall.

Nach dem neuen Sicherheitskonzept, das der stellvertretende Direktor Willi Mosbrugger als Sicherheitsbeauftragter innerhalb eines Jahres erstellt hat, haben alle Klassen einen definierten Sammelpunkt. So können die Lehrer sofort feststellen, wer von den Schülern fehlt. Zur Orientierung hängen zudem in jedem Klassenzimmer Unterlagen, die auch über den nächstgelegenen Fluchtweg Auskunft geben.

Pro Raum gibt es inzwischen je ein Flügelfenster, das eines der unpraktischen Klappfenster ersetzt hat. Daran kann die Feuerwehr sicher ihre Leitern anstellen.

Die Übung offenbarte auch einige Schwächen: So war der Gong nicht überall rechtzeitig zu hören. Außerdem kam die Durchsage von Direktor Heribert Baumann nicht überall an. In der Lehrerkonferenz am 7. Dezember soll darüber noch einmal gesprochen werden. Die Alarmanlage sei jüngst teilweise erneuert worden, so Mosbrugger. Daher werde sie noch einmal getestet.

Auch die Feuerwehrleute haben einen Wunsch: Die Einfahrt von der Schottenstraße auf den Schulhof sollte etwas verbreitert werden, damit die große Drehleiter besser um die Kurve komme. Uwe Jordan, bei der Feuerwehr zuständig für den Vorbeugenden Brandschutz, stellte fest, daß die Schüler den Drang gehabt hätten durch den Rauch zu laufen. Dies hätte im Ernstfall zur Folge, daß nach zwei bis drei Atemzügen die Orientierungslosigkeit und Bewußtlosigkeit einsetze. Diese Gedankenlosigkeit bedeute Lebensgefahr. Besser sei es, ins Zimmer zurückzukehren und die Türe zu schließen. Am Fenster solle man sich der Feuerwehr bemerkbar machen.

Insgesamt zeigte sich Schulleitung sehr zufrieden über die Übung. Das Konzept habe sich bewährt. Außerdem sei die Räumung sehr schnell vor sich gegangen, hatten doch Schüler und Lehrer vorher nichts gewußt. Willi Mosbrugger lobte die "hervorragende Zusammenarbeit mit der Feuerwehr".

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31. Oktober - "Brand" im Kolpinghaus

"Kellerbrand, Menschenleben in Gefahr" lautete die Annahme bei einer gemeinsamen Übung von Freiwilliger Feuerwehr und Malteser Hilfsdienst (MHD) am Vormittag im Kolpinghaus. 39 "Verletzte" galt es zu retten. Das Drehbuch sah vor, daß sie nach Brandausbruch während einer Veranstaltung nicht mehr rechtzeitig aus dem L-förmigen Gebäude gelangten.

Da das Befahren des lnnenhofs mit Schwerfahrzeugen nur schlecht möglich und aus taktischen Gründen nicht sinnvoll war, trugen die Feuerwehrfrauen und -männer die Geräte von der Hofhalde und der Konzilstraße ans Haus. Über tragbare Leitern "retteten" die Feuerwehrler die teilweise kunstvoll vom MHD geschminkten Opfer aus den Obergeschossen. Unter Atemschutz durchsuchten weitere Kräfte die Räume - im Keller, im Erdgeschoß, in zwei Obergeschossen und im Dachgeschoß - nach Vermißten. Ein Löschangriff mit einem Strahlrohr machte alsbald dem Feuer im Keller in Gestalt einer Nebelmaschine den Garaus.

Helferinnen und Helfer der Schnelleinsatzgruppe (SEG) des MHD nahmen sich sofort den Geretteten an und versorgten diese. Die schwer Verletzten wurden unter Anleitung eines Arztes beim nahe gelegenen Münsterpfarramt versorgt, und die anderen zu den Rettungsfahrzeugen beim Pfalzgarten gebracht. Parallel dazu tat auch die Kochgruppe des MHD mit ihrer Feldküche in Aktion; sie versorgte anschließend die hungrigen Helfer samt Opfern. Diese hatten zudem über eine Stunde vergeblich warten müssen, denn die Feuerwehr war kurz vor Beginn zu drei Einsätzen gerufen worden: Dieseltreibstoff auf dem Stephansplatz und zwei Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen hielten die Feuerwehrleute auf Trab.

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28. September - Übung am "Hafencenter"

"Großbrand im Kreuzlinger Hafencenter" - gegenüber dem Hafenbahnhof in Kreuzlingen - lautete die Annahme bei einer gemeinsamen Übung der Feuerwehr Kreuzlingen (1.Zug) und der Freiwilligen Feuerwehr Konstanz (3. Zug). Aus dem U-förmigen Gebäude (1 Kellergeschoß, 3 Geschosse, 1 Dachgeschoß) waren insgesamt 10 Personen zu retten, nachdem zuvor ein Brand im 2. Obergeschoß ausgebrochen war, so die Übungsannahme. Die Einsatzstelle wurde in zwei Einsatzabschnitte aufgeteilt, in deren Ostteil die Kreuzlinger und im Nordteil die Konstanzer Rettungs- und Löschmaßnahmen ausführten.

Es galt die gefährdeten Personen zu retten und eine Brandausbreitung zu verhindern. Zum Einsatz kamen neben diversen Wasser- und Schaumrohre auch die Drehleitern aus Kreuzlingen (ADL 37, Autodrehleiter mit 37 Leitersatzlänge) und die DLK 23-12 (1/33) aus Konstanz. Feuerwehrsamariter und Angehörige des Samaritervereins kümmerten sich um die "Verletzten".

Bei der anschließenden Manöverkritik gab es von den Beobachtern überwiegend Lob. Beeindruckend für die Konstanzer Feuerwehrfrauen und -männer, die konsequente Stabs- und Führungsarbeit ihrer Kreuzlinger KollegInnen.

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Gefahrgut an der Fachhochschule

Eine Nachtübung führte die Freiwillige Feuerwehr an der Fachhochschule Konstanz durch: Giftalarm hieß es für Klaus-Peter Wehner, Zugführer des Gefahrgutzuges und seine 22 Mannen, die mit drei Spezialfahrzeugen für den Umwelteinsatz ausrückten, um ausgelaufene Giftstoffe zu identifizieren, zu bergen und zu entsorgen. Eine mobile Einsatzzentrale sorgte zudem für die Datenauswertung und für den Kontakt mit den Verantwortlichen im Feuerwehrhaus in der Steinstraße.

Mit von der Partie waren auch ein Chemiker, der die Feuerwehrleute beriet und die Kameraden aus Stockach, die mit einem speziellen Löschfahrzeug anrückten.

Die realitätsnahe Übungssituation stellte sich folgendermaßen dar: Aus einem Lastwagen, der an der Fachhochschule Konstanz Gefahrgutstoffe aufnehmen sollte, war Salpetersäure ausgelaufen, die zudem drohte, mit anderen zu entsorgenden Stoffen eine nicht vorhersehbare Reaktion auszulösen.

Nach der Bergung des verletzten Fahrers in Gestalt eines Dummys und der Sicherung des Geländes arbeiteten sich dann vier Feuerwehrleute in Spezialanzügen, die der Pressesprecher der Feuerwehr schon einmal als "Ganzkörperkondome" bezeichnet hatte, vorsichtig zum Lastwagen vor, um die Stoffe zu identifizieren.

Nach erfolgreicher Identifizierung wurde zur Sicherheit auch eine Messung hinsichtlich einer eventuellen Explosionsgefahr durchgeführt. Sie verlief negativ.

Während die Feuerwehrleute aus Stockach im Hintergrund für den Fall eines eventuellen Brandes oder einer Explosion bereit standen, begannen die Konstanzer mit der Bergung der Giftstoffe. Auch dieser Teil der Übung verlief reibungslos.

Während des gesamten Einsatzes wußten die Beteiligten nicht, mit welchen Situationen sie konfrontiert würden. Nach eineinhalb Stunden konzentrierter Arbeit konnte dann die Einsatzleitung Entwarnung geben und den erfolgreichen Verlauf der Übung mitteilen.

Adrian Ciupuliga, Pressesprecher der Fachhochschule Konstanz

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28. März - Nationale Ölwehrübung in Moos

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