Übungen 1999
25. Oktober - Gigantische Kulisse bei Feuerwehr-Übung
08. Mai - Übung mit Ölwehr und DLRG-Rettungstauchern
17. April - "Explosion" auf der MS Reichenau
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25. Oktober - Gigantische Kulisse bei Feuerwehr-Übung
"Als wir über die Neue Rheinbrücke fuhren, sah es gigantisch aus", schildert Zugführer Andreas Knäble seinen Eindruck als er mit seinen Feuerwehrleuten zum angenommenen Brand beim Media Markt in der Reichenaustraße eilte. Professionell war mit Fackeln, künstlichem Theaternebel und Knallkörpern der Büro- und Lagertrakt des Elektronikmarktes zum Brandobjekt umfunktioniert worden. So war es dann auch kein Wunder, dass sich zahlreiche Zuschauer einfanden.
Als die ersten der über 30 Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr eintrafen, riefen Leute vom Dach und aus einem Fenster laut um Hilfe. Rauch drang aus geöffneten Fenstern, hinter den es gespenstisch flackerte. Mit zwei Drehleiter kamen die ersten Retter den "Opfern" zu Hilfe. Über das Treppenhaus gelangten weitere Feuerwehrangehörige mit Preßluftatmern ins Gebäude. Dort fanden sie weitere "Verletzte" die dringend in Sicherheit gebracht werden mussten. Insgesamt acht Personen holten die Feuerwehrler aus dem Gebäude und brachten sie zum Verletzten-Sammelplatz.
Matthias Mende, Bereichsleiter beim Media Markt und aktiver Feuerwehrmann, hatte die Idee zu dieser Übung. Angenommen hatte er einen Brandausbruch in der Personalküche. Von dort breitete sich das Feuer nach Vorstellungen der Regie über einen Lüftungsschacht in den Maschinenraum, und von dort weiter zum Dach und ich Richtung Nachbargebäude. "Diese Annahme war jedoch nicht ganz realistisch", gab Mende zu, "da technische Vorkehrungen verhindern, dass sich Rauch und Feuer ohne weiteres über Lüftungsschächte ausbreiten können."
Obwohl die Mitarbeiter des Marktes nichts von einer Feuerwehrübung wissen sollte, hatte es sich zum Bedauern von Mende zwischenzeitlich herumgesprochen. So falle es dann auch schwer, die auffällige Ruhe unter den Mitarbeitern und Kunden zu beurteilen. "Dies ist aber immer noch besser, als eine Stampede", betonte Mende. Auch sei der Verkaufraum bewusst nicht ins Übungsgeschehen einbezogen worden, erklärte der Bereichsleiter.
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08. Mai - Übung mit Ölwehr und DLRG-Rettungstauchern
(thn) An diesem Samstag fuhr gegen 13.30 Uhr ein mit zwei Personen besetztes Auto auf ein am Seerhein gelegenes Grundstück. Aus ungeklärter Ursache stürzte das Fahrzeug in den noch ziemlich kalten Rhein. Ein Fahrzeuginsasse konnte sich noch aus dem untergehenden Auto befreien und trieb nun um Hilfe rufend auf dem Wasser. Sein Beifahrer blieb im versunkenen Auto eingeschlossen.
Ein Passant alarmierte die Feuerwehr, welche innerhalb kürzester Zeit mit GW-Wasser (6/58), ELW 2 (6/12), RW 2-Öl (6/59) mit Sperrenanhänger und GW-Transport (6/55-1) mit Mehrzweckboot an der "Einsatzstelle" eintraf. Zwei mit dem GW-Wasser angerückte DLRG-Rettungstaucher, die sich schon auf der Anfahrt umziehen konnten, retteten zuerst den treibenden Fahrer. Anschließend rüsteten sie sich mit Tauchgeräten aus und befreiten den Beifahrer aus dem Pkw.
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Das "Unfall-Auto" am Kran des GW-Transport. Nachdem die Insassen gerettet waren, konnte das Auto aus dem Seerhein geborgen werden. Der Polo wurde für derartige Übungen präpariert, so daß keine Umweltschäden verursacht werden. Foto: Thomas Noll
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Weitere nachgerückte Rettungstaucher suchten den Seegrund um das Unfall-Fahrzeug weiträumig nach weiteren Personen ab, da die Helfer zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Zahl der Verunglückten kannten.
Nach Abschluß der Menschenrettung wurde mit Hilfe des Mehrzweckbootes eine Ölsperre um das Fahrzeugwrack gelegt, um eine Verunreinigung des Rheins zu Verhindern.
Gleichzeitung bereiteten die Taucher die Bergung des Pkw vor. Ein Taucher rüstete sich mit einer Vollgesichtsmaske aus, mit der er Sprechverbindung zur Wasseroberfläche hat.
Eine Bergung mit dem Hebesack aus dem GW-Wasser schlug fehl, da sich das Wrack in nur drei Metern Wassertiefe befand. Daher wurde ein Stahlseil am Pkw angeschlagen und mit dem Kran des GW-Transport gehoben.
Um auch im Einsatzfall, in dem beide Einheiten Hand in Hand arbeiten, erfolgreich zu sein, stehen gemeinsame Übungen regelmäßig auf dem Dienstplan.
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17. April - "Explosion" auf der MS Reichenau
Hundert "Verletzte" versorgt - Große Rettungsaktion geübt
Bei einer Klassenfahrt geschieht das Unglück: An Bord des Motorschiffs Reichenau der Bodensee Schiffsbetriebe (BSB) bricht ein Feuer aus. Als der Kassier im Maschinenraum nach dem Rechten schaut, ereignet sich dort eine Explosion, die den einzigen Motor des Schiffes beschädigt. Ohne Steuerungsmöglichkeit treibt die "Reichenau" im Konstanzer Trichter langsam auf das Schweizer Ufer zu.
Im Ernstfall, erklärt Schiffsführer Christoph Rimmele, würde er jetzt über Bündelfunk Hilfe herbeirufen. Mittels Notflagge und Signalraketen könnte er auch andere Bootsbesatzungen auf die Notlage aufmerksam machen. Bei dieser Übung wird jedoch darauf verzichtet, um keine Unruhe unter den Freizeitkapitänen aufkommen zu lassen.
Nach wenigen Minuten treffen die schon vorbereiteten Hilfskräfte von Freiwilliger Feuerwehr (Ölwehr), Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und Technischem Hilfswerk (THW) mit sieben Booten beim "Havaristen" ein. Von weitem ist Rauch auszumachen dargestellt durch Theaternebel , der aus dem Passagierschiff empor steigt.
Drei ins Wasser gesprungenen Lehrern werden Rettungsringe zugeworfen. Das Feuerlöschboot "LBD Heinz Schäfer" legt sich längsseits. Die ersten "Opfer" retten sich durch übersteigen. Parallel dazu lässt "Einsatzleiter See" Helge Hamann vom Feuerlöschboot eine Schlauchleitung mit Mittelschaumrohr verlegen. Feuerwehrleute unter Atemschutz suchen nach "Verletzten" in den beiden großen Fahrgasträumen, die total verraucht sind. Zahlreiche Schüler und Lehrer bringen sich auf dem Oberdeck in Sicherheit. Jedoch kommt es bei der Panik unter den rund hundert Passagieren zu schweren Stürzen und Verletzungen.
Im Pendelverkehr werden die Kinder und Erwachsenen an Land beim Zeppelindenkmal gebracht. Dort koordiniert der "Einsatzleiter Land" Klaus Koch das Geschehen: Der Bootseinsatz und Nachschub sind seine Hauptaufgaben. Auf der Wiese vor dem Konzil versorgen unter der Leitung von Karin Ströbele die Helfer und Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die Geretteten bei der eilends aufgebauten Verletztensammelstelle. In der Zwischenzeit ist auch David Leder auf dem Schiff eingetroffen. Der Rettungssanitäter des DRK kümmert sich mit seinen Leuten um die schwer Verletzten: Mit Schminke sind täuschend echt Blessuren in Gesichtern und an den Armen aufgemalt. Bei Verdacht auf Rückgratsverletzungen wird mit Schaufeltrage und Vakuummatratze gearbeitet.
Die knapp 60 Frauen und Männer der vier Hilfsorganisationen haben alle Hände voll zu tun. "Knochenarbeit" sagt Helge Hamann bei der kurzen Übungsbesprechung nachdem das Feuerlöschboot das Passagierschiff in den Konstanzer Hafen geschleppt hat. Es sei klar, daß im Ernstfall viel mehr Personal aufgeboten werden müsse, so der Leiter der Ölwehr weiter. Von Vorteil hat sich ein gemeinsam benutzter Kanal im 2-Meter-Band ("Einsatzstellenfunk") erwiesen. Im Landungsbereich sollen Boote wegen des Wellenschlags langsam fahren, beschwert sich ein Bootsführer. Beim Ausladen einer beladenen Verletztentrage wäre er beinahe ins Wasser gestürzt.
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